Was kann man anderen Leuten antworten, wenn man aus psychischen Gründen gelähmt ist und im Rollstuhl sitzt, man aber die wahren Ursachen verschweigen möchte?

4 Antworten

Man könnte sagen, es ist nicht genau geklärt, evtl eine Autoimunerkrankung.

Als besondere Zusatzausbildung von Psychotherapeuten kann ich 'Somatic Exoeriencing' nach Peter Levine empfehlen. Die seelischen 'Narben' im Körper werden mit einbezogen, während man ja sonst ein 'entweder oder' hat. Es lohnt sich, dafür einen weiteren Weg in Kauf zu nehmen! Alles Gute!

'Somatic Experiencing' ; Tippfehler oben :-( sorry

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WENN ÜBERHAUPT sich mal jemand "traut" zu fragen, was nach MEINER über zehnjährigen Rollierfahrung KAUM mal vorkommt, sagt man einfach, dass man nicht mehr laufen kann und fertig! Die meisten Leute fragen NICHT nach Gründen dafür.

Ich saß selber vor kurzer Zeit noch wegen psychisch bedingten lähmenden Erschöpfungen mit Schmerzen in den Beinen im Rollstuhl. Ebenfalls eine somatoforme Schmerzstörung inklusive Erschöpfung, mal mehr mal weniger stark ausgeprägt. Das ist bei mir aus schweren Depressionen bedingt durch Einsamkeit heraus resultiert. Mittlerweile hab ich diese Seelenschmerzen zum Glück größtenteils überwunden, dank Psycho- und Ergotherapie, Medikamenten aber vor allem der vermehrte soziale Kontakt zu anderen Menschen. Ich bin jetzt sogar schon so weit dass ich ohne größere Probleme mit einem Hund aus dem Tierheim für etwa anderthalb Stunden spazieren gehen kann - das war mein innigster Wunsch, noch vor einem halben Jahr wär das absolut unmachbar gewesen aber jetzt hab ich mir diesen Herzenswunsch durch Kämpfen und zurückgewonnener Freude am Leben endlich auch erfüllt!! Der Rollstuhl steht mittlerweile seit längerem unbenutzt in der Garage und wird schon bald nach Ende der Genehmigungsfrist zurückgegeben. Stattdessen wurde jetzt mal wieder mein alter Drahtesel auf Vordermann gebracht sodass ich mit dem einige Runden drehen kann. Warum ich dir das alles erzähle? Weil ich aus einer ähnlichen Leidensgeschichte heraus vor Augen führen will wie viel man schaffen kann wenn man den Willen hat zu kämpfen! Klar ist es ein langer und steiniger Weg und mehr als einmal wirst du stolpern und hinfallen - symbolisch gemeint. Aber genau in solchen Momenten ist es wichtiger denn je den Willen zu besitzen sich zu sagen "Ich WILL mich wieder aufrappeln" und dann tut man es auch. Ohne ausreichende Unterstützung von lieben Menschen aus dem Umfeld geht das natürlich nicht. Darum sei froh über jeden einzelnen der zu dir hält und für dich da ist. Okay ich weiß meine kleine Paraderede hier hat nichts mit deiner eigentlichen Frage zu tun, aber ich wollte diesen Text trotzdem niederschreiben um dir zu zeigen dass du nicht alleine bist und dass du dich aus diesem Loch da wieder herauskämpfen und den Rollstuhl am Ende unbenutzt vergammeln lassen kannst. Eben grad weil "nur" deine Psyche krank ist und nicht dein echter Körper, ist es jederzeit möglich die Symptome - egal wie schwerwiegend sie jetzt auch erscheinen mögen - hinter dir zu lassen und gesund zu werden und wieder ein (zumindest einigermaßen) normales und glückliches Leben führen zu können. Du darfst nur nicht aufgeben und dir ein festes Ziel setzen! OKAY und jetzt zu deiner eigentlichen Frage^^ Also wenn wildfremde Leute - erst recht solche die unsympathisch rüberkommen - dich nach der Ursache fragen dann sag ganz einfach "das ist eine somatoforme Störung" und fertig! Du musst denen doch nicht deine Story erzählen wenn du dich dabei unwohl fühlst. Es sei den jemand zeigt ehrliches Interesse und meint es keineswegs schlecht dann ist das natürlich was ganz anderes dem kannst - wenn du willst - ein bisschen von deiner Krankheit erzählen. Ich persönlich hab oft solche Gespräche gesucht und war stets überglücklich wenn mir jemand zugehört hat. Aber in dem Punkt ist jeder Mensch anders und wenn dir das jetzt nicht so liegt dann sag freundlich aber bestimmt " Ich möchte jetzt nicht drüber sprechen, ich leide schon genug und es ist alles so schwer für mich, ich kann und will das jetzt nicht auch noch breittreten." Ehrliche bzw. nette Menschen haben dafür vollstes Verständnis und Fragen nicht weiter nach und mit allen anderen brauchst du dich eh nicht weiter aufzuhalten. Mit der Familie und seinen engsten Freunden solltest du hingegen von Anfang an ehrlich sein denke ich und ihnen den Grund erklären. Normalerweise müssten sie zu dir halten da du sie jetzt mehr brauchst denn je. Es ist natürlich nie ausgeschlossen dass du mal auf Leute triffst die das gar nicht verstehen wollen und sich womöglich über dich lustig machen aber das ist denke ich überall und bei allem der Fall, da bleibt nichts anderes zu tun als drüber hinwegzusehen und sich zu sagen "sind doch nur dumme Ar**hlöcher". Ich jedenfalls wünsch dir alles erdenklich Gute und ganz ganz viel Kraft! Glaub an dich und gib nicht auf du packst das!

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