Latein wahre aussprache

... komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Es ist gar nicht so leicht. Bei einigen Worten gibt es Uneinigkeit.

Um noch mal auf das C zurückzukommen, dass schon andere hier erwähnt haben: Hier bezieht man sich auch auf andere romanische Sprachen, in denen die Aussprache des Cs variiert, je nachdem, ob ein Konsonant bzw. ein dunkler Vokal (a,o,u) oder ein heller Vokal (e,i) folgt. Im französischen wird ein C vor e und i z.B. wie ein deutsches ß ausgesprochen, vor allen anderen Buchstaben aber wie ein K. Im Italienischen wird es vor e und i wie tsch ausgesprochen, ansonsten ebenfalls K. Daher geht man davon aus, dass der Name Cicero nicht Kikero ausgesprochen wird. Dass die Vermutung auf die Aussprache Zizero fiel, mag, wie Volens sagt, vom russischen Wort Zar abgeleitet sein. Das weiß ich aber nicht.

Weiters interessant ist das Skandieren. Ich weiß nicht, ob ihr das in der Schule schon hattet, aber es bedeutet die Analyse von Versen, wie sie z.B. in der Aeneis von Vergil gebraucht werden. Diese Verse folgen einem bestimmten Muster von betonten und unbetonten Silben, z.B. ARma viRUMque caNO, troIAE qui PRImus ab Oris. Alle großgeschriebenen Silben werden dabei betont, die anderen sind unbetont. Wie man hiervon Rückschlüsse auf die Aussprache zieht? Nun, in solchen Versen werden tw. Buchstaben weggestrichen. Wenn zwei Vokale von einem Wort auf das nächste aufeinanderfolgen, z.B. ante operam, dann wird der erste der beiden Vokale beim Aussprechen weggelassen und die Wörter zusammengezogen- antoperam. Ausnahme ist, wenn das mit dem Vokal beginnende Wort ein et ist, dann wird das e von et weggelassen, z.B. wird aus rana et bos ranat bos. Das gilt auch, wenn ein Wort mit einem h beginnt, z.B. wird aus puella habet puellabet. Und noch interessant: Hört ein Wort mit um auf (z.B. multum) und das nächste fängt mit einem Vokal an, so wird die Endsilbe ebenfalls weggestrichen... z.B. wird aus multum in parvo multimparvo. Warum ich das schreibe? Dieses Zusammenziehen in den Versen könnte ein Hinweis darauf sein, dass Latein viel mit der französischen Sprache gemein hatte, in der Vokale am Ende oft nur angehaucht oder gar nicht betont werden, in der das h nicht gesprochen wird und in der es nasalierte Laute gibt (um klingt ein bisschen wie das Wort homme)... was bedeuten würde, dass es völlig falsch wäre, die lateinische Sprache so zu sprechen, wie wir sie lesen. Diese These ist aber gar nicht bewiesen. Es wird also viel spekuliert und mit Sicherheit können wir nicht sagen, wie Latein ausgesprochen wurde.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Die lateinische Aussprache festzustellen, basiert auf viel Kleinarbeit mit parallelen Beispielen in noch existierenden Sprachen.

Ein gutes Beispiel ist Caesar. Da das Wort als Kaiser schon früh in die germanischen Dialekte eingezogen ist, kann man daraus schließen, dass man zu der Zeit c als k gesprochen hat.

Dasselbe Wort zog sehr viel später ins Russische als Zar ein, ein Zeichen dafür, dass das lateinische c dann (zumindest vor e und i) wie z ausgesprochen wurde.

So kann man zahlreiche Herleitungen bilden.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

zusätzlich zu "Volens" Erklärung der Aussprache des "C" als "K" am Beispiel von Caesar-->

Anmerkung meinerseits: in Germanien lebten überwiegend "gelehrte" Römer (Beamte), die das "C" so aussprachen, während im römischen Staatsgebiet das "gemeine Volk", der Plebs, auch durchaus das "C" anders aussprach, so wie wir es z.B. beim Namen Cicero kennen = Zizero.

Außerdem weiß man einiges über die Aussprache durch die römische Literatur selbst - Catull und andere Autoren haben darüber geschrieben. Aber auch die Griechen, die des Lateinischen mächtig waren, haben Werke antiker römischer Dichter oder Teile daraus in ihre Sprache übernommen, d.h. Eigennamen (Beispiel: Caesar, Cicero) oder Textstellen wurden so, wie sie im Lateinischen ausgesprochen wurden, mit griechischen Buchstaben wiedergegeben.

Aber selbst das Griechisch der damaligen Zeit (Altgriechisch) hat mit dem Griechischen, so wie es heute gesprochen wird (dem Neugriechischen), nicht mehr viel zu tun.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Latein ist nicht tot, es lebt weiter in ihre Tochtersprachen. Und wir haben auch Zeuge, wie Griechisch und auch Deutsch ist ein Zeuge. Zum Beispiel das Wort Kaiser stammt aus Latein.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von Amfilochia
01.07.2013, 13:39

Ja wir haben Schriftzeugnisse. Aber die Römer haben uns ja schlecht Tonbänder hinterlassen oder schriften auf denen Schritt für Schritt erklärt wird wie genau man ausspricht. Kleines Beispiel: Wie würden wir im Englischen wissen wie "raise" oder "pupil" ausgesprochen wird wenn wir keine Muttersprachler oder Lautschrift hätten? Raise hätte genauso gut "reise" ausgesprochen werden können. Versteht ihr was ich meine? :D

2

Was möchtest Du wissen?