Ladung von Stoffen

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2 Antworten

Ich nehme der Einfachheit halber einmal Säuren, die nur ein Wasserstoffatom als Ion abgeben können, also z.B. HCl, HNO₃, oder Dein Beispiel CH₃ - COOH. Bei der Essigsäure musst Du allerdings wissen, dass das Proton aus der Carboxylgruppe und nicht aus der Methylgruppe stammt. Wenn das Proton abgegeben worden ist, dann bleibt das sogenannte Säureanion übrig. Es ist einfach elektrisch negative geladen, also in unserem Fall Cl⁻, NO₃⁻ bzw. CH₃ - COO⁻. Da das Säureanion der Essigsäure etwas komplizierter ist, kann man um dieses eine Klammer machen, also (CH₃ - COO)⁻. Einfach negative geladen ist auch das Hydroxidion OH⁻, das Du auch angesprochen hast.

Metallionen sind alle postiv elektrisch geladen. Die von Metallen der 1. Hauptgruppe sind einfach positiv und die der 2.Hauptgruppe sind zweifach positiv geladen.

Nun zu Deinem Beispiel: Essigsäure reagiert mit Calciumhydroxid. Man könnte nun die Reaktionsgleichung wie folgt formulieren:

2 CH₃ - COOH + Ca(OH)₂ --> (CH₃ - COO)₂Ca + 2 H₂O

Oder besser in Ionenform (dann siehst Du auch besser warum und wo die Klammer gesetzt werden muss:

2 CH₃ - COO⁻ + Ca²⁺ --> (CH₃ - COO)₂Ca

Hier schreibt man nur, was tatsächlich reagiert.

Bemerken möchte ich noch, dass ich hier nur den einfachsten Fall Dir dargelegt habe; aber das war ja Dein Beispiel, nach dem Du gefragt hast.

Die Polarität einer Bindung kann man anhand der Elektronegativitäten (kurz EN) der beiden Bindungspartner ablesen. Dabei hat das elektronegativere Element stets eine negative Ladung und das weniger elektronegative (auch genannt "elektropositivere") Element die positive Ladung.

(Alkali)Metalle wie Li, Na, K haben eine eher geringe EN und sind daher in Molekülen praktisch immer positiv geladen. Halogene F, Cl, Br, I haben eine relativ hohe EN und sind deshalb (oft aber nicht immer) negativ geladen.

Habe ich also die Verbindung NaCl so hat Cl die höhere EN und ist daher negativ geladen (Cl- auch bekannt als Chloridion). Na hat die niedrigere EN und ist somit positiv geladen (Na+).

Die Größe der Differenz der Elektronegativitäten gibt an, ob es sich um eine kovalente oder eine ionische Bindung handelt. Die C-H-Bindung hat eine geringe EN-Differenz von ca. 0.3 (C: 2.5; H: 2.2) und ist daher eine kovalente Bindung. Bei NaCl ist die Differenz groß mit 2.3 (Na: 0.9; Cl: 3.2) weshalb es sich um eine ionische Bindung handelt. Ab einem EN-Unterschied von ca. 1.7 oder größer geht man von einer ionischen Bindung aus. Der Übergang von kovalent zu ionisch ist allerdings nicht scharf, sondern fließend. Man kann sich vorstellen, dass die Bindung immer mehr polarisiert wird je größer die Diefferenz der Elektronegativitäten wird, d.h. dass die Elektronen immer weiter zum elektronegativeren Element wandern, bis man schließlich eine Ionenbindung hat.

Woher kennt man die EN eines Elements? Aus dem Periodensystem ;)

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