Leben Mormonen speziell?

7 Antworten

Leben Mormonen speziell?

Es kommt zum Teil sehr darauf an, welche Mormonen Du meinst. Es gibt da die Mitglieder der Hauptkirche der Mormonen, also der "Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage" und weitere, wie man beispielsweise unter dem Link https://de.wikipedia.org/wiki/Mormonentum#Heutige_Aufteilung nachlesen kann. Sie spalteten sich nicht ohne Grund voneinander ab, denn es gab in der Geschichte seit 1830 verschiedene vor allem Wertedifferenzen.

Anders als normale Christen. ?!

Was ist schon normal? Christ zu sein bedeutet nicht, einfach nur sonntags in die Kirche zu gehen, ein paar auswendig gelernte Gebete aufzusagen und eigentlich gar nicht daran zu glauben, dass Gott auch antworten oder helfen könnte. Es bedeutet vielmehr, auch entsprechend nach den Werten aktiv zu leben, die Jesus der Klarheit der Bibel nach seinen Jüngern mitteilte, zu Gott so zu beten, dass man den himmlischen Vater um Dinge bitten kann, die mit den Werten Jesu vereinbar sind und ihm ebenso danken kann. Obwohl der himmlische Vater auch das Verborgene sieht und daher unsere Gedanken und Wünsche kennt, hat es mit dem Bitten und Danken im Gebet mehr mit der Anerkennung zu tun, nicht auf die Gott angewiesen ist, sondern auf die wir Gott gegenüber angewiesen sind. dann werden wir bereit sein, Inspirationen von Gott durch den Heiligen Geist zu empfangen und wir können dadurch erkennen, wie wir in Nächstenliebe anderen besser beistehen können. Das macht einen Mormonen und einen Christen aus, wie Jesus es entsprechend der Klarheit der Bibel seinen Jüngern anempfohlen hat.

Wie es auch im 1. Korintherbrief Kapitel 15 steht, gibt es bei den Mormonen, wie hier schon geschrieben steht "Taufen für die Toten". Dieser Brauch ist also keineswegs unbiblisch sondern im Gegenteil ist die Kindstaufe und insbesondere die Kleinkindtaufe unbiblisch. Alle stellvertretenden Taufen, die in den Tempeln der Mormonen durchgeführt werden, sind nicht zwingend für die betreffenden Personen, sondern man sollte diese eher als einen jeweiligen Schlüssel ansehen.

Vor der jeweiligen Handlung hat die betreffende Person, für welche eine andere Person, die idealerweise mit der betreffenden Person direkt verwandt ist oder von einer direkt verwandten Person ein entsprechendes Einverständnis hat, keine Möglichkeit einer besonderen Verheißung in Bezug auf ein Leben nach dem Tod - auf die Auferstehung spätestens vor dem Weltgericht hat sie durchaus eine Verheißung wie jedes der Wesen Gottes, aber das kann es dann auch schon gewesen sein. Wenn man die Verheißungen als Aussichten hinter zunächst verschlossenen Türen sieht, schließt jede stellvertretende Heilige Handlung eine Tür auf, und im Leben nach dem Tod hat die betreffende Person bis in alle Ewigkeit von dem Moment an, wo die jeweilige stellvertretende Handlung durchgeführt wurde, die Möglichkeit, die jeweilige Tür zu durchschreiten, oder es bleiben zu lassen. Ohne diese stellvertretenden Handlungen würde jedoch nie die Möglichkeit bestehen, die Verheißungen, die damit verbunden sind, erfahren zu können. Die gleichen Möglichkeiten stehen auch den aktiven Mitgliedern selbst im Tempel durch entsprechende Handlungen zur Verfügung, sofern sie entsprechend würdig sind und bleiben. In Folge ihrer Würdigkeit können sie damit verbundene Bündnisse im Tempel schließen, doch ob deren Verheißungen auch wirklich auf sie im ewigen Dasein warten, hängt davon ab, ob sie auch entsprechend würdig bleiben.

Da mir das, was im Tempel geschieht, jedoch heilig ist, werde ich in Bezug auf das, was im Tempel geschieht, keine näheren Details nennen. Man kann aber gern selbst danach googeln und es gibt auch immer wieder zwischen Zeiten der Fertigstellung oder Renovierung eines Tempels und seiner (Wieder-)Weihung so genannte Tage der offenen Tür, während welcher auch Außenstehende den jeweiligen Tempel besuchen auch von innen anschauen und seine Bedeutung kennenlernen können.

Mormonen leben in dem Sinne speziell, dass sie, soweit ich das in meinen bisher 12 Jahren als Mormone herausfinden konnte, in einer Gemeinde und größeren Organisation wie eine große liebevolle Familie sind, einander unterstützen, stärken, Hoffnung und Beistand geben, so wie es in einer perfekten Familie sein sollte.

Sie pflegen christliche Traditionen, feiern entsprechende Feiertage in der Gemeinde, verzichten auf Alkohol, Tabak und andere Drogen, verschiedene weitere ungesunde Getränke, etwa Kaffee, schwarzen, grünen und weißen Tee und sind in der eigenen Familie sehr darauf bedacht, ebenso wie in der Gemeinde, liebevoll (nicht in sexueller Hinsicht gemeint) füreinander da zu sein. Entgegen Gerüchten gibt es in dieser Kirche seit mindestens Oktober 1890, also seit etwa 60,5 Jahren seit ihrer Wiederherstellung keine Polygamie mehr, aber es soll wohl Abspaltungen geben, unter denen anscheinend auch einzelne in polygamen Beziehungen leben - zumindest gibt es dahingehende Dokuvideos.

Wenn das alles speziell sein soll, nun dann sind Mormonen eben speziell. In Bezug auf die "Kirche Jesu Christi - Der Heiligen der Letzten Tage" wüsste ich aber nicht, dass dieses Speziellsein etwas schlechtes wäre.

Wenn einen normalen Christen zum großen Teil ausmacht, bestenfalls regelmäßig eine Kirche zu besuchen, einstudierte Gebete zu sprechen, vielleicht noch hin und wieder am Abendmahl teilzunehmen oder auch mal zu beichten, dann würde ich sagen, dass ich froh bin, in der Hinsicht als Mormone speziell zu sein und wirklich nach dem zu leben, was Jesus der Klarheit der Bibel nach seinen Jüngern als zu leben nahegelegt hat oder haben soll.

Die Mormonen sind meiner Erfahrung nach fleissige, offene und ehrliche Menschen mit viel Familiensinn. Und sie sind genügsam — müssen nicht jede neueste Technik haben.

Sie trennen nicht wie die Großkirchen in Geistliche und Laien. Verantwortliche Aufgaben in der Kirche werden ehrenamtlich erledigt. Sie geben den Zehnten von ihrem Einkommen. Missionare werden aus privaten Mitteln finanziert. Das sind junge Menschen, die ihren Missionardienst für zwei Jahre durchführen. Ihr Ziel ist es, Menschen zur Taufe zu führen.

Sie glauben an die Bibel — aber das Buch Mormon ist für sie die aktuellere Instanz.

Mormonen glauben, dass sie vor ihrer irdischen Existen Geister waren — vom himmlischen Gott und seiner Frau gezeugt. Da die irdische Existenz nur vorübergehend ist und sie danach in den Himmel zurückkehren, lassen sich viele Ehepaare speziell trauen, sodass ihre Ehe auch im Himmel weiterbesteht, wo sie weitere Kinder zeugen können.

Da sie ihr irdisches Dasein als Prüfung verstehen, bemühen sie sich besonders, ein moralisch einwandfreies Leben zu führen, um den Weg zurück in den Himmel zu schaffen. Dort im Himmel sind sie dann selbst Götter — ein Hinweis darauf, dass sie an viele Götter glauben.

Die Polygamie wird zwar nicht mehr offen betrieben, aber Mormonen sind bemüht, möglichst viele Kinder zu haben, weil die Geister im Himmel diese menschlichen Körper benötigen, um als Mensch auf die Erde kommen zu können.

Deswegen sind sie auch auf das Buch MORMON angewiesen, weil die Bibel ihre Glaubensinhalte nicht stützt. Sie arbeiten auf die eigene Erhöhung im Himmel hin, wohingegen Christen ermuntert werden, ihren Gott JHWH zu „erhöhen“, indem sie ihn bekannt machen.

Lieben Gruss ...

37

Deinen ersten Satz kann ich leider nur teilweise teilen. Eine Bekannte, zu der wir einen guten Kontakt hatten, lernte einen Mormonen kennen und nahm dessen Glauben an. Von da an brach der Kontakt zu uns praktisch völlig zusammen. Ihren Eltern, die sie wegen dem Uebertritt nicht verurteilten, ging es nicht viel besser. Ein Treffen mit ihr war über Monate nur mit einem Begleiter der Mormonen möglich.

1
32

Ein Zeuge Jehovas schreibt über Mormonen und meint, Ahnung zu haben. So so.

Ein interessanter mix aus Wahrheit und Dichtung. Es spiegelt sich dein eigener glaube wieder denn zeugen Jehovas

haben eine eigene umgeschriebene Bibel weil die richtige Bibel deren Lehren nicht stützt

sie arbeiten für Ihre eigene Rettung denn sie glauben nicht das Jesus Opfer für alle ist.

sie glauben an mehrere götter denn sie behaupten Jesus sei ein Gott so wie satan ein Gott sei

und sie Glauben eher dem Wachtturm als der Bibel...

2
15

Sehr gut geschrieben. Da Mormonen auch an eine Weiterentwicklung nach dem Tod im nächsten Leben glauben wird die Heiligung irgendwann perfekt werden.

Die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage ist keine biblische Kirche in dem Sinn, dass sie sich ausschliesslich auf die Bibel bezieht. Sie ist aber auch eine biblische Kirche, da sie auch an die göttliche Inspiration durch die Bibel glaubt und diese als Heilige Schrift anerkannt.

Der wichtigste Unterschied zu traditionellen Kirchen ist die fortlaufende Offenbarung. Noch immer steht ein lebender Prophet an der Spitze der Kirche was Mormonen als grosses Vorrecht in dieser schwierigen Zeit anschauen.

Jetzt zum Vergleich: Wenn Paulus dem Timotheus in der Bibel empfiehlt, dass er ein bisschen Wein zur Besserung seiner Gesundheit trinken soll (siehe 1. Tim 5:23) und Gott aber später unserem Propheten eine Offenbarung zur völligen Abstinenz gegeben hat halten wir uns natürlich an die Offenbarung des Propheten in heutiger Zeit. Meiner Meinung nach widerspricht das aber nicht der Bibel.

2

Völlig daneben finde ich die Totentaufe. Selbst Adolf Hitler, Stalin, Mao und Idi Amin wurden zu Mormonen.

https://www.mormonen-wissen.de/Adolf-Hitler-wird-Mormone.htm

Wird man neu Mormone, aber der Rest der Familie nicht, dann scheint man dem Neumitglied nicht zu trauen. Ein Beispiel siehe mein Kommentar.

Seltsame Lebensformen und Hintergründe findest Du unter diesem Link:

https://www.religion.ch/christlich/mormonentum.html

15

Ich als Mormone finde die Taufe für Verstorbene eine der schönsten Lehren des Christentums, und ich kann es auch begründen. Also erstens ist die Taufe für Verstorbene biblisch begründet, siehe 1. Korinther 15:29. Zweitens lehrte auch Christus, dass die Taufe notwendig ist für das Heil. Mormonen glauben wie römische Katholiken an dieses Dogma, in der Reformation wurde es irrtümlicherweise fallen gelassen. Freikirchen sprechen heute von einem Akt des Gehorsams betreffend Taufe, was ich falsch finde.

Mormonen glauben, dass sie ihre Vorfahren ausfindig machen sollen und sich stellvertretend für sie taufen zu lassen, damit diese - sofern sie das im Jenseits möchten - der Kirche anschliessen können. Falls sie das nicht möchten war die Taufe nutzlos und es passiert nichts. Ich finde es sehr schön, dass wir unsere Vorfahren ausfindig machen und etwa 2 Stunden im Tempel an sie denken. Es ist ein tiefes geistiges Erlebnis, sich mit seinen Vorfahren zu beschäftigen.

Mormonen haben eine völlig andere Heilslehre als Protestanten welcher der römisch-katholischen Kirche näher steht als derjenigen der Freikirchen, welcher meiner Meinung nach falsch ist.

Wir als Menschen können unseren Teil hier auf Erden machen und das ist nach Ansicht der Mormonen die Taufe für die Verstorbenen. Ob der Vorfahre dies annimmt ist offen und ob Gott es annimmt ist ebenfalls offen. ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass Gott Massenmördern wie Adolf Hitler das ewige Leben schenkt aber der Entscheid ist selbstverständlich bei ihm.

1
37
@bobby68

Entschuldige, aber ich kann eine Kirche nicht verstehen, die bereit ist die schlimmsten Verbrecher der Menschheit, ohne dass sie ihre Taten echt bereut haben, in ihre Reihen aufzunehmen.

Wie ist der Text gemeint, den Du angesprochen hast. Es geht dabei um die Auferstehung von Jesus Christus. Wenn es seine Auferstehung nicht gegeben hätte, dann wäre die Arbeit seiner Nachfolger sinnlos gewesen, denn es wäre ja nach dem Tod nicht mehr weiter gegangen.

Die Taufe ist nicht heilsentscheidend. Heilsentscheidend ist der bewusste Schritt Jesus Nachzufolgen. Sonst würde auch der Text mit dem schmalen und breiten Weg keinen Sinn ergeben.

0
15

Wer nicht aus Wasser und Geist getauft ist, kann nicht in das Reich Gottes kommen (Joh 3:5).

Die Frage stellt sich noch, mit welcher Autorität der Taufende handelt. Wurde er von Gott dazu bevollmächtigt oder von anderen Menschen ? Hat er selber das Gefühl, er darf das machen und Gott wird es annehmen ? Im Mormonismus hat Gott selbst die Vollmacht zum Taufen erteilt (siehe „Wiederherstellung des Priestertums“ in Google).

Die Taufe im Christentum zur Sündenvergebung steht im Zusammenhang mit der jüdischen Mikwe (gleicher Zweck). Es lohnt sich darüber zu forschen, fromme Juden besuchen die Mikwe noch heute.

1
15

Die Auferstehung ist ein Geschenk von Christus an alle Menschen und hat nichts damit zu tun, wo ein Mensch seine Ewigkeit verbringen wird.

Meiner Meinung nach hatten meine Vorfahren vor 1000, 2000 oder 3000 Jahren nicht die Möglichkeit das Evangelium von Jesus Christus kennen zu lernen und anzunehmen. Gott hat in seiner unendlichen Gnade eine Möglichkeit geschaffen, dass diese Menschen dereinst mit Gott zusammenleben dürfen, selbst wenn sie damals keine Christen waren.

Die pietistische Lehre sagt, dass man ein Gebet zur Sündenvergebung sprechen und sein Leben auf Jesus ausrichten muss um errettet zu werden. Alle anderen Menschen gehen nach dieser Ansicht in die Hölle. Wenn man dann nachfragt, was ist denn mit den Menschen vor dieser Zeit oder im abgeschiedenen Busch erhält man die vielsagende Antwort: Gott wird Menschen, die niemals vom Evangelium gehört haben anders beurteilen. Eine Bibelstelle dazu habe ich noch nie erhalten.

Mormonen haben diesbezüglich bessere Antworten, eine davon ist die stellvertretende Taufe für die Verstorbenen.

1
20

Die Taufe für die Toten befreit die Mormonen von der Pflicht, die Menschen bis zum Erbrechen vor der Hölle zu warnen. Wenn jemand sich nicht zu Gott bekehren will, brauchen wir nicht drängeln.Wir wissen, dass viele es sich anders überlegen werden, wenn sie in der Ewigkeit ankommen. Dazu kommt, dass die Taufe für die Toten eine besondere Wirkung auf alle Nationen hat, wo solche Taufen stattfinden, und das kann man sogar nachweisen, wenn man sich die Mühe macht, das nachzurecherchieren.
In allen Ländern, dessen Tote die Tempelverordnungen erhalten, wovon die Totentaufe nur EINE dieser Verordnungen ist, setzen sich allmählich
Fireden
Freiheit
Demokratie
Fortschritt und
Wohlstand durch.
Schaut euch doch an, wie die Welt war, als es noch nirgendwo HLT-Tempel gab: Wilkürherrschaft, Aberglaube, Terror und bitterste Not waren allgegenwärtig. Aha? Und wo setzten sich zuerst die aufgelisteten Segnungen durch?
In der Schweiz hat sich ein ganzes Volk geschlossen zur HLT-Kirche bekehrt und ist ausgewandert. Als sie dort in Amerika ihre eigenen Tempelverordnungen empfangen hatte, gingen sie zurück in das Land ihrer Ahnen, um dort nach ihnen zu suchen und ihnen die Tempelsegnungen zuteilwerden zu lassen, und die Segnungen für die Schweiz ließen nicht auf sich warten.
Wenn jetzt diese Segnungen wie Friede, Freiheit, Demokartie, Fortschritt und Wohlstand in Gefahr sind, dann darum, weil gewisse Gruppen wider besseren Wissens den Bestrebungen der Mormonen in dieser Hinsicht erbitterten Widerstand leisten.Eine Möglichkeit dazu ist, diese Frage zu stellen.

0

Was möchtest Du wissen?