Landwirtschaft in usa wichtig oder unwichtig?

5 Antworten

Solche Schwarz-Weiß-Fragen liebe ich ja.

Die USA sind schon ein sehr bedeutendes Agrarland, haben riesengroße Flächen für Ackerbau und Viehzucht, und auch eine große Vielfalt an landwirtschaftlichen Produkten, bedingt durch die unterschiedlichen Klimazonen, und was dort jeweils gut gedeiht.

In einer Power-Point-Präsentation sind einige der wichtigsten Stichpunkte zur Landwirtschaft in den USA zusammengefasst (Folie 10 - 12; Wissenssfragen Folie 13).

www.eduhi.at/dl/USA.ppt

Vielen Dank!! ist die einzige ernstgemeinte Antwort hier und hilft mir sehr weiter:)

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@Lena001l

Ich habe dir noch eine zweite Antwort zum Thema "Beurteilung von Wichtigkeit oder Unwichtigkeit" beschrieben. Man muss dies nämlich differenziert und nach mehreren Kriterien betrachten. Bei der Wichtigkeit von Landwirtschaft sind dies:

  • absolute Produktionsmengen, gemessen an der Weltproduktion
  • Produktionsmengen, gemessen an der Bevölkerungszahl
  • Produktivität, also Produktionsmengen, gemessen an den in der Landwirtschaft beschäftigten Personen
  • Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt, also in Beziehung gesetzt zu anderen Wirtschaftszweigen, wie Industrie und Dienstleistungen
  • Anteil der Landwirtschaft am Flächenverbrauch, also in Bezug zu bebauter Fläche, Verkehrsflächen und freier Natur
  • Selbstversorgungsgrad des Landes mit eigenen Agrarprodukten, oder anders herum: Wieviel muss importiert werden?
  • Exporte in absoluten und relativen Zahlen
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In den USA beträgt der Anteil der Landwirtschaft am Bruttoinlandsprodukt 1,05 %. Das klingt sehr wenig. In Deutschland ist der Anteil der Land- und Forstwirtschaft und Fischerei am BIP aber nur 0,7 %, in Großbritannien 0,6 %, in Frankreich 1,5 %, in Indien 17 %, in China 9 %, in Brasilien 5 %, um nur einige Beispiele zu nennen.

Kann man deshalb sagen, dass Landwirtschaft in den USA unwichtig ist? Es kommt ja nicht nur auf den prozentualen Anteil an der Wertschöpfung an, sondern auch auf die absoluten Produktionsmengen und auf den Grad der Selbstversorgung des Landes.

Wenn man z.B. die Rindfleischproduktion betrachet, so waren die USA im Jahr 2012 mit 19 % der Weltproduktion der absolute Spitzenreiter, gefolgt von Brasilien mit 15 %.

Die USA haben 326 Millionen Einwohner, Brasilien 208 Millionen.

Die USA produzieren mit 4,7 % der Weltbevölkerung 19 % des Rindfleisches, haben also einen "Überproduktionsfaktor" von 4. Das heißt, wenn die Menschen weltweit durchschnittlich gleichviel Rindfleisch verzehren würden, müssten die USA 75 % ihres Rindfleisches exportieren. Sie verzehren aber auch überdurchschnittlich viel Fleisch, nämlich fast 120 kg/Kopf und Jahr, also dreimal soviel wie der durchschnittliche Erdenbürger.

In Brasilien werden mit 3 % der Weltbevölkerung 15 % des Rindfleisches produziert, also ein "Überproduktionsfaktor" von 5. Auch die Brasilianer sind immer noch doppelt so eifrige Fleischesser wie der Durchschnittsmensch.

Die USA exportierten in 2014 ca. 750 000 t Rindfleisch, die Brasilianer sind jetzt bei 1,3 Millionen Tonnen, liegen also höher als die USA (und erst recht, wenn man die Höhe der Rindfleischexporte pro Kopf der Bevölkerung umrechnet).

Wie willst du jetzt bewerten, ob die Rindfleischproduktion in den USA oder in Brasilien "wichtiger" ist?

Und so könntest du dir alle Bereiche der Landwirtschaft anschauen.

Es gibt einige bitterarme Länder in Afrika, wo 50 % der Bevölkerung in der Landwirtschaft arbeiten. Die Produktivität pro Kopf ist aber nur ein kleiner Bruchteil, im Vergleich zu den USA, und diese armen Länder sind immer noch auf Agrarimporte angewiesen.

Das Wohl oder Wehe der Situation in den agrarisch geprägten Staaten der USA bestimmen den Ausgang der Präsidentschaftswahlen - allein dadurch ist die Landwirtschaft wichtig, sowohl national als auch global.

Gehören denn viele der agrarisch geprägten Staaten des mittleren Westens zu den Swing-States? Ich dachte, die seien sowieso schon meist eindeutig republikanisch.

Der Anteil der Farmer an den Wählern in den USA kann ja nicht allzu groß sein, wenn der Anteil der Landwirtschaft am BIP nur 1,05 % beträgt.

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