Lahmheit nach Hufschmied?

3 Antworten

Vom Fragesteller als hilfreich ausgezeichnet

Wenn der Schmied da war, und das Pferd am nächsten Tag plötzlich lahmt und nen warmen Huf hat, würde ich den Schmied postwendent zurückpfeiffen! Eisen abmachen und seinen weisen Rat einholen, wie man nun weiter verfährt.

Vernagelt? Zu eng? Irgendwas ist doch wohl schief gelaufen beim Beschlag. Der soll das in Ordnung bringen.

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Werde ich jetzt auch, sollte er morgen nicht lahmfrei sein. Der Schmied hat vor kurzer Zeit bei einem anderen Pferd schonmal zu kurz geschnitten, sodass der 1-2 Wochen lahm war. Hatte allerdings sonst noch nie was negatives mitbekommen, weshalb ich vorerst auch nicht den Schmied wechseln wollte. Werde ich jetzt aber doch in Betracht ziehen...

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@Pferdelilly

Es freut mich immer, wenn ich helfen kann.

Danke fur den Stern💫

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Die Antwort zur Beruhigung lautet: Lass den Huf anständig bearbeiten. Gehst Du irgendwas turniermäßig höher als Klasse L und im Bereich Springen oder Vielseitigkeit oder ist Dein Pferd im Rückeeinsatz bei der Holzarbeit im Winter oder warum ist da Beschlag drauf? Wenn nicht, dann muss ich Dir leider sagen, dass die Nötigkeit von Beschlag neben Strahlfäule und der akuten Lahmheit nur noch ein weiteres Indiz dafür ist, dass der Hufschmied sein Fach zwar gelernt haben mag, aber nicht unbedingt der beste seiner Zunft sein dürfte.

Gut, den besten habe ich noch nicht kennengelernt. Bisher konnte mir noch niemand einen Huf zeigen, der von einem Schmied bearbeitet wird und der physiologisch so halbwegs in Ordnung ist. Das ist traurig, doch es gibt immerhin eine Lösung: Huforthopäden. Die lernen ihre Sache so top inkl aller Zusammenhänge für den kompletten Bewegungsapparat, dass sie bisher noch jedem Pferd, wo noch nicht zu viel kaputt gemacht wurde, wieder zu guten, funktionierenden, nicht schmerzenden Hufen verhelfen konnten.

Wenn du möchtest, dass man Dir einen ersten Anhaltspunkt gibt, was möglicherweise nicht stimmt, dann kannst ja mal Beurteilungsbilder machen: Von vorne und von der Seite jedes Bein in belastet so fotografieren, dass man den sauberen trockenen Huf auf festem Boden stehen sieht. Die Kamera sollte dabei sehr nah am Boden sein und wenn über der Fessel noch ein Stückchen Röhrbein mit drauf ist, ist es klasse. Außerdem sollte jedes Bild beschriftet sein, welchen Huf es zeigt. Dann bräuchte man noch ein Foto von jeder Hufsohle dazu. Auch in scharf und auch trocken und sauber. Mit dem Beschlag (grade, wenn momentan vielleicht Grips drin sind), sieht man zwar nicht so viel, aber doch Dinge, die Aufschluss geben könnten.

Fakt ist: Über all die Jahrhunderte, wo man keinen anderen Hufschutz als Beschlag brauchte, war immer klar, es muss eine beschlagsfreie Periode geben, in der der Huf sich von den negativen Folgen des Beschlags regenerieren kann. Warum wurde das zur Jahrtausendwende jetzt plötzlich vollständig vergessen? Ist doch kein Wunder, wenn die Tiere dann über kurz oder lang nicht mehr laufen.

Die aktuelle Lahmheit wird aus einer Lederhautreizung kommen, weil z.B. relativ lederhautnah genagelt oder eben die physikalisch ganz normalen Krafteinwirkungen inzwischen den Hufbeinträger so weit überbeanspruchen, dass das Pferd es sogar spürt, obwohl das Eisen die Beine bis rauf zu den großen Karpalgelenken wie unter Teilnarkose stellt, d.h. das Schmerzempfinden ist damit auch stark eingeschränkt. Wenn einem beschlagenen Pferd der Fuß weh tut, dann hat es schon richtig heftige Schmerzen. Lösen wird das Akute weder der Tierarzt noch dieser Schmied, denn der Tierarzt hat nicht die Ausbildung dazu (nicht umsonst lernen die Huforthopäden über ein paar Jahre), der kann nur den Schmerz etwas nehmen per Medikament, Eisenabnahme und Polsterverband und dieser Schmied hat es herbei geführt, wenn er es besser könnte, wäre ihm das nicht passiert.

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Ich kenne mich logischerweise in dem Gebiet nicht sehr gut aus. Meiner hatte schon seit ich ihn hab vorne Eisen drauf, hinten ohne. Einen Winter hab ich sie dann mal unten gelassen, weil ich oft bei Schnee ins Gelände ging (inzwischen bin ich in einem schneefreien Gebiet) und ich die Dinger eigentlich auch unnötig fand. Allerdings wurde mir dann von allen Seiten (Reitlehrer, damaliger Hufschmied) gesagt, dass die Hufe viel schlechter geworden sind, er auch schlechter läuft und er unbedingt wieder Eisen vorne braucht. Reite übrigens im Training schon über L Dressur, allerdings gehe ich mangels Möglichkeit nicht auf Turniere.

Wie du schon sagst hab ich bisher auch keinen "super" Hufschmied kennengelernt/von einem gehört. Mit Huforthopäden hatte ich mich bisher nicht beschäftigt, hatte da irgendwie so ne Vorstellung als wäre das vergleichbar mit dem was die Homöopathiefreaks unter den Tierärzten sind. Und ich halte nicht viel von Homöopathie ;)

Werde auf jeden Fall bei weiterer Lahmheit veranlassen, dass das Eisen runter kommt und mich dann nochmal nach nem besseren "Hufbearbeiter" umhören :)

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@Pferdelilly

habern dir deine Ratgeber auch geagt, daß der Huf mindestens 1 JAhr braucht, sich ans laufen OHNE Eisen zu gewöhnen?  Das wird gerne "vergessen", aber es ist so. in nder Übergangszeit nkann man noitfalls mit HUFSCHUHEN gut klar kommen - aber der permanente Bodenkontakt ist wichtig, damit sich das Horn auf natürliche Weise den belastungen anpassen kann - und das dauert eben...

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@Pferdelilly

Schau mal auf www.difho.de ... die sind richtige Künstler, die machen die Lahmen wieder gehen ... das mit den Blinden und dem Sehen fehlt noch, aber ich würde nie mehr jemand anderen an die Hufe meines Pferdes lassen, lieber würde ich selber die Ausbildung versuchen zu machen - ist aber nicht ganz einfach, die haben schon ziemliche Anforderungen, was ja für die Pferde nicht schlecht ist. Natürlich kann da nicht jeder der beste seines Ausbildungsjahrgangs sein, aber ich sag mal, vor einem Schmiedhuf, ziehe ich den Huf des schlechtesten DIfHO vor.

Im Zweifel einfach dort anfragen und jemanden vermitteln lassen, die haben ein ganz gutes Netzwerk. Das wäre mir auch Wartezeit wert.

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@Baroque

danke für die Tipps! Zum Glück war es doch "Fehlalarm" und mein Dicker war heute komplett lahmfrei. Wie ich oben schon geschrieben hab, ging er gestern wahrscheinlich nur zügellahm. Da die Lahmheit davor aber definitv mit dem Hufschmied zusammenhing, werde ich mich mal nach was besseren umhören, mal schauen ob es solche Huforthopäden in meiner Nähe gibt :) 

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@Pferdelilly

Die müssen gar nicht so nah sein, die fahren auch ... ich würd mal pauschal sagen, man bekommt Deutschland schon ordentlich abgedeckt, aber mehr als arbeiten können die halt auch nicht und wo wenige HOs, aber viele Interessenten sind, muss man notfalls sich quasi auf die "Warteliste" setzen lassen für wenn wieder mal ein Kunde weg fällt. Aber es werden jedes Jahr mehr, die Ausbildungsjahrgänge sind immer voll.

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Soweit richtig und eine gute Antwort, Baroque.

Korrekt gearbeitete Rückepferde brauchen auch keinen Beschlag, oder sollten keinen bekommen. Grad jetzt, wo es doch noch vereiste Stellen gibt im Wald ist das kontraproduktiv auf die Hinterhand einen Beschlag zu klatschen. Man nimmt ihnen auch ein Stück Gefühl, welches sie brauchen um Halt und geeigneten Untergrund zu erspüren.

Sind ja die Pferde schon massig und schwer, so hängt da hinten noch ein Baum mit ca. 500 Kg aufwärts dran. Wenn das in´s Rutschen kommt... dann ist´s vorbei.

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@kaltblueterin

Klar, aber irgendwo seh ich einen Beschlag mit aufgeschweißten "Steigeisen" beim Rücken noch eher ein als beim Freizeithotta. Dieser Beschlag kommt ja auch in vielen Fällen nach dem jeweiligen Einsatz wieder runter, sprich, den tragen die eher Tage als Wochen oder Monate. Wollte nur verdeutlichen, dass es Einsätze gibt, wo man über Hilfsmittel nachdenken kann ;-)

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Tja, drei weiße Füße ist schon mal unbrauchbar. Das wussten schon die Altvorderen. Nun kämpfst Du mit ziemlich schlechtem Hufmaterial. Wenn der Hufschmied da nicht sauber arbeitet, hast Du gleich die nächste Baustelle.

Als erstes solltest Du dich über die richtige Hufstellung informieren. Landläufig wird gesagt, dass die Vorderwand des Hufes den gleichen Winkel wie das Fesselbein haben soll. Das ist schon mal brauchbar, ist aber nicht die ganze Wahrheit. In Wirklichkeit muss der Huf etwas steiler stehen als das Fesselbein.

Wurde der Huf zu platt geschnitten liegt i.d.R. eine Überlastung der tiefen Beugesehne vor (stärkere Dehnung). Damit verbunden ist auch eine erhöhte Belastung der Hufrolle (dort wird die tiefe Beugesehne umgelenkt). Je steiler der Huf steht, desto flacher ist der Winkel um die Hufrolle und desto geringer sind die Kräfte, die darauf wirken.

 

LG Calimero

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ganz genau kann ich das jetzt natürlich nicht beurteilen aber die Hufstellung ist ziemlich korrekt, weder Bockhuf noch sonstiges.

Ich habe mein Pferd jetzt seit 8 Jahren (er ist 15) und gelahmt hat er bisher nur ganz am Anfang 1x aus ungeklärter Ursache. Danach nur noch ein oder 2 mal zügellahm, wie oben beschrieben. Mit 3 weißen Hufen bin ich vllt nicht gut dran aber das kann ich jetzt natürlich nicht mehr ändern..

Wenn du die Hufrolle ansprichst, kommt mir allerdings sofort in den Kopf, dass er dort recht schlechte Röntgenbilder hat (5 und 7 jährig Klasse 2-3). Kann es damit zu tun haben?

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@Pferdelilly

Wenn das Pferd zu platt geschnitten wurde, ist wie o. a. die Hufrolle hochgradig gefährdet. Wenn es bereits einen Befund gibt, sollte das Pferd grundsätzlich höher gestellt werden (was im übrigen auch der natürlichen Hufstellung entspricht),

Die allseits bekannte Hufstellung gibt es übrigens erst, seit dem die Pferde beschlagen werden.

LG Calimero

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Ein Ammenmärchen, das sich schon lange hält, dass weißes Horn irgendwie anders ist als dunkles. Die Pigmentierung wirkt sich nicht auf die Qualität aus.

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23
@Baroque

warum hat mein Pferd dann schon immer an den 3 weißen Hufen mit Strahfäule zu kämpfen aber nie auch nur ein kleines bisschen an dem schwarzen gehabt, obwohl ich den noch nicht mal dagegen mitbehandel? 

aber danke für die Tipps! Zum Glück war es doch "Fehlalarm" und mein Dicker war heute komplett lahmfrei. Wie ich oben schon geschrieben hab, ging er gestern wahrscheinlich nur zügellahm. 

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