Lebenslänglich Psychiatrie oder sterben?

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12 Antworten

Es ist makaber eine solche Prognose über so viele Jahre zu stellen.

Die Medizin entwickelt sich weiter, verschieden Therapieformen vermischen sich. 

Ich sehe da durchaus einige Wege die Kurve zu bekommen. 

Wichtig ist das der Betroffene aktiv mitarbeitet. Das ist ein harten Kampf, ja...aber der kann sich durchaus lohnen. 

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Sehr gutes Thema. Kann ich sehr gut mit mir identifizieren..

Ich habe mal dazu eine Folge von der Sendung "Markus Lanz" auf ZDF gesehen, in welcher das Thema "Sein Leben nehmen" von einer Freitod - Begleiterin aus der Schweiz behandelt wird.

Viele sagen, es gibt Medikamente (Antidepressiva etc..) und ebenfalls Psychologische Hilfe (endet dann in der Psychiatrie) und vollkommen banal sei, sich das Leben zu nehmen.
Diese Personen, die sowas behaupten, haben sich nie mit der psychischen Belastung eines Menschen befasst geschweige denn mal ansatzweise gesehen, wie es einem solchen Menschen psychisch geht und was da in einem vor geht.

Ich selbst bin grade mal 19 und habe schon seit Jahren(!!) große Probleme mit mir. War im letzten Moment beim Psychologen, welcher mir Antworten auf meine Fragen geben konnte aber keine Lösung meines Problems.

Mit Antidepressiva habe ich mich ebenfalls schon befasst und bin strikt dagegen, da dies ebenfalls keine effektive Lösung meines Problems ist.
Dabei denke ich mir: Soll ich solche Medikamente nehmen und dann mein Leben nur so tun, als wäre ich glücklich - als Knecht des modernen Zeitalters?

Natürlich ist es zu unterscheiden, dass es sich bei solchen "psychischen Problemen" über langjährige, heftige Depressionen handelt und nicht um Liebeskummer, weil man jemanden einen Tag kennengelernt hat etc..

Menschen, die so stark Depressiv sind, dass sie selbst langjährig schon Selbstmordgedanken haben und im klaren Sinne noch sagen können, dass sie - durch diese dauerhafte und nicht mehr lösbare psychische Störung - von uns gehen wollen, sind noch einigermaßen kontrollierbare Menschen.
Jedoch sind Menschen, die sich nach zu langer Zeit, nicht mehr unter Kontrolle haben UND DESWEGEN(!!) in die Psychatrie eingewiesen werden MÜSSEN, schon verloren. Diese Personen leiden nun ihr ganzes Leben und werden zwingen davon aufgehalten, sich das Leben zu nehmen. Obwohl eine Besserung kaum möglich ist.

Was mich dahingehend mal selbst interessiert ist, wie viele Personen wieder "freigelassen" werden, nachdem diese in die Psychiatrie eingewiesen wurden und wie es denen nun geht und wie ihre alternativen für ihr Leben aussieht, im Gegensatz zu vorher?

Fazit: Jeder hat seine eigene Meinung. Zu wenige dieser Meinungen wissen aber zu wenig über dieses Thema.
Zur einen Seite gibt es diese Liebeskummer - Depressionen, auf der anderes Seite gibt es Menschen mit schwerwiegenden und vor allem langjährigen Problemen und Depressionen.
Man selbst kann nichts dagegen machen, da die wenigen Menschen sich zu unintensiv dafür Interessieren und einfach die Regel, dass es Freitod eine faß ist.

MfG

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Kommentar von xRobsnx
25.02.2016, 00:09

Ich stimme dir in sehr vielen und weiten Teilen wirklich zu, aber bei einem will ich doch nochmal "eingreifen". Bei Depressionen kommt man doch im Normalfall nicht in eine Psychiatrie, die für eben geistig wirklich Kranke Menschen die "gefährlich" sind gesteckt. Ich denke zumindest das es einen Unterschied zwischen dieser Psychiatrie, die eben bei nicht zurechnungsfähigen Menschen das letzte Mittel sind und der Klinik gut Depressionen und derartiges. Immerhin ist man mit Depressionen im Normalfall keine Gefahr für die Allgemeinheit sondern vielmehr für sich selbst. Und in einer solchen Klinik ist man dann eben über Monate, aber nicht sein ganzes Leben. Bei Depressionen wird man nicht "weg gesteckt" und hat kein freies Leben mehr. Zudem gibt es einige Kliniken die ohne antidepressiva behandeln. Wobei man auch ganz klar sagen kann, dass Antidepressiva an sich nichts schlechtes ist, das liegt nur an der Art der Depression. Es gibt ja Depressionen, die fast nur wegen körperlichen Gründen auftreten. Ich möchte damit aufjedenfall darauf hinaus, dass man nicht seiner Freiheit beraubt wird, sondern viele Leute versuchen einem zu helfen. Falls es wirklich soweit ist, das man der Freiheit entzogen wird sieht das ganze natürlich echt anders aus. Ich habe in dem Text bewusst oft mit: ".." geschrieben, da es eben ein recht heikles Thema ist. Es kommt wirklich immer auf den einzelnen Fall aus, man kann sowas eben nicht verallgemeinern.

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Hallo Epsilon

Deine Meinung vom Leben und der Psychiatrie ist nicht realistisch. Ein Aufenthalt in einer Klinik oder einem Krankenhaus hat den Sinn, eine körperliche oder seelische Krankheit soweit zu kurieren, dass man wieder zuhause und möglichst selbständig leben kann. Man wird nicht seiner "Freiheit beraubt". Es kann wegen Eigen- oder Fremdgefährdung nötig sein, den Lebensraum eine Zeitlang einzuschränken, damit man in schweren Leidensphasen nicht etwas tut, das  nicht mehr gut zu machen ist.

In der Psychiatrie, wie im normalen Leben, wird man nicht durch Medikamente "glücklich". Ein gutes Leben ist mit Aktivitäten, Anstrengung und Erholungsphasen im Ausgleich und wer sein Leben gut meistert, spricht allgemein von Zufriedenheit mit sich selbst.

"Glück" ist ein sehr seltenes und kurzes Gefühl. Wer sich das "Glück" von aussen beschaffen will und diverse Glückspillen einwirft, weis, dass auf die mega Party das entsprechende Erschöpfungstief folgt.  

Wer in einer tiefen Krise steckt, sieht keinen Sinn im Weiterleben. Man ist dann wie in einem tiefen Keller von allem abgeschirmt. Trotz dem geht ausserhalb dieses tiefen Kellers das Leben der Menschen weiter. Wenn die Depression zurückgeht kann man auch wieder nach oben, an die Sonne und am schönen Leben teilnehmen.

Frag ältere Menschen. Fast alle haben gute und schlechte Zeiten durchgemacht und sind damit erfahrener geworden. Ich bin neugierig und warte z.B. noch bis 90, was mein Leben mir noch bringen wird. Umbringen kann ich mich dann immer noch. Schau doch mal, wo du Hilfe bekommen kannst ... z.B.

http://www.psychotherapie-beratung.de/loesung.html

lg mary

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Sofern ich weiß, wird man wegen Depressionen nicht in eine "Psychiatrie" eingewiesen, Sondern lediglich in einer stationären Klinik behandelt. Das macht einen recht großen Unterschied, da dir die Freiheit so nie beraubt wird. Es gibt viele Kliniken in denen du keine Medikamente schlucken musst und auch sonst kaum einschränkungen hast. Vorallem wirst du niemals gegen deinen Willen dort festgehalten (außer nach einem versuchten Selbstmord, aber selbst dann nicht lange). Mit Depressionen wirst du hier nicht wie ein Psychopath behandelt! Allerdings ist es auch wichtig sich behandeln zu lassen, Genauso wie bei jeder anderen Krankheit. Der Tod sollte wirklich der allerletzte Ausweg sein, davor gibt es soviele Möglichkeiten doch wieder im Leben voran zu kommen.
Ich hoffe das konnte irgendwie helfen.

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Lieber sterbe ich mit einem klaren Geist, als dass ich in meinem Bewusstsein eingeschränkt lebe - sei es, dass diese Einschränkung durch Medikamente geschieht, oder durch andere Therapieformen. Sorry, aber für mich bedeutet es nichts, wenn ich Teile meiner Persönlichkeit aufgeben muss, nur um leben zu können, aber alles, dass ich entsprechend dem, was meiner Persönlichkeit entspricht leben kann (auf die eine oder andere Weise) und nach meinem Glauben ist der Tod nicht das Ende, sondern nur ein weiterer Schritt in meiner Entwicklung.

Nur um das klarzustellen: Ich sehe keinen Grund für einen Selbstmord. Es gibt immer noch andere Lösungen. Aber ich sehe auch keine Notwendigkeit, dass man in eine Psychiatrie muss, sofern man nicht andere gefährdet und was das eigene Wohl angeht, so sollte jeder das Recht haben, für sich selbst frei zu wählen - es sei denn man hat Verantwortung für Angehörige, wie beispielsweise eigene Kinder, denn dann sollten eigene Entscheidungen auch deren Wohl berücksichtigen.

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Also ich würde AUSWANDERN. Ja, ganz recht, weder Psychiatrie noch Selbstmord. Ich würde irgendwohin gehen, wo das Leben noch langsamer verläuft, die Menschen weniger konsumorientiert und oberflächlich sind und wer weiß? Vielleicht lösen sich die Probleme, die du momentan hast, dann sogar sozusagen in Luft auf,

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Das kann man nicht pauschal beantworten, wenn man sich nicht selbst in der geschlossenen Psychiatrie befindet.
Es kommt hier immer auf das Krankheitsbild und Vorgeschichte an, ob man bleibt oder sich für den Freitod entscheidet, und sicherlich auch auf den inneren Willen auf Besserung.
Ich persönlich kann diese Frage deshalb nicht aus der Sicht eines Patienten beantworten, würde mich jedoch als gesunder Mensch für das Bleiben entscheiden.

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Deine Informationen über die Psychiatrie stammen aus dem 19. Jahrhundert oder dem Film "Einer flog über das Kuckucksnest ".
Mit einer depressiven Erkrankung kann es nötig sein, dich ein paar Wochen stationär zu behandeln, aber weder wirst du eingesperrt noch mit Medikamenten sediert.
Stattdessen wird mit dir zusammen der Grund für deine Depressionen gesucht und die Krankheit bekämpft. Dazu sind oft auch Medikamente nötig, aber keine, die dich wegschießen oder handlungsunfähig machen.

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Weder noch! Ich würde meine Depression behandeln lassen! Es gibt so gute Medikamente. Selbstmord ist nie eine Lösung und viel zu endgültig. Wenn Du für Dich selbst diesen Gedanken hast, dann geh bitte möglichst umgehend zu jemandem dem Du das anverteauen magst. Lebenslange Psychiatrie gibt es für so etwas nicht, nur lebenslang Hilfe ... oder so lange man es braucht. Pass auf Dich auf!

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Du hast eine falsche Auffassung von der Psychatrie. Man kann dort Niemanden dazu zwingen Medikamente zu nehmen und man bekommt bei "guter Führung" auch Freigang. Ich persönlich würde dennoch lieber sterben, da mir das auf Dauer zu eintönig wird.

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Keiner wird "nur" wegen schweren Depressionen gegen seinen Willen weggesperrt in der Psychiatrie.

Außerdem solltest Du folgende zwei Punkte bedenken, bevor Du etwas tust, was Du nachher nicht mehr rückgängig machen kannst:

1) Umbringen kannst Du Dich hernach immer noch, wenn die Pillen und  Therapien in der Psychiatrie nichts geholfen haben, ein Versuch wärs also wert ...

2) In der Psychiatrie (zumindest bei den Depressiven), triffst Du oftmals   "normalere", vernünftigere und klügere Leute, als die, die da draußen frei in unserer Gesellschaft rumlaufen dürfen, also keine Angst oder Hemmungen ;-)

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Kommentar von djNightgroove
25.02.2016, 13:06

Widerspreche bei Punkt 1, bist du erst mal in einer geschlossenen Psychatrie, wird das Umbringen schwierig, weil du unter ständiger Überwachung bist und wenn du Mist baust, wirst du erstmal fixiert bzw. ruhig gestellt.

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Depressionen sind behandel- und heilbar - Selbstmord nicht!

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