Lebendig fühlen wenn man dem Tode nahe ist?

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Warum soll es das nicht geben, es ist dies dann wohl so was wie ein letztes Aufflackern, was mit der Mobiliserung aller noch vorahndenen Kräfte einhergeht. So was kommt garnicht mal so selten vor.

danke für den Stern

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Auf der biologischen Ebene liegt das unter anderem an der Ausschüttung verschiedener Hormone, unter anderem an Glückshormonen. Das sorgt dafür, dass man solche extremen Momente öfter erleben möchte, bei manchen entsteht eine regelrechte Sucht nach riskanten Aktionen, siehe Jackass. Wenn sie keine riskanten Aktionen ausführen, können Entzugserscheinungen wie Depressionen auftreten.

Ich möchte hier gerne mein Lieblingszitat aus dem Film Troja anbringen. Achilles sagt dort zu seiner Gefangenen: "Die Götter beneiden uns. Sie beneiden uns, weil wir sterblich sind, weil jeder Augenblick unser letzter sein könnte. Alles ist so viel schöner, weil wir irgendwann sterben. Nie wirst du zauberhafter sein als in diesem Moment, nie wieder werden wir hier sein."

In gefählichen Situationen und Nahtodmomenten werden wir uns bewusst, wie wertvoll das Leben ist. Stell dir vor du würdest niemals sterben. Alles was du jemals erreichst, wäre nichts mehr wert, denn jeder könnte es in unbegrenzter Zeit erreichen. Du kannst Momente und Eindrücke nicht beliebig oft wiederholen, denn unsere Zeit ist begrenzt. Nur deswegen empfinden wir diese Momente als schön und wertvoll. Nah am Tod zu sein vergegenwärtigt uns den Wert des Lebens. Es macht Spaß sein Leben bis an die Grenzen auszureizen, denn wie Achilles sagte, "Nie wirst du zauberhafter sein als in diesem Moment".





oder sehr riskante Aktionen vollführen

Das mit der Risikobereitschaft habe ich noch nicht gehört. Bekannt ist aber, dass man dem Tode zumeist recht nahe ist, wenn man zu große Risiken eingeht ;-)
 


gibt es sowas wirklich? Und wenn ja wie nennt sich sowas?

Ja, das gibt es wirklich. Man nennt es "Terminale Luzidität".

So schildert beispielsweise der Biologe Michael Nahm einen Fall von terminaler Luzidität bei schwerer Demenz. «Eine ältere Frau litt seit 15 Jahren an Alzheimer, ihre Tochter hat sich um sie gekümmert. Über Jahre hinweg war die Frau teilnahmslos und zeigte keine Anzeichen dafür, ihre Tochter oder sonst jemanden zu erkennen. Ein paar Minuten bevor sie starb, begann sie jedoch eine normale Unterhaltung mit der Tochter. Eine Erfahrung, auf welche die Tochter nicht vorbereitet war und die sie in höchster Verwirrung zurückliess.»    

Quelle: 
http://www.beobachter.ch/gesellschaft/artikel/forschung_es-geht-auch-fast-ohne-hirn/   

Es liegen dazu viele weitere eindrucksvolle Berichte von Ärzten und Pflegepersonal vor, speziell von denen, die in der Sterbebegleitung bzw. Palliativpflege tätig sind.   

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