Lateinbasiertes Alphabet ohne i?

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2 Antworten

Das ist eine spannende Frage! Aber Achtung: Viele Sprachen, für die du ein lateinbasiertes Alphabet findest, sind oft nur gesprochene Sprachen also keine Schriftsprachen (besonders bei kleinen indigenen Völkern) und das lateinische Alphabet wird von Linguisten zur annähernden Wiedergabe der jeweiligen Laute der Sprache verwendet...

Du kannst auch oft bestimmte Buchstaben nicht wirklich sinnvoll gleichsetzen, da sie je nach Sprache oft unterschiedliche Laute bezeichnen. Selbst im Deutschen können ein und derselbe Buchstabe unterschiedliche Laute bezeichnen, z.B. c = "ts" oder "k" oder v = "w" oder "f" oder s = stimmhaftes "s" (z.B. in Rose), stimmloses "s" (z.B. in was) oder "sch" (z.B. in Sport).

In vielen Sprachen dient z.B. zur Bezeichnung eines stimmhaften "s" der Buchstabe z (z.B. im Türkischen und im Kroatischen). Ein w ist für viele Sprachen überflüssig, weil v nur als "w" gesprochen wird und ein "f" immer ein f ist. Oder q: Was spräche dagegen statt Quark "Kwark" zu schreiben ? - Richtig: Nichts! - Im Schedischen und Norwegischen findest du z.B. tatsächlich oft anstelle eines "qu" kv - v ist hier konsequent "w" ist.

Das Fehlen eines Buchstaben ist auch relativ zu sehen: In einigen offiziellen Alphabeten finden sich nur die Buchstaben, die zur Wiedergabe von genuinen (d.h. ursprünglich aus der jeweiligen Sprache stammend) Wörtern verwendet werden. Das bedeutet aber nicht, dass in Fremdwörtern auch andere Buchstaben verwendet werden können, weil sie Laute beinhalten, die die Sprache in genuinen Wörtern nicht kennt.

Schließlich: Warum stehen im Deutschen Wörter, die mit ä, ö oder ü anfangen, unter a, o und u ? Die Laute sind definitiv unterschiedlich und andere Sprachen gönnen den Umlauten einen eigenen Platz im Alphabet!

(Ach ja: Die deutsche Konvention kommt daher, dass viele Umlaute auf ein verwandtes a, o oder u zurückzuführen sind. Doch gilt das eben nicht für alle Umlaute.)

Vermutlich ist es sinnvoller, das Lautinventar einzelner Sprachen zu vergleichen und dann in einem nächsten Schritt deren Wiedergabe durch Buchstaben (bzw. Buchstabenkombinationen). Viele vermeintlich fehlende Buchstaben fehlen nicht wirklich, sondern der entsprechende Laut wird anders als im Deutschen durch einen anderen Buchstaben (oder Buchstaben-Kombo) dargestellt.

Ein letzter Hinweis:

Das ursprüngliche lateinische Alphabet hatte nur folgende (Groß)Buchstaben - Kleinbuchstaben wurden erst später erfunden....:

A B C D E F G H I K L M N O P Q R S T V X Y Z

Y und Z wurden nur in griechischen Fremdwörtern verwendet! Vor dem 3.Jh. v.Chr. wurde G mit C wiedergegeben. I konnte für "i" oder "j" stehen, V für "u" oder "w"

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Ja. Aber ich habe eben mal überlegt und dazu sogar eine Tabelle in der englischen Wikipedia gefunden, die anzeigt welche Sprachen welche Buchstaben haben. A und i haben bei 66 Alphabeten nicht gepfehlt. Die 66 sind aber nicht alle. Schön, dass du so eine lange Antwort gegeben hast. Aber die wirkliche Antwort...

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@Ich00011

... auch wenn deine Antwort plötzlich abbricht ... Das sollte wohl ... Also ...

Die "wirkliche" Antwort - ich habe meine durchaus als wirklich empfunden, denn sie ist doch wirklich da ;) - könnte vielleicht diese sein:

"a" und "i" sind als Laute in den meisten Lautinventaren zu finden, "e" und "o" dagegen sind seltener. Vermutlich hast du kein solches Alphabet gefunden, weil "a" und "i" weltweit gesehen sehr häufig sind.

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Jetzt habe ich was gefunden: de.wikipedia.org/wiki/Hixkaryána Hat kein i

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Ich habe die Frage nun so verstanden, dass es um das Phoneminventar einer Sprache gibt. Die Sprache "Ubykh" /tʷaxəbza/
hatte nur 2 Vokale, ein "a" und ein "ə". Dafür sehr viele unterschiedliche Konsonanten.

https://en.wikipedia.org/wiki/Ubykh_language

Sie ist inzwischen ausgestorben. Zu dieser Familie (Westkaukasisch) gehört z.B. die immer noch benutzte Sprache Abchasisch.

Sprachen haben übrigens im Grunde genommen gar keine Buchstaben, manche Schriften (wie unsere) benutzen Buchstaben, andere Schriften (wie die chinesische Schrift) brauchen überhaupt keine Buchstaben (chinesische Zeichen haben keine Lautinformationen). Buchstaben und Phoneme sind oft nicht 1:1 austauschbar, im Deutschen ist "s" in "Sand" ein anderes Phonem als in "das", und "sch" ist ein eigenes Phonem, das mit 3 Buchstaben dargestellt wird usw. In unserem Falle liegt das daran, dass Deutsch mehr (oder auch andere) Phoneme hat als Latein, wir aber das lateinische Alphabet in unserer Schrift nutzen, wenngleich in etwas modifizierter Form (siehe "ä" "ö" "ü").

... genauso habe ich die Frage auch verstanden. Das Beispiel Ubykh hatte ich auch im Kopf, war mir aber nicht sicher, ob es mit lateinischen oder kyrillischen Buchstaben (oder ganz anders...) transkribiert wurde.

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Jetzt habe ich eins gefunden: de.wikipedia.org/wiki/Hixkaryána hat kein i

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