latein weitermachen oder zu französisch wechseln?

4 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Hallo CatCoco,

welche Sprache du wählen solltest, hängt sicher auch davon ab, was du später mal machen möchtest. Wenn du das Abi nur machst, um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu haben oder es Vorraussetzung für eine von dir angestrebte Lehre ist, wäre Französisch vielleicht wirklich die bessere Wahl. (Ich gehe mal davon aus, dass du bei nur einem Jahr Realschulfranzösisch wieder in einen Anfängerkurs gehst.) Auch für viele technisch-naturwissenschaftliche Studienfächer, braucht man nich zwingend Latein.

Wenn du aber ein Studium anstrebst, für das du das Latinum brauchst, solltest du lieber mit Latein weitermachen. Zwar hast du dann nach 3 Jahren auch noch kein Latinum, aber du musst dann an der Uni "nur" noch den letzten Kurs besuchen. Das wird zwar auch noch schwer genug, aber Latein von Anfang an in Uni-Crashkursen zu belegen, ist wirklich sehr schwer. Das solltest du dir nicht antun.

Jetzt ist die Frage, woran es liegt, dass du zu einem so frühen Zeitpunkt in deiner Lateinlaufbahn schon Verständnisprobleme hast. War der Deutschunterricht an deiner alten Schule so schlecht, dass du keine Kasus kennst? Oder kann der Lehrer nicht erklären? Welchen Ruf hat dein Lateinlehrer am Gymnasium? Gibt es in deinem Lateinkurs noch andere Ex-Realschüler oder -Hauptschüler? Wie empfinden sie die Situation? Vielleicht kannst du ja mit einigen Mitschülern eine Lerngruppe bilden.

Falls du den Eindruck hast, dass dein Lehrer ganz nett ist, kannst du ja auch mit ihm mal deine Einstiegsprobleme besprechen.

Wenn du letztlich aus karrieretechnischen Gründen beschließt, mit Latein fortzufahren, solltest du nicht verzweifeln. Ich bin damals von der Hauptschule in die gymnasiale Oberstufe gewechselt, habe mit Latein verspätet angefangen, weil man mich trotz Lateinwahl versehentlich (?) in den Französischkurs geschickt hatte, und durfte dann mit 7 Lektionen Verspätung doch noch zu dieser schönen alten Sprache wechseln. Ich hatte dann Latein sogar als 4.Abifach und lehre (nach zugegeben abgebrochenem Lateinstudium) diese Sprache an einem Nachhilfeinstitut.

Also erlernbar ist diese Sprache schon. Auch wenn man neu am Gymnasium ist. Also fasse Mut!

LG Octopamin

Nun, es heißt, Latein sei der Ursprung aller romanischer Sprachen (also Quasi der europäischen), und es hilft ungemein zum Versändnis und beim Lernen dieser Sprachen.

Es stimmt tatsächlich, z. B. viele der heute noch gebräuchlichen deutschen Wörter haben lateinischen Ursprung und wenn man das lateinische Wort kennt, versteht man auch die Rechtschreibung der deutschen Variante bzw. kann diese herleiten.

Allerdings frage ich mich, ob es den Aufwand wert ist, zunächst eine Sprache zu lernen, die heute kaum mehr jemand auf der Welt spricht, und die nicht gerade zu den einfach zu lernenden zählt (im dritten Jahr bekamen wir ein Buch, das genauso groß war wie das Lehrbuch, in dem aber nur unregelmäßige Verben standen. Jeden Tag eine halbe Seite nebenzu lernen...) , nur um wiederum eine Zweite Sprache, die dann zusätzlich gelernt werden muß, besser zu durchschauen.

Wenn Du Latein nicht wirklich brauchst (weil Du zum Beispiel Archäologie studieren und selbständig alte Originaltexte lesen willst, oder vielleich Theoligie), dann würde ich es an Deiner stelle lassen. Es hätte mir so manches mal im Leben geholfen, französich sprechen zu können. Lateinisch wollte sich noch keiner mit mir unterhalten ;-)

Latein ist die am einfachsten aufgebaute und logischte Sprache, die ich kenne. Ich habe es geliebt, allerdings erst an der Uni, an der Schule weniger.

Es muss einem liegen. Versteif dich aber nicht zu sehr darauf, dass du auf der Realschule mal gut in Französisch warst. Du bist jetzt auf einem Gymnasium, das ist eine andere Hausnummer.

Was möchtest Du wissen?