Langsamer Brexit ein realistisches (Schreck-)Szenario?

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4 Antworten

Da muss man den Theaterdonner von den Realvorgängen unterscheiden. Auf öffentlicher Bühne wird viel Theater gespielt und jeder, auch unsere Medien, hat seine eigenen Inszenierungen einer oberflächlichen Dramatik. Da in Großbritannien die Einstellung zur EU quer durch die Parteien wohl sehr unterschiedlich ist (es fliegen ja überall die Fetzen) - ebenso wie hier, sind Sachargumente und persönliche Einstellungen nur schwer zu unterscheiden. Da wir alle Internas in Großbritannien nicht kennen, sich Herr Cameron wohl verzockt und die Verhältnisse im eigenen Land falsch eingeschätzt hat - ebenso wie die EU-Granden - wird man abwarten müssen, wie sich die Angelegenheit dort bereinigt. Hinter dem politischen Theaterdonner wird aber auf Wirtschaftsseite längst daran gearbeitet, keinen ökonomischen Schaden für beide Seiten entstehen zu lassen. Man jammert hier in Deuschland zwar gern über den bösen Lobbyismus, doch dessen Büros und Wirtschaftsorganisationen mit ihren Fachjuristen arbeiten sicher längst schon neue Verträge aus (soweit sie nicht in Grundzügen schon vorliegen), die von den politischen Beamten dann abgesegnet werden.

Für uns in Deutschland wäre von Interesse, wie lange Großbritannien noch zahlt, denn nach Deutschland und Frankreich (?) sind sie der größte Nettozahler, was bei deren Ausfall vor allem Deutschland auf die Füße fallen wird. Wir können auch nicht jubeln, wenn Schottland oder Nordirland Mitglied der EU bleiben wollen, denn das sind die Handaufhalter in Großbritannien. Was London als Finanzstadt angeht, halte ich die derzeitige Aufführung für eine böse Schmierenkomödie. Die hatten doch Sorge vor einer näheren Anbindung an die EU und ihre größeren Restriktionen für den Finanzsektor. Jetzt hat London die beste Aussicht, ein Konkurrent für Panama zu werden. Alle EURO-Gewinnler werden sich freuen, dass sie jetzt nicht mehr so weit reisen müssen, um ihre EURO-Abzocke in London zu verstecken. Die Stadt wird aufblühen. Manche Lügenkomödien sind doch leicht zu durchschauen. London profitiert von Finanzschiebereien, und die werden jetzt zunehmen.

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Nein, genau das Gegenteil. Ein sehr schneller Austritt hat eine abschreckende Wirkung, weil so die anderen merken, wie England den Bach runter gehen wird (und bereits jetzt schon Auflösungserscheinungen im Königreich gibt)

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Kommentar von LeCux
27.06.2016, 09:01

Das mit Schottland und Nordirland ging in der Tat sehr schnell.

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Ich finde das sollte nun zügig umgesetzt werden vom englischen Parlament (das nicht ans Referendum gebunden ist).

Aber sofort die magere Beteiligung an der Flüchtlingskrise aussetzen aber Subventionen noch zwei Jahre einstreichen, das geht gar nicht. Wenn dann bitte richtig.

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Kommentar von Skibomor
27.06.2016, 09:15

Bin ganz Deiner Meinung! Erst ein Referendum und nun zögern sie den Austritt ganz feige wieder hinaus. Die EU kommt ohne Quertreiber wie die Briten besser zurecht. Wer gehen will, soll gehen - gute Reise!

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Tut nicht nur England gut, die EU sollte aufgelöst werden.
Die jungen Leute verstehen halt nicht wie gut es auch ohne der EU ging...

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Kommentar von LeCux
27.06.2016, 09:00

Schade nur das wir hier in einem Land leben dessen Wirtschaft sehr von der EU profitiert.

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Kommentar von Skibomor
27.06.2016, 09:03

Aber wir Älteren wissen noch sehr genau, wie viel schlechter es uns OHNE die EU ging!

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Kommentar von DerLateiner
27.06.2016, 09:06

Richtig.

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Kommentar von DerLateiner
27.06.2016, 09:07

Weg mit der EU

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