Längerer Klinikaufenthalt und SvV?

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3 Antworten

Direkt mit offenen Karten zu spielen halte ich für die besten Ansatz. Wie du schon sagtest, ist es eigentlich unmöglich durch diesen Aufenthalt zu kommen, ohne das deine Verletzungen und Narben auffallen. Sie zu verheimlichen wäre verschenkte Liebesmüh.

Es ist womöglich auch der beste Zeitpunkt, das deine Eltern darüber in Kenntnis gesetzt werden, den es in der nächsten Zeit geben wird - auch wenn es "gute Gründe" gibt, die eigentlich dagegen sprechen würden. 

Du bist drei Wochen lang stationär in einem Krankenhaus - ein geschützter Rahmen. Angenommen deine Eltern erfahren im Zuge deines Aufenthaltes, im besten Fall direkt zu Beginn deines Aufenthalts, von deinen Selbstverletzungen. Was würde dann passieren? Im Endeffekt gibt es mehrere Optionen. Eine wäre, dass deine Eltern drei Wochen Zeit haben um sich damit zu beschäftigen. Es ist wahrscheinlich, dass auch ein Psychologe herangezogen wird, um ein Gespräch zu führen und sich so die Möglichkeit eröffnet diese Situation friedlich aufzulösen.

Ich kenne die "guten Gründe" nicht aber womöglich sind drei Wochen Abstand, da du nicht daheim bist, eine gute Grundlage um sich mit diesem Thema zu befassen und auf neutralen Boden, dem Krankenhaus, sich darüber zu unterhalten.

Sollten deine Eltern jedoch völlig unverhältnismäßig reagieren - egal in welcher Form, ist das nötige Fachpersonal vor Ort um diese Eskalation zum einen aufzulösen und gleichzeitig auch zu bescheinigen, das dringender Handlungsbedarf besteht. Handlungsbedarf in dem Sinne, dass von deinen Eltern eventuell eine Gefahr für dein Wohl ausgeht, sobald du wieder Daheim bist. Im Krankenhaus sitzt du "direkt an der Quelle der Unterstützung" und bist in diesem Fall nicht auf dich allein gestellt.

Unabhängig davon wie es ausgeht, mögliche Szenarien könnte man jetzt ewig durchspielen, ist es gut, wenn diese "Offenlegung" auf einem neutralen Boden stattfindet, in Anwesenheit von Dritten. 

Das es keine angenehme Situation ist, ist selbsterklärend. Ich kann auch die Ängste durchaus nachvollziehen und gerade wenn es um die Reaktion der Eltern geht, ist die Angst oft ungemein hoch. Jedoch, auf kurz oder lang, ist es wichtig, dass du dich nicht mehr verstecken musst, sondern einen offenen Umgang damit pflegen kannst. Nur so ermöglichst du dir auch den Zugang, um beispielsweise eine ambulante Therapie machen zu können - ein einstündiges Gespräch die Woche, kann über längere Zeit schon "wahre Wunder wirken". Zudem ist die "Offenlegung" zwar eine stressige Situation, sobald sich allerdings die Situation gelöst hat, wird es wesentlich entspannter - insbesondere weil du frei bist von den Ängsten, jemand könnte etwas sehen oder womöglich bemerken. 

Es ist am Anfang wirklich schwer, im Nachhinein aber eine enorme Entlastung. 

Aus dem Grunde, um den Bogen zu schließen - Ja, spiele mit offenen Karten. Dieser Aufenthalt bietet dir eine gute Ausgangssituation dafür. Vielleicht sogar die Beste, die du sobald bekommen wirst. Mein Rat wäre dementsprechend diese Situation zu nutzen.

Ich wünsche dir viel Erfolg und hoffe auf eine baldige Genesung für dich - physisch wie auch psychisch.

Liebe Grüße.

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Kommentar von Makaeli
06.08.2016, 11:09

Ich kann mich dem nur anschließen EinNarr. Besser kann man es nicht ausdrücken. Du bist noch sehr jung Teddybaerli202, und es ist das Beste, was dir jetzt passieren kann, denn du hast dein ganzes Leben noch vor dir. Hier kann dir auf jeden Fall geholfen werden.

Alles Gute für dich !!!

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Kommentar von Teddybaerli202
07.08.2016, 23:56

Erstmal danke für deine Antwort!

Vielleicht sollte ich ergänzen, dass ich bereits in Therapie bin. Von der Therapie wissen meine Eltern auch. Sie sind nur der Meinung ich würde sie wegen der chronischen Krankheit, wegen der ich angeblich zu Panikattacken neige, machen. Meine Therapeutin versteht die Gründe, auf die ich angespielt habe und möchte erst einmal mit mir an meiner psychischen Stabilität arbeiten. Solange ich mich in dem aktuell ziemlich labilen Zustand befinde, hält sie es dieser Gründe wegen nicht für sinnvoll meine Eltern zu informieren.

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Ab 14 besteht erst einmal Schweigepflicht von Seiten des Arztes, d.h. er darf deine eltern nicht informieren. Allerdings darf er dies wenn eigen oder fremd Gefährdung besteht, dann muss er es sogar. Der Arzt wird Deine Schnittwunden beurteilen bzw. Anhand der Schnittwunden und Narben entscheiden ob er deine eltern informiert. Die Wahrscheinlichkeit ist kleiner, dass sie informiert werden, wenn es nur Narben sind. Dann sieht der Arzt ja, dass du mit dem SV aufgehört hast. Wenn Du allerdings frische Schnittwunden hast, kann es sehr wahrscheinlich sein, dass er deine eltern informiert.

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wieso heimlichkeiten? es könnte ja die eine krankheit mit der anderen was zu tun haben? wie soll dich dann ein arzt richtig behandeln? mit heimlichkeiten kommt man da nicht weiter? außer das die krankheiten cronisch werden könnten? könnte das so sein?

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