lässt sich die Evolutionstheorie nicht beweisen?

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12 Antworten

Es ist seit langem bekannt, dass man überhaupt nichts beweisen kann. Seit Popper begnügt man sich in der Wissenschaft damit, dass man unzutreffende Dinge widerlegen kann. Wissenschaft funktioniert immer so, dass man eine Teilaussage herausgreift und ihr Gegenteil versucht zu widerlegen. Jedes Theoriengebäude wird immer eine Theorie bleiben und niemals bewiesen werden können. Das heisst nicht, dass man nicht subjektiv von ihrer mehr oder weniger ausgeprägten Richtigkeit überzeugt sein kann. Die Evolutionstheorie selber besteht aus vielen Teiltheorien, die ihrerseits Evolutionen oder Weiterentwicklungen durchlaufen haben. Da es sich beim Leben um vielfältige Fänomene aus Hunderten von Millionen Jahren handelt, wird man nie alles bis ins Kleinste aufklären können, sondern nur plausibel machen können. Alles in allem hat die Evolutionstheorie auf den vielfältigsten Gebieten die umfassendsten Bestätigungen erfahren, die je eine Theorie erfahren hat. Trotzdem wird es nie lückenlose Beweisketten geben und immer Zweifel an gewissen Teilaspekten.

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Der Begriff "Theorie" bedeutet in der Wissenschaft etwas anderes als in der Umgangssprache. Es beschreibt dorrt nicht, dass etwas "theoretisch" nur so sein könnte. Dies nennt man in der Wissenschaft zunächst einmal Hypothese. Kann der Wissenschaftler seine Hypothese aber durch mehrere empirische Belege (nicht Beiweise!) bestätigen, so wird die Hypothese als Theorie bestätigt. Eine Theorie muss aber weiterhin falsifizierbar, also widerlegbar bleiben, um als Theorie zu gelten. Alles andere wäre unwissenschaftlich und ein Lehrsatz, den man nicht weiter zu erforschen bräuchte.

Die Evolutionstheorie ist also keine umgangsprachliche bloße Annahme, sondern eine durch viele Belege bekräftigte Tatsache. Von ihren Gegnern wird der in der Umgangssprache geläufige Begriff der Theorie aber gerne benutzt, um sie fälschlicherweise als unbewiesen herabzuwürdigen. Alle Argumente, die diese sogenannten Kreationisten aufbringen, haben allerdings keinen Anspruch darauf, wissenschaftlich ernst genommen zu werden und sind sämtlich widerlegbar. Ich gestatte diesen Menschen zwar zu, ihren eigenen Glauben zu haben, aber wenn sie ihn in der heutigen Zeit noch als Tatsache verkaufen wollen und die Evolutionstheorie als Lüge bezeichnen, müssen sie auch nicht traurig oder sogar zornig darüber sein, wenn sie dafür ausgelacht werden.

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Kommentar von Andrastor
01.05.2016, 12:23

perfekte Antwort, dem ist nichts mehr hinzuzfügen.

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Kommentar von mychrissie
02.05.2016, 10:28

Zum Glück mal jemand, der den Begriff "Evolutionstheorie" in seiner Antwort nicht als Reizwort benutzt, um eine sinnfreie Diskussion um Gott, die Schöpfung und andere Mythen anzuzetteln.

Die Erde ist keine Scheibe. Basta!

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Zum Begriff der "Theorie" im wissenschaftlichen Sinne haben schon viel Leute was geschrieben, dem ist m. E. nichts hinzuzufügen.

Vielleicht nur noch was zum Begriff "Beweis":

Einen "absoluten" Beweis gibt es nur in der Mathematik, in den Naturwissenschaften kann man eigentlich nur von Belegen oder Nachweisen sprechen - Kriminalisten würden das als Indizien bezeichnen.

Im Sinne der Naturwissenschaften betrachtet man es als "Beweis" (eigentlich Beleg), wenn

  • eine durch die Theorie im Voraus gemachte Vorhersage sich anschließend (z. B. in einem Experiment) bestätigt (so wie z. B. der vor kurzem erfolgte Nachweis von Gravitationswellen ein weiterer Beleg für die Relativitätstheorie ist), oder
  • eine neue, bisher unbekannte Beobachtung sich nahtlos in die Theorie einfügt (z. B. in der Evolutionstheorie der Fund einer bisher unbekannten Spezies - ob lebend oder als Fossil -, die in bekannte Evolutions-"Ketten" hineinpasst, evtl. sogar einen "Lücke" schließt).

Das "Problem" der Naturwissenschaften ist: gibt es eine Beobachtung, die sich mit der entsprechenden Theorie nicht deckt, so muss diese Theorie verworfen oder zumindest überarbeitet werden - oder (da auch Naturwissenschaftler sich ungern von Bekanntem trennen ;-) ) es muss nachgewiesen werden, dass die Beobachtung falsch war.

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Hast du in der Schule nie den Unterschied zwischen einer wissenschaftlichen Theorie und dem umgangssprachlichen Ausdruck gelernt? Beides hat sehr wenig miteinander zu tun. Eine wissenschaftliche Theorie ist ein belegbares und belegtes Modell zur Erklärung eines natürlichen Phänomens.  

Die Evolutionstheorie lässt sich belegen, was auch im vollen Umfang erfolgt ist. Die Evolutionstheorie gehört zu dem am besten belegbaren Theorien der Wissenschaft, vergleichbar mit der Germ Theory of Disease und anderen Fakten.

Es gibt in der Wissenschaft nichts "über" einer Theorie. Was sollte den deiner Meinung nach aus ihr werden?   

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Dass Evolution stattfindet ist lückenlos bewiesen.

Die Evolutionstheorie ist aber nicht die Theorie der Evolution, sondern der konkreten historischen (und Augenmerk auf anthropozentrischen) Abläufen der Evolution. Diese basieren auf den Grundlagen wie eben dass Evolution tatsächlich stattfindet, dass diese nicht umkehrbar ist und dass sie nicht determiniert ist. Darauf bauen dann die Hypothesen auf, die die Theorie bilden.

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Warum ist die Gravitation "nur" eine Theorie?

Eine wissenschaftliche Theorie ist etwas komplett anderes als die "Theorie", wie sie von Normalos verwendet wird. Eine wissenschaftliche Theorie wird durch Beobachtungen und Beweise gestützt. Sie ist logisch und nachvollziehbar. Die Evolutionstheorie ist eine der am besten belegtesten wissenschaftlichen Theorien überhaupt. Sie ist vielfach bewiesen worden und die einzigen Menschen die diese Theorie tatsächlich noch in Frage stellen tun dies aus einer religiösen Agenda heraus, nicht weil die Fakten dagegen sprechen.

Übrigens, um Missverständnisse auszuräumen: Die Evolution ist ein Fakt. Sie findet, fand und wird immer stattfinden. Bestes / aktuellstes Beispiel hierfür ist die wachsende Anzahl von Bakterien, die gegenüber Antibiotika resistent sind. Die Evolutionstheorie beschreibt diesen Fakt.

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In der Wissenschaft kann man nichts beweisen, da eine Bestätigung der Annahme nur in endlich vielen Fällen erfolgen kann, aber es nur einen Versuch oder eine Messung etc. erfordert um eine Theorie umzustoßen.

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Kommentar von MarkusKapunkt
01.05.2016, 11:06

Und der Kreationist macht den Fehler, dass er das Aufschlagen der Bibel als wissenschaftliche Messung versteht und die gelesenen Inhalte als Offenbarung Gottes missinterpretiert, die ihm als Beleg vollkommen ausreichen. Er lässt allerdings auf der anderen Seite nicht zu, dass man seine Schöpfungstherorie falsifiziert - weshalb die Schöpfungstheorie nicht als Theorie bezeichnet werden darf. Mir würden dafür sofort ein paar andere Begriffe einfallen, aber ich möchte ja nicht provozieren.

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Natürlich lässt sich die Evolutionstheorie beweisen.

Du brauchst nichts anderes als ein einzelliges Lebewesen und 'ne Petrischale. Dann animierst Du dieses Wesen dazu, sich solange zu teilen (=fortzupflanzen), bis daraus ein mehrzelliger Affe geworden ist.

Vergiss aber nicht, die Krokodile und Elefanten zu dokumentieren, die als Nebenprodukte entstanden sind, weil einige Einzeller nicht wussten, wie ein Affe aussieht.

warehouse14

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Kommentar von Mark1616
02.05.2016, 11:40

I lol`d, aber nicht über den "Witz" den du hier machen wolltest, sondern über die offensichtliche Ignoranz die du hier gegenüber den Fakten zeigst.

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sie ist eine theorie, weil es noch nicht einwandfrei bewiesen wurde. es gibt annahmen, die beweisen, dass sich evolution vollzieht. aber es ist noch immer nicht so 100%ig klar, dass es kein gesetz dazu gibt.

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Kommentar von Mark1616
05.05.2016, 16:20

Die Gravitation ist ebenfalls eine Theorie, ich kann mir aber sicher sein, dass du niemals einfach so davonschweben wirst. Anstatt hier einen auf "wissend" zu machen solltest du dich ersteinmal darüber informieren was der Begriff "Theorie" im wissenschaftlichen Kontext bedeutet. Kleiner Tipp: Das was du hier gesagt hast stimmt schon mal nicht.

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Ich denke mal weil halt keiner dabei war.

Das Wort Theorie zeigt hier schon eine gewisse....Unsicherheit. 

Letztlich werden wir das nie 100 % ig sicher aufklären können. 

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Kommentar von Agronom
01.05.2016, 10:52

Das liegt daran, dass man einen Fall, welcher der Theorie widerspricht nie zu 100% ausschließen kann, deshalb wird man in den Naturwissenschaften auch nicht einen Begriff wie "(absolute) Wahrheit" finden.

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Weil es keinen Entgültigen Beweis gibt für was was ständig dauert.

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Indizienbeweise, ja. Und: Weil der Zeitraum zu lang ist, um ihm im üblichen wissenschaftlichen Beobachtungszeitraum direkt beweisen zu können. 

Von einigen Mutationen bei Bakterien mal abgesehen.

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Kommentar von Mark1616
01.05.2016, 10:49

Die ein direkter Beweis sind, oder sind Bakterien etwa keine Lebewesen?

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