Lebensfinanzierung nach der Ausbildung

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2 Antworten

Der gleichzeitige Bezug von ALG I und ergänzendem Wohngeld ist möglich. Der Bezug von ALG II schließt dagegen einen Anspruch auf Wohngeld aus, weil im ALG II bereits die Kosten der Unterkunft (Warmmiete) enthalten sind, soweit Bedürftigkeit besteht.

Wohngeld ist nur ein Zuschuss zur Miete. Dein Freund muss einerseits bedürftig sein, darf also nicht zu viel Einkommen haben - davon kann man in diesem Fall ausgehen. Andererseits darf er aber auch nicht zu wenig verdienen, denn das Wohngeldgesetz sieht vor, dass man mit Ausnahme des Mietzuschusses sämtliche weiteren Lebenshaltungskosten aus anderen Mitteln tragen können muss. Bei 400 Euro ALG I und einer eigenen Wohnung gehe ich aber eher davon aus, dass diese zweite Bedingung nicht erfüllt wäre.

Deswegen gehe ich auch davon aus, dass dein Freund ergänzend zum ALG I noch ALG II beantragen muss. Übernommen werden die angemessenen Kosten der Unterkunft plus Regelsatz (für Alleinstehende aktuell 374 Euro monatlich) sowie Kranken- und Pflegeversicherung nach dem Beitragssatz der gesetzlichen Kassen (Probleme gäbe es höchstens bei privater Krankenversicherung). Von dem, was das Jobcenter bezahlen würde, werden anrechenbare Einkünfte abgezogen. Dein Freund kann bereits parallel zum Antrag auf ALG I einen Antrag auf ALG II stellen. Im ALG II-Antrag kann er dann ankreuzen, dass er bereits andere Leistungen beantragt hat, für die ihm noch kein Bescheid vorliegt. Die Agentur für Arbeit und das Jobcenter werden sich dann ggf. auch austauschen, was die parallelen Bezüge der beiden Leistungen angeht.

Wenn dein Freund umziehen will, während er Leistungen vom Jobcenter bezieht, muss er das mit seinem Sachbearbeiter klären. Das Jobcenter in Mönchengladbach wird wahrscheinlich wenig dagegen haben, aber das in Düsseldorf müsste auch beteiligt werden, weil es die zukünftigen Leistungen zahlen wird (Zustimmung zur Übernahme der zukünftigen Mietkosten usw.). Ob der Umzug an sich ein Problem wird, kann ich nicht sagen. Aber wenn dein Freund die Kosten für den Umzug vom Jobcenter bezahlt haben will, dann müsste er in der Regel zuerst einen neuen Job in Düsseldorf nachweisen.

Für die Wohnungsgröße gibt es Vorgaben, die sich aber je nach Kommune ein bisschen unterscheiden. Da spielt neben der Quadratmeterzahl auch der ortsübliche Quadratmeterpreis der Mieten eine Rolle. Pauschal kann man nicht sagen, dass z.B. eine 70 m² große Wohnung nicht mehr angemessen wäre, wenn sie nur 250 Euro Warmmiete kosten würde. Im Internet gibt es gute Seiten mit Übersichten zu diesem Thema (z.B. http://www.sozialhilfe24.de/hartz-iv-4-alg-ii-2/angemessene-wohnung.html). Ansonsten könnt ihr einfach beim Jobcenter der jeweiligen Kommune anfragen, wo denn die theoretische Grenze wäre.

Egal, ob dein Freund Wohngeld, ALG I oder ALG II bezieht: Wenn er einen Anspruch auf diese Leistungen hat, muss er sie nicht zurückzahlen. Auch dann nicht, wenn er sie nur für zwei Monate bezieht.

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Wie wäre es sich einfach jetzt schon um einen Arbeitsplatz zu bemühen im erlernten Ausbildungsberuf ?

Oder will der Freund einfach nicht ?

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Kommentar von 19chris91
29.03.2012, 17:20

Ja das steht natürlich über allem. Aber ich bin der Meinung man sollte sich auch schon vorab darum kümmern: Was wäre wenn? Sonst steht man dann da und hat kein Geld und eine Sperrfrist - war jetzt also nicht so die hilfreiche Antwort! Sorry

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