Läßt sich eine vorgetäuschte Schwerhörigkeit überprüfen?

5 Antworten

Selbstverständlich läßt sich Schwerhörigkeit messen. Umfangreiche Tests macht ein Hörgeräteakustiker. Es werden über Kopfhöhrer verschiedene Sinus-Frequenzen eingespielt, der Proband muß dann sagen, ab wann er die Töne hört. Der Test trifft allerdings keine Aussage darüber, ob jemand "schwerhörig sein will" und demzufolge das Eintreten des Hörereignisses vorsätzlich falsch, sprich zu spät angibt.

Objektive Tests ohne Beeinflussungsmöglichkeit gibt es in den Unikliniken, wo mittels Elektroden die Aktivität in den Schläfenlappen (Hörverarbeitung) nach Einsetzen eines akustischen Signals gemessen wird.

Ansonsten ist das Hörvermögen auch psychischen Faktoren unterworfen - wenn jemand nicht hören will, was gesagt wird, hört er es nicht, basta!

Auch akuter Stress kann zu einer Beeinträchtigung des Hörvermögens- bzw. der Verständnisquote führen.

Schwerhörigkeit lässt sich nachweisen durch ein Sprach- und Tonaudiogramm und dann gibt es auch noch spezielle Untersuchungen, womit die Nervenverbindungen vom eigentlichen Hörorgan zum Gehirn überprüft werden.

Es gibt verschiedene Formen der Schwerhörigkeit:

a) eine, wo alles leiser gehört wird (Schallleitungsschwerhörigkeit);

b) eine, wo bestimmte Frequenzbereiche ausfallen und man dadurch bestimmte Buchstaben und/oder Töne nicht mehr hört, so wird z.B. bei einem Hochtonausfall die Türklingel oder das Telefon nicht mehr gehört, Unterhaltungen sind vom Sprachverstehen noch sehr gut möglich;

c) eine kombinierte Form aus a) + b)

Was bei deinem Vater vorliegt, kann nur über einen Hörtest abgeklärt werden.

In bestimmten Situationen kann ich auch plötzlich ganz schlecht hören - schlaues Kerlchen, Dein Vater!

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