Latein/Deutsch: Der Zweck heiligt die Mittel

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1 Antwort

Der Jesuit Hermann Busenbaum, Busembaum oder Bosenboem (1600-1668), ein Moraltheologe in Münster, schrieb in seinem Handbuch "Medulla theologiae moralis" ("Kern der Moraltheologie" 1645 oder 1650), Lib. IV, Cap. III, Dub. VII, Art. II § 3):

  • "cum finis est licitus etiam media sunt licita"-- "da der Zweck erlaubt ist, sind auch die Mittel erlaubt"

und (Lib. VI,

  • Tract. VI, Cap. II, Dub. II, Art. I § 8):

"cui licitus est finis, etiam licent media"--"Wem der Zweck erlaubt ist, dem sind auch die Mittel erlaubt".

Bald wurde das interpretiert, als seien schlechte Mittel für einen guten Zweck erlaubt, aber

an der 1. Stelle schließt er ausdrücklich verwerfliche Mittel aus, an der 2. Stelle wird Zulässiges zum Erreichen des Zwecks empfohlen

http://aronsson.se/buchmann/0474.html

Das "Cui" ("Wem" ) der 2. Passage wird häufig anstelle des "Cum" der 1. zitiert, s. Google

Da das Latein ja weder bestimmten noch unbestimmten Artikel kennt, sind Übersetzungen mit best. oder unbest. oder ganz ohne Artikel zulässig. Fix ist nur das finis ein Singular und media Plural ist.

Pfui, im letzten Satz fehlt ein Komma und anschließend gibt's einen schweren das-/dass-Fehler!

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