Länderreferat?

... komplette Frage anzeigen

1 Antwort

Seit der NSA-Spitzelattacke auf das Handy der Kanzlerin wundert man sich über gar nichts mehr. Trotzdem, der türkische Geheimdienst MIT setzt dem Ganzen die Krone auf. Offensichtlich erwarten die Späher aus Ankara, dass die deutschen Behörden für sie als Handlanger tätig werden und sollen eine entsprechende Liste mit Gülen-Anhänger den deutschen Sicherheitsbehörden übergeben haben. Unglaublich frech.
Die Türkei hat die deutsche Toleranz und Liberalität in den vergangenen Monaten ausgenutzt und überstrapaziert. Damit muss Schluss sein. Reden und Verhandeln ist in der Diplomatie zwar immer besser als Schweigen, aber irgendwann ist es an der Zeit, klare Kante zu zeigen. Das ist eine Frage der Selbstachtung. Die Bundesregierung muss das deutlich machen. Selbst wenn die Beziehungen zur Türkei auf Jahre hinaus irreparabel werden.

Oder


Wer über die Türkei bzw. den türkischen Präsidenten lamentiert, neigt dazu, sich zu wiederholen. Es geht nicht anders. Erdogans demokratisches Sündenregister: Entlassungen, »Säuberungen«, Eingriff in die Gerichtsbarkeit, Enteignungen, Ausreiseverbote, Wissenschaftsabbau und Schulschließungen. Alles unter dem Deckmantel, hart durchgreifen zu müssen, um die Demokratie zu wahren.
Da lachen ja die Hühner!
Recep Tayyip Erdogan ist ein Despot, ein Machtbesessener, der keine andere Meinung neben der seinen zulässt. Der dem Westen droht, der über westliche Politik und Politiker herzieht, der sich Russland anbiedert und so die Nato vor den Kopf stößt und der gar nicht zu bemerken scheint, wie er sich dauerwütend von den zivilisatorischen Errungenschaften der westlichen Wertegemeinschaft immer mehr entfernt. Ganz nebenbei spaltet er auch noch das eigene Volk, denn längst nicht alle Türken sind erdoganophil.
Für den Westen heißt das: Lasst den Zampano vom Bosporus doch in seiner Wüterei ersaufen! Ein klarer Schnitt ist jetzt gefordert: Abbruch der Kontakte, Aufgabe der EU-Beitrittsgespräche, Aufkündigung des Flüchtlingspakts und der dringende Rat, sich aus der Nato zu verabschieden. Mit all dem rechnet der Zornige in Ankara nicht. Genau darum wird es Wirkung zeigen.
Und danach kann man ja wieder auf die Türkei zugehen, aber erst nach dem Bruch.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?