Latein-Experten-Bitte Antworten?

1 Antwort

Man könnte sagen:
das Gerundium ist die substantivische nd-Form,
das Gerundivum ist die adjektivische nd-Form.

Man kann durchaus bei "liber legendus" und "ein zu lesendes Buch" von einem deutschen Gerundivum (Gerundiv) sprechen (auch wenn diese Nutzung im Deutschen ziemlich unüblich ist).

Bei "ars legendi" und "die Kunst des Lesens" kann man sicher von einem deutschen Verbalsubstantiv sprechen (das Lesen, des Lesens usw.). Allerdings ist dies ja keine nd-Form (die Bildung ist anders).

Ein "richtiges" deutschen Gerundium mit -nd gab es schon auch, allerdings ist der Gebrauch um 1500 ausgestorben (abgesehen von manchen Dialekten). Formal gesehen wäre  dies statt "etwas zu essen" > "etwas zu essend". (siehe z.B. die schweizerdeutschen Beispiele hier:  https://de.wikipedia.org/wiki/Gerundium#Deutsch).

Heute nutzen wir an der Stelle den Infinitiv, nicht das alt-/mittelhochdeutsche Gerundium.

Okay,danke.

Also ist dann“Verbalsubstantiv“nicht so wie ein“Infinitiv „ , sondern ein Verb, das substantiviert wird ?

Bei dem Begriff“Verbalsubstantiv“bin ich mir nämlich nicht sicher?

Ich habe nämlich gelesen, es ist sowie ein Infinitiv???

Bitte beantworten 🥺

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@Lumina131

Also im Deutschen ist "das Lesen" (mit Großschreibung) ein Verbalsubstantiv. Der Form nach (abgesehen vom Artikel) entspricht es aber dem Infinitiv "lesen". Wir können aber auch Genitiv, Dativ und Akkusativ davon bilden: des Lesens, dem Lesen usw.

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@OlliBjoern

Danke.Kann ich noch eine Frage stellen:1)Also die Übersetzung eines Adjektiv (-wert,-lich) oder eines passiven Relativsatzes gilt doch nur für den NOMINATIV, oder ?

—>2)und wenn man so ein attributives Gerundivum als ein Adjektiv übersetzt, kann man ja nicht mit zu+Partizip 1 übersetzen, denn dies ist ja wörtlich.Aber wenn man nur mit-wert,-lich übersetzen kann, wie wäre es mit den Verben—>tragen,bauen?

Bitte noch 1+2 beantworten.Das wäre so super nett.🥺🤩Bitte.Du/Sie kennst/kennen sich echt gut aus!!!

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@Lumina131

Also ich denke, dass man das auch unabhängig vom Kasus mit -wert (lesenswert) übersetzen könnte. Im Deutschen hat man da oft mehr als eine Möglichkeit.

Hast du zu 2) einen Beispielsatz (mit tragen oder bauen)?

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@OlliBjoern

Also kann man die Adjektiv/passiver Relativsatz Übersetzung nur am Nominativ anwenden ?

—>ich meinte, wie man von tragen, bauen =Adjektive machen kann(mit-wert,-lich )

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@Lumina131

Ich denke, dass man das auch bei anderen Kasus (nicht nur Nominativ) das so übersetzen kann (bei "lesenswert"). Das geht im Deutschen aber nicht immer analog. Manchmal kann man auch mit "zu + Infinitiv" übersetzen, z.B. 

illud non est ferendum = das ist nicht zu ertragen

oder

illud est construendum = das sollte erbaut werden (das ist zu erbauen)

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@Lumina131

Tibi librum legendum dedi.

Ich habe dir das Buch zum Lesen geben.
(Aber prinzipiell würde auch gehen: Ich habe dir das lesenswerte Buch gegeben.) 

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@Lumina131

das liegt 1. daran, dass für das GERUNDIUM - also für das Verbalsubstantiv oder das substantivierte Verb - im Nominativ im Lateinischen der Infinitiv verwendet wird

Nominativ = amare = das Lieben

Genitiv = amandi = des Liebens

(Dativ) wird idR nicht verwendet

Akkusativ = (ad) amandum = (zum) Lieben

Ablativ = amando = durch das Lieben

und 2. man das Gerundium als INFINITIV übersetzen kann:

z.B. anstatt "ars amandi" die Kunst des Liebens -> "die Kunst zu lieben"

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@rhenusanser

Muss mal wieder gestehen, dass ich eure Konversation total übersehen habe. Hoffe, ich konnte trotzdem noch etwas dazu beitragen.

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