Leben eines Autors / Schriftstellers?

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5 Antworten

Das ist so individuell, wie die Schriftsteller selber. Manche bringen tatsächlich die Disziplin auf, jeden Vor- und Nachmittag eine bestimmte Stundenzahl am Schreibtisch zu verbringen. Manche berserkern anfallartig, wenn sie eine Idee haben und machen dafür wochenlange Pausen. In Biographien von Schriftstellern ist oft etwas über ihre Arbeitsweise zu lesen.

Da gibt es alles, was du dir vorstellen kannst. Thomas Mann hat sehr diszipliniert zu festen Zeiten geschrieben und wenn der Vater arbeitete, bedeute das für die ganze Familie, sich auf Zehenspitzen bewegen zu müssen um ihn bloß nicht zu stören. Charles Bukwoski hat alle Bücher bis auf das letzte im Suff geschrieben. Thea Dorn hat eine extra Arbeitswohnung zum Schreiben im selben Haus um sich nicht ablenken zu lassen. Nele Neuhaus hat zumindest die ersten Krimis immer zwischendurch mal getippt, wenn sie nicht gerade die Büroarbeit für die Firma ihres Mannes erledigte und so macht das eben jeder, wie es für ihn am besten passt.

Kafka und Brodt fallen mir noch ein. Die haben sich - so meine ich in der Biografie, die Brodt später über seinen Freund schrieb, gelesen zu haben - einen anspruchslosen Halbtagsjob im Büro gesucht, um sich ein bescheidenes Grundeinkommen zu sichern und die andere Hälfte des Tages zum Schreiben genutzt.

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Hallo,

das ist von Schriftsteller zu Schriftsteller anders. Jeder ist - genau wie seine Schreiweiße - auch in seiner Arbeitsweiße einzigartig. Jeder schreibt halt anders. Der eine geht früh's in den Park und schreibt, der andere schreibt Abends.
Man kann also nicht direkt einen festen "Alltag" festlegen, da es wirklich bei jedem anders ist. Das rührt meist daher, dass jeder andere Inspirationsquellen hat die alle anders beeinflussen, bzw. alle anders und zu anderen Zeiten, an anderen Orten, usw. wirken.

Allgemein kann man sagen, dass ein Schriftsteller der wirklich mit Herz und Seele dabei ist immer einen sehr langen Arbeitstag hat. Denn Schreiben besteht nicht nur aus der allgemeinen Schreibarbeit, sondern auch aus Überarbeitung, Besuch von Messen usw. und dann natürlich noch das allgemeine ständige Nachdenken.
Das könnte ich jetzt so aus eigener Erfahrung sagen, aber wie gesagt: Bei jedem anders. Man muss sich schon auf einen gewissen Schriftsteller beziehen, über dessen Arbeitsalltag man "berichten" will. Doch selbst das ist schwer, da das Schreiben auch sehr wechselhaft sein kann.

LG Toni

Viele Autoren haben neben der Schreiberei noch einen ganz normalen Job. Wer aber ein paar Bücher geschrieben hat die sich über lange Zeit gut verkaufen hat wahrscheinlich ausgesorgt... außer er hat sich von seinem Verlag über den Tisch ziehen lassen.

klischees gibt es verschiedenste; eines ist sicher, das des autors/der autorin im "elfenbeinturm" (also zurückgezogen, etwas weltfremd, ....) ein anderes zb das eines lebens geprägt von exzessen (drogen, sexuelle affären, usw).

wenn du mal ein paar biographien gelesen hast wirst du feststellen, dass auch schriftstellerInnen genauso vielfältige biographien haben wie auch andere menschen. manche schreiben sehr disziplinert (haben also wirklich einen "normalen" arbeitstag von morgens bis nachmittags/abends), andere schreiben eher spontan, wieder andere nur in der nacht...

nicht vergessen, das manche auch dazu neigen selbst an einem mythos um sich selbst mitzuwirken ;)

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