Läßt die Quantenphysik explizit Wunder zu?

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6 Antworten

Das hängt davon ab, wie man den Begriff "Wunder" definiert. Legt man ihn als "unerklärliches Ereignis" fest, kommt man natürlich sofort zu einem logischen Zirkelschluss.

Anderer Ansatz: Ein "Wunder" sei ein Vorgang, der sich mit einer rein mechanistisch-materialistischen Naturwissenschaft nicht erklären lässt.

Setzt man so an, ist die Quantenphysik in der Lage, nicht Erklärbares vorzuführen, so dass man mit ihr das rein mechanistisch-materialistische Weltbild überwinden kann.

(Das alles hat in erster Linie nichts mit Gottesbeweisen zu tun, sondern zeigt allenfalls, dass es für Gottes Wirken mehr Möglichkeiten gibt, als die Materialisten annehmen, indem sie glauben, es sei für Gott in den Naturwissenschaften kein Platz mehr.)

Ein Beispiel soll das verdeutlichen:

Ein klassisches Experiment bestand darin, Elementarteilchen durch zwei Kanäle A und B zu schicken. Messungen im Nachhinein ergaben wie erwartet, dass die Teilchen zufällig Kanal A oder Kanal B nahmen. Nun kam das Überraschende: Wurden die Teilchen beim Durchtritt _beobachtet_, nahmen sie nur Kanal A.

Offensichtlich spielte es eine Rolle, ob ein Beobachter anwesend war oder nicht. Das ist im mechanistisch-materialistischen Weltbild nicht erklärbar, also ein "Wunder" nach obiger Definition.

Ansätze zur Erklärung bieten erweiterte Theorien wie die, dass der Beobachter etwas abstrahlt, das das Experiment beeinflusst. Man kommt dann in Theorien über Wellen, aus denen das ganze Weltall besteht und die sich in Ausnahmefällen zu Materie verdichten können. Da wir äußerlich in einer materiellen Welt leben, glauben wir paradoxerweise, dass das nicht der Ausnahmezustand, sondern die Regel ist und alle Abweichungen davon die unwahrscheinliche Ausnahme seien. Dabei sieht ja wohl jeder sofort ein, dass unsere winzige Erde mit ihren lokalen Eigenschaften wohl kaum Maßstäbe fürs Weltall setzen kann.

Die Experimente und Theorien der Quantenphysik überschreiten größtenteils meinen Horizont, aber das, was ich aus den Büchern verstehe, ist schon "Wunder" genug.     

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Um die sehr gute Antwort von Andrastor zu ergänzen:

In der Regeln spielen sich die Effekte der Quantenmechanik auf einer winzigen Ebene ab, sodass man davon im "noramalen Leben" gar nichts mitbekommt. Wenn es zu größeren Skalen geht, wo wir etwas merken würden, werden die Wahrscheinlichkeiten absurd klein.

Wenn man dann soetwas hört wie "laut der Quantenmechanik ist es möglich, dass man durch diese Wand teleportiert werden kann", dann mag das theoretisch vielleicht stimmen, aber die Wahrscheinlichkeit, dass das passiert ist verschwindend gering (täglich nen Sechser im Lotto, während du jedes Mal von nem Blitz getroffen wirst, kommt nicht mal in die Nähe).

Also ist auch auf dieser Ebene die Wahrscheinlichkeit "Wunder" durch Quantenmechanik erklären können eher gering. 

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In der Wissenschaft gibt es keine "Wunder". Der Ausdruck wird von Menschen verwendet um sich die Wirklichkeit fantastischer zu gestalten.

Quantenphysik ist nichts was man oberflächlich behandeln und diskutieren sollte. Sie ist zu kompliziert, zu weitereichend und zu anspruchsvoll als das ein paar Wikipedia-Artikel ausreichen würden um Fragen über sie oder mit ihr zu beantworten.

Daher wird sie gerne von Pseudowissenschaftlern und Esoterikern verwendet. Meist als Ausrede und als Ersatz für "Magie".

Man kann über kurz oder lang jedes Ereignis erklären, wenn die Wissenschaft für gewisse Begebenheiten (Luftblase und Schall z.B.) keine Erklärung hat, gesteht sie ihr Unwissen ein und forscht bis sie erkennt wie Ursache und Wirkung zusammenhängen.

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Es gibt keine Wunder.

Also hat "die Quantenphysik" da auch nichts zuzulassen.

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Da man das "Wunder" dann durch Quantenmechanik erklären könnte wäre es kein Wunder mehr.

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Kommentar von klausog333
30.06.2016, 18:24

Diese Erkenntnis war ja bereits Teil der Frage...

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