Lebenserfahrung gefragt - vermeintliche Verwirklichung oder Studium nach rational ökonomischen Kriterien wählen?

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3 Antworten

Es ist eigentlich egal, ob du Wiwi oder ein nicht gefragtes Lehramt studierst... wirklich gute Chancen hast du am Ende nur mit super Noten und irgendwelchen tollen Praktika oder Zusatzqualifikationen.

Als Lehrer ist es auch empfehlenswert, gleich 3 Fächer zu studieren, damit du dann mehr Auswahl hast bei den Stellen. Momentan kann man auch wenn man nur zwei Fächer studiert hat relativ einfach ein drittes nachmachen, ich will z.B. jetzt evtl. doch noch Mathe machen, wenn ich dafür wenigstens ne Stelle kriege. Der Aufwand ist dann nicht mit Studium vergleichbar, sondern es ist wesentlich einfacher. Dennoch ärger ich mich, dass ich nicht noch ein Drittfach studiert hab.

Du kannst eigentlich jedes Fach studieren. Ich finde, dass man unbedingt das machen sollte, womit man sich "verwirklichen" kann, denn auch Mathe nützt dir nix, wenn du es grade so mit ner 4 schaffst und es dich täglich ankotzt, was jeder an der Schule sofort merken wird und was dir noch mehr schlechte Beurteilungen einbringt, weil jeder Arbeitgeber erwartet, dass du total viel Spaß an deinem Job hast... auch wenn wir ja fast alle eigentlich nur arbeiten, um davon zu leben...

Das wichtigste ist, dass du etwas machst, was du gerne machst und wo du richtig gut drin bist. Alles andere ist sinnlos. Wenn du dein Referendariat mit 1,5 abschließt, ist es egal, welches Fach du hast, da musst du dich nicht mit Vetretungen rumschlagen. Nur um das zu schaffen musst du halt absolut überzeugt sein, dass du diesen Beruf liebst und auch Bock haben, dich täglich mit dem ganzen Kram zu befassen.

Und das mit der Rückkehr ins Heimatbundesland versteh ich nicht. Dann mach doch das Referendariat im Wunschbundesland, andererseits ist aber ein 2. Staatsexamen ein 2. Staatsexamen und sollte in jedem Bundesland als solches zählen (notfalls vorher konkret informieren!) und das 1. Staatsexamen wird eigentlich immer anerkannt. Probleme gibts da nur mit Quereinstiegen (z.B. Master of Science und du willst plötzlich Mathelehrer werden) oder ausländischen Abschlüssen evtl.

Je nach Stellensituation ist das Schulsystem ganz schön durchlässig. Ich hab z.B. Gym studiert, bin nach dem Ref jetzt für Gym und Gesamtschule qualifiziert und arbeiten tu ich grad an einer Grundschule, wo ich auch nach ca. einem Jahr mit relativ wenig Aufwand verbeamtet werden kann (was ich nicht will, weil ich jetzt schon höher qualifiziert bin und mich der Job dauerhaft total unterfordert...), weil die totalen Mangel haben. Und wenn man in meinem Bundesland grad nochmal eine Art Ref macht, kann man auch als Sonderschullehrer verbeamtet werden, obwohl man was anderes studiert hat. Oder halt dieses Mathe-Ding, manche Stellen mit Mathe, Physik, Info etc. sind für Leute mit allen möglichen Fächern offen und die werden dann halt nachqualifiziert und sobald das abgeschlossen ist verbeamtet.

Das Lehrergehalt find ich übrigens gut, das steigt ja auch mit der Zeit.

Achso, und du hast ja wohl den coolsten Benutzernamen aller Zeiten. :D

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Ich finde, 100%ige Sicherheit hast du nie. Man kann nur tendenziell sagen wo es besser oder schlechter aussehen könnte. Ich hatte es so gehalten: Ich habe eine handfeste Berufsausbildung gemacht wo ich weiß, dass ich wieder zurückgehen könnte wenn ich wollte und habe danach ein Studium begonnen, das meinen Interessen entspricht, bekam auch nicht wenige Klischees um die Ohren geworfen und konnte heute, in meiner jetzigen Arbeitsstelle beide Berufe (artverwandt) miteinander verknüpfen. Mit Sicherheit spielen immer mehrere Faktoren zusammen: Ein klares Ziel (überlegtes Vorgehen), Ehrgeiz, Glück und was man abseits der Ausbildung noch an Fähigkeiten und Fertigkeiten mitbringt.

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Wenn du dafür gemacht bist, Lehrer zu sein, werd bitte Lehrer.

Allzu viele ergreifen diesen Beruf, weil sie zu schlecht sind, um in der freien Wirtschaft zu bestehen oder weil sie sich ein sicheres Leben als Beamter erhoffen. Es endet dann damit, dass sie Kinder quälen, weil sie den Beruf eigentlich hassen.

Lehrer ist doch immer noch einer der sichersten Berufe, insofern man überhaupt von Sicherheit reden kann. Bist du einmal drin, fliegst du nie wieder raus.

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