Lateinklassenarbeit HILFE (Konjunktiv)

1 Antwort

Hallo :)

Ich schätze mal, dass euer Lehrer den Text selbst erfindet. Du musst lediglich die Vokabeln (und die Vokabeln bis zur Lektion wo ihr seid) beherrschen. Die Bedeutungen der genannten Worte sind:

  • multa nocte - in tiefer Nacht
  • iter, itineris, n. - Weg, Reise, Marsch
  • terrere, terro, terrui - erschrecken
  • debere, debeo, debui - müssen, sollen, schulden
  • silva, silvae, f. - Wald
  • quondam - einst
  • miles, militis, m. - Soldat
  • necare, neco, necavi - töten
  • mutare, muto, mutavi, mutatum - verändern
  • quaerere ex - sich erkundigen nach

Mir würde höchstens ein (evtl. abgewandelter) Text von Caesar in Frage kommen. Schau mal im Internet nach.



Zu den Tempora:

  • Der Konjunktiv Präsens wird mit dem Stamm, dem Bindevokal -e- (a-Konjugation) oder -a- (alle anderen Konjugationen) und der Personalendung gebildet. Beispiele: vocas -> voces; mones -> moneas. Der Konjunktiv Präsens steht beim

    a) Potentialis: Beim Verwenden eines Potentialis wird eine Aussage/ein Geschehen für möglich gehalten. Deliberativus (= dubitativus) der Gegenwart: eine zweifelnde Frage an sich selber (1. Ps. Sg.). Die Übersetzung erfolgt mit "sollen". z.B. Quid faciam? Was soll ich machen? Eine zweifelnde Frage der Vergangenheit wird mit dem Konjunktiv Imperfekt ausgedrückt.

b) Jussiv: eine Aufforderung. Auch hier erfolgt die Übersetzung mit "sollen". z.B. Audiat! Er soll zuhören!

c) Hortativ: eine Aufforderung an die 1. Ps. Pl. Die Übersetzung kann mit "mögen wir" oder "lasst uns" erfolgen. z.B. Legamus! Lasst uns lesen!

d) Optativ der Gegenwart: ein erfüllbarer Wunsch der Gegenwart oder eine Aufforderung. z.B. Utinam veniant! Hoffentlich kommen sie! Ist der Wunsch in der Gegenwart nicht erfüllbar, so steht der Konjunktiv Imperfekt. Bei Wünschen in der Vergangenheit stehen der Konjunktiv Perfekt (erfüllbar) und der Konjunktiv Plusquamperfekt (unerfüllbar).


  • Der Konjunktiv Imperfekt wird sowohl im Aktiv als auch im Passiv mit dem Infinitiv und der Personalendung gebildet: vocas -> vocares. Ein Konjunktiv Imperfekt steht beim

a) Optativ: ein unerfüllbarer Wunsch der Gegenwart. Dieser steht meistens mit utinam ("hoffentlich" oder "wenn doch") und wird mit "würde" übersetzt. z.B. Utinam Catullus non de Lesbia scriberet! Wenn doch Catull nicht über Lesbia schreiben würde! Im Gegensatz zum Optativ des Konjunktiv Präsens drückt der Konjunktiv Imperfekt immer eine Unmöglichkeit aus. Beide Konjunktive agieren jedoch in der Gegenwart. Der Konjunktiv Perfekt drückt einen erfüllbaren Wunsch der Vergangenheit aus, der Konjunktiv Plusquamperfekt einen unerfüllbaren Wunsch der Vergangenheit.

b) Irrealis der Gegenwart: eine Unmöglichkeit, welche an eine Bedingung geknüpft ist. z.B. Solus venires! Du würdest alleine kommen! Solch ein Hauptsatz im Konjunktiv Imperfekt steht in der Regel mit einem angeschlossenen sowie untergeordneten Konditionalsatz (Bedingungssatz) mit si. Auch dann handelt es sich um eine Unmöglichkeit, welche sich in der Gegenwart abspielt. z.B. Petrus non crucifigeretur, si Romae non esset. Petrus würde nicht gekreuzigt werden, wenn er nicht in Rom wäre (oder: sein würde). Der Konjunktiv Plusquamperfekt drückt einen Irrealis der Vergangenheit aus.

c) Deliberativ der Vergangenheit: Im Gegensatz zum Konjunktiv Präsens, welcher eine zweifelnde Frage an sich selbst in der Jetztzeit ausdrückt, agiert der Konjunktiv Imperfekt in der Vergangenheit. Die Übersetzung erfolgt mit "sollen". z.B. Quem viderem? Wen hätte ich sehen sollen?


  • Der Konjunktiv Plusquamperfekt wird im Aktiv mit dem Infinitiv Perfekt + Personalendung und im Passiv mit dem PPP und dem Konjunktiv Imperfekt von esse gebildet: vocas -> vocavisses; vocaris -> vocatus esses. Er steht beim

a) Optativ: ein unerfüllbarer Wunsch der Vergangenheit. Er steht mit utinam ("wenn doch" oder "hoffentlich") und wird mit "hätte" oder "wäre" übersetzt. z.B. Utinam Catullus Lesbiam in matrimonium duxisset! Hätte Catull doch Lesbia geheiratet! Der Konjunktiv Imperfekt würde einen unerfüllbaren Wunsch der Gegenwart ausdrücken. Für erfüllbare Wünsche sind der Konjunktiv Präsens (für die Gegenwart) und der Konjunktiv Perfekt (für die Vergangenheit) zuständig.

b) Irrealis der Vergangenheit: Der berühmteste Irrealis der Vergangenheit sei nun als Beispiel aufgeführt: Si tacuisses, philosophus mansisses! Wenn du geschwiegen hättest, wärest du ein Philosoph geblieben! Wie aus dem Satz erkenntlich, so steht ein Irrealis meist eng an eine Bedingung (Kondition) geknüpft, welche mit si in einem Gliedsatz ausgedrückt wird. Die Unmöglichkeit spielt sich in der Vergangenheit ab. Für die Unmöglichkeit der Gegenwart würde der Konjunktiv Imperfekt stehen.


In Nebensätzen stehen die Konjunktive nach den Regeln der consecutio temporum (http://www.gutefrage.net/tipp/die-consecutio-temporum) .



Ich hoffe ich konnte helfen.

lg ShD

Ja konntest du! Danke:D

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@Tennisfreak1016

okay, freut mich :) bei Unklarheiten frag bitte nach! Wenn du einen Begriff in meinem Text nicht verstehst oder so...

lg ShD

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@DieChemikerin

So weit ich gesehen habe, bist du in Latein gut! Ich hätte da noch eine Frage: Es gibt ja Begehrsätze, die nennen was noch erreicht werden soll. Dann Finalsätze, die eine Absicht nennen und Konsekutivsätze, die eine Folge nennen. Wie kann ich diese auseinander halten?

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@Tennisfreak1016

Ja, bin ich :)

Hm....du redest gerade von ut-Sätzen oder? Du hast da einen kleinen Verdreher drin. Finalsätze nennen eine Folge und Konsekutivsätze eine Absicht bzw. Bedingung. Merken würde ich es mir folgendermaßen:

  • Begehrsätze -> man begehrt etwas, man möchte es also erreichen.
  • Finalsätze -> lat. finis - Grenze, Ziel -> Man "verfolgt" mit der Tat ein Ziel.
  • Konsekutivsätze -> lat. consecutio - Bedingung -> Sie stellen eine Bedingung dar, unter welcher die tat ausgeführt wird.

Was man von den dreien bei einem ut mit Konjunktiv verwenden muss, lässt sich nur aus dem Kontext (Zusammenhang) erschließen.

lg ShD

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Daraufhin meinte sie, es sei falsch, denn Irrealis der Gegenwart werde mit dem deutschen Konjunktiv | übersetzt (Ich sei, Er werde, er lese,...) Ich war total verwirrt, denn Konj. Imperfekt wird ja wie im folgenden Beispiel übersetzt: Ich würde glauben, ich wäre verrückt.

Sie meinte aber, das sei Irrealis der Vergangenheit und Konj Plusquamperfekt sei dann Irrealis der Vorvergangenheit.

Ich verstehe jetzt gerade garnichts mehr... Vorher war ich immer davon überzeugt:

Konjunktiv Präsens: Potentialis der Gegenwart (Übersetzung mit "Lasst uns", "Soll", zweifelnde Frage, "hoffentlich") Konjunktiv Imperfekt: Irrealis der Gegenwart (Übersetzung: Würde+Inf. Präsens -> Bsp: Ich würde gehen.) Konjunktiv Plusquamperfekt: Irrealis der Vergangenheit. (Übersetzung: Wäre+Inf Perf -> Bsp: Ich wäre gegangen.)

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