Leben ohne Freunde und Familie (Erfahrungen)?

6 Antworten

Ich habe nach und nach alle Kontakte zu Familie oder Freunden abgebrochen. Ich bin mir sehr wichtig und möchte meine Zeit nicht mit halbherziger Gesellschaft vergeuden. Manchmal ist mein Leben traurig, ich fühle mich einsam... aber die meiste Zeit ist mein Leben wunderschön. Ich bin ein offener Mensch, extrovertiert und kann gut mit Menschen umgehen. Man denkt über mich, dass ich genau das Gegenteil bin... mit vielen Freunden... aber mich langweilen die meisten nur. Und ich bin in diesem Punkt nicht kompromissbereit, d.h. ich bin lieber alleine, ohne Verpflichtung, ohne sinnlose Bespaßung, mache alles, was ich will und wann ich will, muss mich um niemanden kümmern, und bin niemanden etwas schuldig. Freunde würde ich schnell finden, aber ich mag nicht. Meine Lebensform ist selbstgewählt!

Ich bin der Auffassung, dass nur die wenigsten Menschen ohne einen Gegenüber leben können.

Das rührt daher, da sich Menschen spiegeln, s. das Phänomen der Übertragung, die nicht zuletzt der Grund dafür ist, warum wir glücklich sind, wenn wir es denn sind.

Das Prinzip der Übertragung greift jedoch auch bei negativen Emotionen. Bedeutet ganz lapidar gesagt, dass wenn ein Mensch von durchweg launischen Menschen umgeben ist, dieses Gefühl unmittelbar auf ihn übertragen werden kann.

Deshalb muss der Mensch abwägen können; der Großteil der Menschen „nährt“ sich von dem Glück anderer, wird also selber glücklich, der restliche Teil jedoch ist der Meinung, andere Menschen entziehen Kräfte und haben einen negativen Einfluss.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Studium der Psychologie

zu viel Psychologie, finde ich. An sich hat man doch immer ein Gegenüber. Wenn man auf Arbeit ist, einkaufen geht, rausgeht. Allein, also so richtig allein, ist man im Grunde nie - außer man lebt mitten in der Pampa.

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@chilly10

Das ist völlig richtig - es liegt nur im Ermessen eines jeden selbst, was er wie macht und von welchen Menschen er umgeben ist.

Im Jahre 2020 kann man sich recht gut alleine „durchbeißen“. Auf jemand anderes ist man da schlicht nicht angewiesen.

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@CHARLESBUK

Und vielleicht auch wie er die Menschen um sich herum schätzt - ob er sie als solche wahrnimmt bzw. welchen Grad an Beziehung er braucht, um sie wahrzunehmen, so dass man sich nicht allein fühlt.

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Ja, ich lebe seit vielen Jahren so. Genau genommen hab ich meine Familie vor über 10 Jahren hinter mir gelassen (mit 40 Jahren).

Es war am Anfang gar nicht leicht und ich hätte es wohl ohne die Hilfe und Begleitung meines Mannes nicht geschafft, so konsequent alles abzublocken.

Aber nach einer schwierigen Anfangszeit geht es mir jetzt schon viele Jahre besser, insofern, dass ich mich viel freier fühle so zu sein wie ich wirklich bin.

Ich brauche nicht mehr auf Manipulationsversuche einzugehen und verantworte alles was ich tue oder lasse selbst.

Ich denke, dass man meinen Fall nicht so ohne Weiteres auf andere übertragen kann, weil ich eine relativ extreme Persönlichkeit bin.

Aber ich habe auch schon von anderen Menschen gehört, dass es ihnen viel besser ging, nachdem sie den Kontakt zu ihren Eltern abgebrochen hatten: Zitat "alles besser ohne Eltern".

Ich denke, es kommt immer auf den Einzelfall an. Ich persönlich bereue den Schritt nie und stehe 100%ig zu meiner Entscheidung.

Wenn du noch genaueres wissen willst, sprich mich gerne an.

Alles Gute für dich!

Inwiefern sind extreme Persönlichkeit und Manipulation durch Eltern gemeint?

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@chilly10

Extreme Persönlichkeit: ich hab mich schon von Klein auf von meinen Eltern distanziert gefühlt und ich fühle mich nicht im menschlichen Bewusstsein zuhause, sondern eher im Göttlichen. Schwer zu beschreiben.

Manipulation: meine Eltern wollten aus mir eine Person nach ihren Vorstellungen machen. Immer wenn ich anders war, haben sie mich indirekt oder auch direkt so versucht zu manipulieren, dass ich wieder ihrem Bild entspreche. Das versuchen sie heute noch, aber ich gehe nicht darauf ein.

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@Divanikima

aber wenn man sich distanziert fühlt von jemanden, heißt das doch nicht gleich, dass man ins Extreme neigt. Ich hab mich als Kind auch nicht mit jedem aus der Familie verstanden, aber dafür richtig gut mit anderen aus der Familie. Manchmal kommt es vielleicht drauf an - wie Du schon sagst - ob die einem etwas überstülpen wollen oder wie die Erwachsenen drauf sind. Als Kind merkt man das sicherlich auch. In meinem Umfeld bzw. früher in der Nachbarschaft gab es sogar Leute, die noch an Hexen und so was glaubten und Leute als solche beschimpften. Oder von irgendwelchen Geisterquatsch laberten usw. Denen hab ich schon als Racker den Piep gezeigt :D An sich völlig normal. Und bei so was sollte man dann auch schon differenzieren.

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@chilly10

Nun ja, ich bin jedenfalls eine extreme Persönlichkeit, sonst hätte ich nicht so radikal handeln können und mich von Familie/Verwandtschaft/Freunden/Partner/Kindern/Haus/Heimat etc. trennen können. Normal ist das ganz bestimmt nicht...

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@Divanikima

es kommt auf die Umstände an, um das einschätzen zu können. Wenn Du z. B. bedroht wirst oder ausgenommen wirst, dann fällt es sicherlich leichter als wenn man nur irgendwelche kleinen Konflikte hat. Ich weiß ja nicht, wie das bei Dir war?
Würdest Du bei Misshandlern bleiben und mit denen weiterleben, so als wäre nix gewesen, oder Dich bemühen Ihnen zu vergeben oder mit ihnen dennoch klarzukommen, dann wäre das nicht nur extrem, sondern schon ein bisschen krank, so Richtung Selbstverletzung. Daher differenzieren.

Was genau verstehst Du eigentlich unter sich im Göttlichen Bewusstsein zu Hause fühlen?

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@chilly10

Menschen leben allgemein im Bewusstsein der Unvollkommenheit. Das ist destruktiv. Man kann es auch das Bewusstsein des Hochmuts nennen. Ich habe mich von diesem menschlichen Bewusstsein getrennt und lebe jetzt im Bewusstsein der Vollkommenheit. Ich hatte schon als kleines Kind einen Zugang dazu. Jetzt konnte ich mich nach vielen Jahren endlich ganz diesem Bewusstsein zuwenden.

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@Divanikima

Und Du kommst mit diesem Hochmut klar? Was, wenn Dir mal ein Fehler unterläuft? Wie gehst Du damit um? Ich meine, jeder macht doch mal so was und das muss dann doch ziemlich bescheiden sein... Ich könnte mir das nicht vorstellen diesem Prinzip zu folgen.

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@chilly10

Ich folge keinem Prinzip, sondern ich lebe so wie es ganz natürlich aus mir selbst entsteht...Wenn ich mal einen Fehler mache, dann ärgere ich mich kurz und gehe dann zur Tagesordnung über.

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Wie sieht es mit Freunden aus? Auch alles Gute für dich

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@Destination175

Freunde sucht man sich -anders als Familie- ja selber aus. Das ist ein ganz anderes Thema. Ich habe heute meine Wahlfamilie, meinen INDI ORDEN, in dem ich mich zuhause und geborgen fühle. Freunde habe ich derzeit nicht, aber das liegt wiederum an meinen sehr hohen Ansprüchen.

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Also man kommt finanzielle sehr gut klar. Man hat keine Verpflichtungen gegenüber anderen Menschen und kann sich auf sich konzentrieren. Wenn du aber ein Mensch bist der nicht alleine sein kann, kann es passieren das du in eine Depression fällst voll Einsamkeit und Trauer.

Lebst Du so? An sich sollte das ja auch nicht unmöglich sein, denn letztlich würdest Du ja auch so eine eigene Wohnung usw. haben müssen. Von daher denke ich, dass es an sich keinerlei Problematik darstellt.

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