Kurze tägliche Meditation. Dauer?

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4 Antworten

Ich selbst habe als Buddhist ein paar Jahre Meditationserfahrung und helfe dir bei dieser Frage gerne weiter.

Meditation allgemein

Zunächst einmal weiß ich natürlich nicht, welche "Technik" du nutzen willst, denn es wird unglaublich viel unter dem Begriff "Meditation" angeboten.

Aus meiner Sicht ist Meditation keine isolierte "Technik", sondern ein Zustand entspannter Achtsamkeit, also weder schläfrige Trance, noch angespannte Konzentration.

Die verschiedenen Techniken bieten dem Übenden dabei unterschiedliche Herangehensweisen zu diesem meditativen Zustand.

Letztlich kann man aber auch meditativ kochen, putzen usw. denn der Zustand der Meditation ist nicht auf das Sitzen beschränkt.

Dauer der Meditation

Ich empfehle Anfängern im Allgemeinen eine Dauer von 15 Minuten. Dazu gibt es auch eine augenzwinkernde Erklärung, die man natürlich nicht wörtlich nehmen sollte:

  • fünf Minuten sind Geist und Körper ein angespanntes Chaos
  • fünf Minuten sind Geist und Körper in schläfriger Trance
  • fünf Minuten lang  sind Körper und Geist im Gleichgewicht

Macht also 15 Minuten ;-)

Mit etwas Übung kann man die Sitzperioden dann verlängern.

Ich selbst sitze morgens und abends jeweils 2x45 Minuten, unterbrochen von einer Runde Gehmeditation zwischen beiden Sitzperioden.

Wichtig ist nicht so sehr die einzelne Sitzdauer, sondern die Regelmäßigkeit, mit der man übt. So gewöhnt man sich an die Praxis und wird "meditativer".

Ziele der Meditation

Nimm dir nichts vor für die Meditation. Jedes Ziel, das du dir setzt, wird deine Gedanken beschäftigen und dich von der Praxis ablenken.

Es gibt viele Menschen, die sich durch Meditation mental "optimieren" wollen, bessere Konzentration, mehr Entspannung, weniger Stress...

Aber in der Meditation gibt es dieses Leistungsdenken und diesen Optimierungswahn nicht. Du musst nicht "besser" werden, als du schon bist.

Wenn man sich irgendetwas erhofft, blockiert man sich damit gegenüber der Erfahrung und ist nicht offen für den Moment der Gegenwart.

Das ganze läuft dann im Kopf etwa so ab:

"Einatmen....Ausatmen...bin ich schon entspannt?...Einatmen...Ausatmen.... wie schnell das wohl wirkt?....Einatmen....Ausatmen....ich glaube, ich bin schon viel entspannter....Einatmen....dieser eine Typ im Fernsehen, der sah total entspannt aus...wie hieß der doch gleich? Dieser Kerl aus dem Dschungelcamp.....huch, ich meditiere ja gar nicht mehr...."

So wird das natürlich nichts. ;-)

Auch wenn man sich besondere spirituelle Erfahrungen erhofft, kann dass die Meditation beeinträchtigen, denn wenn man lange genug mit dieser Erwartungshaltung übt, wird man die gewünschten "Energiegefühle" haben - weil das Gehirn uns einen Streich spielt und Halluzinationen liefert.

Also einfach sitzen, ohne Zielstreben. Nur beobachten, nicht bewerten. Es geht nicht um irgendwelche "Ergebnisse".

Hier ist eine Anleitung zu einer sehr anfängerfreundlichen Achtsamkeitsmeditation, die 15 Minuten dauert.

Solltest du noch Fragen haben, helfe ich gerne weiter. :-)

Kommentar von Enzylexikon
11.12.2016, 13:41

Vielen Dank für den Stern. :-)

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10 Minuten reicht vollkommen anfangs . Konstantes Meditieren ist wichtig, dann wirst du hervorragende Resultate erzielen.

wenn du eine natürliche methode der meditation benutzt, in der du mühelos in die transzendenz oder in feinere bewusstseinsbereiche mit tiefer ruhe eintauchen kannst, dann sind 2 mal 20 minunten ideal, einmal morgens vor dem frühstück und einmal abends vor dem abendbrot (weil die verdauung körperliche aktivität mit sich bringt und das eintauchen in die stille behindern kann). und wenn du unter 20 bist, dann nur so viele minuten wie du jahre auf dem buckel hat, also mit 12 jahren nur 2 x 12 minuten. siehe dazu: http://meditation.de/

Ich bin christlich-buddhistisch ausgerichtet und meditiere regelmäßig in den verschiedenen Richtungen. Die Dauer der Meditation kann ziemlich individuell sein, auch 10 Minuten täglich sind schon hilfreich.

Im Moment meditiere ich mit der angeleiteten Karma-Clearing Meditation von Doreen Virtue (englisch). Es gibt sie auch in dem deutschsprachigen Buch "Karma Clearing".

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