Lebenslanges Wohnrecht Schwester/Pflichtteil

3 Antworten

Guten Morgen. Einen Pflichtteil für die beiden gesunden Schwestern gibt es immer, da man diesen Kindern grundsätzlich nicht vorenthalten kann. Ich würde die Mutter überreden, einen Anwalt aufzusuchen, der mit ihr eine vernünftige Nachfolgeplanung macht, Stichwort: "Behindertentestament". Man kann das sehr wohl so gestalten, dass alle Töchter berücksichtigt werden!

Um es mal ganz kurz zu sagen: 1924 (4) BGB "Kinder erben zu gleichen Teilen" - wie man das dann in der Praxis macht, das solltet ihr dann aber doch mit einem Anwalt klären. Klagen musst du da erstmal nicht, weil das eine private Geschichte ist; da würde man dann erstmal schauen, wie man die Parteien zufrieden stellt...

1

Hallo, Danke für die schnellen Antworten! Das Problem ist, dass meine Schwester lebenslanges Wohnrecht erhalten hat, und meine Mutter meinte, dann könnte sie eben in dem Haus wohnen und wir beiden anderen Kinder würden leer ausgehen. Also ist es doch so, dass wir einen Pflichtanteil bekommen würden, während meine Schwester in dem Haus wohnt? Verstehe ich das richtig? Aber dann müsste sie uns den ja ausbezahlen und das Geld hat sie nicht, da sie ja "nur" in dem Haus wohnt, aber sonst kein Vermögen hat. Deswegen müssten wir quasi auf unseren Pflichtanteil bestehen und sie müsste das Haus verkaufen, um uns überhaupt ausbezahlen zu können...? Also,alles irgendwie eine dumme Geschichte, wenn ich das richtig sehe. Habt ihr da noch Ideen? Danke! Lg, Julia

0

Hallo Jules,

zunächst kann dein Mutter lebzeitig mit ihrem Eigentum machen was sie will, dass wäre wortwörtlich kein Grund zu(m) klagen :-)

Entgegen eines weit verbreiteten Irrtums besteht auch keine Pflicht, seine Kinder gleich zu behandeln oder lebzeitige Schenkungen auszugleichen, in dem Fall einer besonderen Bedürftigkeit schon mal garnicht..

Sofern bei ihrem Tod nicht testamentraisch etwas anderes geregelt ist und sie unverheiratet wäre, beerben du und deine Schwestern deine Mutter gemeinsam, jeder 1/3 nur von dem, was an ihrem Sterbetag abzüglich ihrer Schulden und Bestattung ihr gehört und davon noch übrig bliebe.

Also jeder eine halbe Eigentumswohnung und alles andere hälftig, was ihr gehört.

Wenn der Immobilientausch so vollzogen würde, kannst du die gemischte Schenkung, d. h. die Wertdifferenz von Haus zur Wohnung, 10 Jahre lang, ab dem zweiten jährlich 10% fallend, als Ergänzung beanspruchen: Dieser sich allmählich verringernde Wert würde dem Nachlass hinzugerechnet und zur Pflichtteilsquote ausgeglichen.

Wohnrecht meint, deine Schwester zahlt keine Miete und an ihr vorbei könnt ihr beiden das Haus nahezu nicht verkaufen.

Wenn es dann soweit wäre, rechne ich dir gerne aus, was das für dich und die andere Schwester dann ausmacht. Aber nach 10 Jahren muss deine Schwester diesen Vorteil garnicht mehr ausgleichen -geschenkt ist geschenkt :-)

Hoffe, du siehst jetzt klarer :-)

G imager761

1

Hallo, Danke für die ausführliche Antwort! Also wenn ich das richtig verstehe, wären meine andere Schwester und ich dann am besten mit dem Immobilientausch dran. Würde meine Schwester in dem Haus wohnen mit lebenslangem Wohnrecht hätten wir weder Geld noch Haus...richtig? so ein Mist!

0

Was möchtest Du wissen?