Lebenslanges Wohnrecht mit Extra Regelung?

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7 Antworten

Moxic:

Nach den vielen Antworten noch einige Anmerkungen.

1. Eine Siebzigjährige hat eine stat. Lebenserwartung von noch rd. 17 Jahre.

2. Solange wirst du du als Eigentümerin das Hausgrundstück kaum  beleihen, vielweniger noch zu einem vernünftigen Preis veräussern können.

3. Das Erbe deshalb auszuschlagen wäre angesichts des sonstigen Vermögens schlichtweg unklug. Teilausschlagung geht schon gar nicht.

4. Was geschieht eigentlich mit dem Wohnrecht, wenn die Wohnungsberechtigte die Wohnung aufgibt,  z. B. aus Alters- und/oder Gesundheitsgründen,  umzieht  in ein Seniorenheim? Wurde für diesen Fall schuldrechtlich die Löschungsmöglichkeit festgezurrt?

5. Vieleicht gibt sie das Wohnrecht irgendwann vorzetiig auf und ist mit der Löschung einverstanden, evtl. gegen Zahlung einer angemessenen Abfindung.

6. Sei froh, dass statt des dinglichen Wohnrechts kein Nießbrauch bestellt wurde. Dann könnte sie als Nießbrauchs-Berechtigte auch vermieten und die Miete vereinnahmen.

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Kommentar von MoxicA
08.02.2017, 21:01

Punkt 4 werde ich auch noch ansprechen müssen, der ging heute unter. Vielen Dank für deine ausführlichen informativen Ausführungen.

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Hier sollte einmal Dein Vater sehr nachdenken. Wenn er Ihr denn ein lebenslanges Wohnrecht eintragen läßt, heißt das ja nun nicht, dass sie gänzlich kostenfrei dort leben muß. Es reicht doch wenn Du als spätere Erbin die Instandhaltungskosten trägt und sie die anfallenden Nebenkosten.

Hat sie dann selbst so geringes Einkommen, kann sie Antrag auf Leistungen nach SGB II stellen.

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Kommentar von MoxicA
08.02.2017, 19:48

Ein guter Gedankenansatz, vielen Dank dafür, das werde ich morgen mal ansprechen.

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Du wirst hier alles zahlen müssen, was an Nebenkosten anfällt und alle Kosten, die an Dingen entstehen, die Fest mit dem Haus verbunden sind.

Sollte sie vorsätzliche Zusatzkosten verursachen, so würden diese nicht unter deine Pflichten fallen, wobei die Beweislast wohl bei dir liegen würde.

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Hausinstandhaltungskosten hätte die Wohnungsberechtigte in keinem Fall zu zahlen: Undichtes Dach, defekter Heizungskessel usw. fallen grds. nur dem Eigentümer an.

Ein dingliches Wohnungsrecht n. § 1093 BGB ist zunächst nur mietfreies Wohnen.

Ohne gesonderte Vereinbarung hat der BGH hierzu festgestellt, dass

a)
"sich die Berechtigte an den Kosten zu beteiligen hat, die dem Eigentümer durch die gewöhnliche Unterhaltung der zum gemeinschaftlichen Gebrauch der Bewohner bestimmten Anlagen und Einrichtungen entstehen", meint alle Betriebskostenarten n. § 1, 2 BetrKV bezogen auf die anteilige Fläche der ihr zugewiesen Räumlichkeiten, solange sie sie nutzt und

b)
anteilig auf seine Wohnung entfallenden anteiligen verbrauchsunabhängigen Kosten von Heizung und Warmwasserbereitung auch dann, wenn er sie nicht nutzt (Bewohner einer Pflegeeinrichtung).

Davon abweichend durfte der Wohnungsrechtgeber natürlich bestimmen, dass

a)
die Betriebskosten vom Eigentümer zu tragen sind und die Berechtigte davon frei ist und

b)
vorhanden Einrichtung und Bodenbelag als Zubehör mit überlassen sind.

In dem Fall gilt, das der Berechtigten jederzeit Strom, Gas (Kochen), Wasser, Warmwasser und Heizenergie bereitzustellen und verschlissenes Mobiliar, defekte Einbaukücheneinrichtung und Bodenbelag zu ersetzen sind, gleich der Verpflichtung aus einem möblierten Untermietverhältnis.

Dahingehend wäre der Wohnrechtvertrag, nicht die grundbuchliche Eintragung, genau zu studieren.

G imager761

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Salue

Da lohnt es sich, einen Liegenschaftsfachmann oder einen Spezialisten für das Erbrecht beizuziehen.

Dieser wird, aufgrund von zu erwartenden Lebenszeit der Partnerin Deines Vaters ausrechnen, wie viel das Wohnrecht Wert ist. Dies können locker, je nach berechneter Dauer, mehr als 100'000 Euro sein.

Dann wir er die Rechnung machen, wie viel der Unterhalt des Hauses in derselben Zeit Wert ist.

Du als direkter Nachkomme hast ein Pflichtanteil am Erbe, wenn Dein Vater mal stirbt. Seine Partnerin, wenn sie nicht verheiratet sind, hat keinen Pflichtteil zugute.

Zwar könnte der das Haus seiner Partnerin zu Lebzeiten verschenken, aber vermutlich kommt dies nicht in Frage, weil sie den Unterhalt ja nicht bezahlen kann und weil vermutlich auch noch Steuern jeder Art anfallen können.

Bei so grossen Beträgen und dem Risiko lohnt sich jeder Euro, den Du dem Berater bezahlten musst.

Es grüsst Dich

Tellensohn

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Grundsätzlich kann der Erblasser als Vermächtnis einsetzen was er will, solange der Nachlass das Hergibt und der Pflichtteilanspruch gewahrt bleibt.

Mein Vater vererbt seiner Partnerin das lebenslange Wohnrecht auf sein
Haus, da diese die Hausinstanhaltungskosten nicht selbst tragen kann,

Ihnen ist schon klar, das ein Wohnrecht erbschaftssteuerpflichtig ist.

Ich bin 37 und die Dame ist 70 aber topfit. Also wirklich absolut
topfit. Ja ich erbe das Haus wenn sie mal geht. Werde es mir überlegen,
danke.

Bei einer 70 jährigen Frau ist wohl mit einen Kapitalwert von um die 11 zu rechnen. D.h. es ist die 11 fache ortsübliche Jahresmiete zu versteuern. Sprich geht man von z.B. 1200€ Miete aus dann ergibt das 11*12*1200 = 158400€ an steuerbaren Wert also ca. 40000€ an Erbschaftssteuer die da fällig werden.

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Erbschaft ablehnen, es se denn es sind Werte im oberen sechsstelligen Bereich

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Kommentar von MoxicA
08.02.2017, 17:59

Es wäre "genug" da, da bräuchte ich mich nicht zu sorgen. Plus vier kleine Einzimmereigentumswohnungen. Danke für deinen Rat.

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Kommentar von MKausK
08.02.2017, 18:02

erbst du das Haus wenn sie stirbt?

Dann würdest du in dein Erbe investieren, dass mußt du von einem Fachmann ausrechnen lassen ob das lohnt

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