Kurze knappe Zusammenfassung zum Begriff Moral nach Kant gesucht?

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3 Antworten

Immanuel Kant bezeichnet Moral auch als Sittlichkeit. Sie ist die Gesamtheit der Gebote und Verbote (Sittengesetze), wie Personen schlechthin/unbedingt (ohne Voraussetzung bestimmter Zwecke) handeln sollen und die entsprechende Gesinnung (guter Wille).

Moral bedeutete bei Kant auch manchmal Moralphilosophie, Philosophie der Sitten und Ethik (Sittenlehre).

In der Moral (Sittlichkeit) geht es um subjektive Grundsätze des Handelns, die allgemeine Bestimmungsgründe des Wollens sein können (vgl. kategorischer Imperativ).

Moral gebietet das Verhalten bei freien Handlungen, mit dem Personen (vernünftige Wesen) Glückswürdigkeit erreichen.

Immanuel Kant, Kritik der reinen Vernunft (2. Auflage 1787). II. Transscendentale Methodenlehre. Zweites Hauptstück. Der Kanon der reinen Vernunft. Zweiter Abschnitt. Von dem Ideal des höchsten Guts. AA III 523 – 524/B 834

„Das praktische Gesetz aus dem Bewegungsgrunde der Glückseligkeit nenne ich pragmatisch (Klugheitsregel); dasjenige aber, wofern ein solches ist, das zum Bewegungsgrunde nichts anderes hat, als die Würdigkeit, glücklich zu sein, moralisch (Sittengesetz). Das erstere räth, was zu thun sei, wenn wir der Glückseligkeit wollen theilhaftig, das zweite gebietet, wie wir uns verhalten sollen, um nur der Glückseligkeit würdig zu werden. Das erstere gründet sich auf empirische Principien; denn anders als vermittelst der Erfahrung kann ich weder wissen, welche Neigungen dasind, die befriedigt werden wollen, noch welches die Naturursachen sind, die ihre Befriedigung bewirken können. Das zweite abstrahirt von Neigungen und Naturmitteln sie zu befriedigen und betrachtet nur die Freiheit eines vernünftigen Wesens überhaupt und die nothwendigen Bedingungen, unter denen sie allein mit der Austheilung der Glückseligkeit nach Principien zusammenstimmt, und kann also wenigstens auf bloßen Ideen der reinen Vernunft beruhen und a priori erkannt werden.“

Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft (1788). Erster Theil. Elementarlehre der reinen praktischen Vernunft . Erstes Buch. Die Analytik der reinen praktischen Vernunft. Drittes Hauptstück. Von den Triebfedern der reinen praktischen Vernunft. AA V 8/A 145

„Der Begriff der Pflicht fordert also an der Handlung objectiv Übereinstimmung mit dem Gesetze, an der Maxime derselben aber subjectiv Achtung fürs Gesetz, als die alleinige Bestimmungsart des Willens durch dasselbe. Und darauf beruht der Unterschied zwischen dem Bewußtsein, pflichtmäßig und aus Pflicht, d. i. aus Achtung fürs Gesetz, gehandelt zu haben, davon das erstere (die Legalität) auch möglich ist, wenn Neigungen blos die Bestimmungsgründe des Willens gewesen wären, das zweite aber (die Moralität), der moralische Werth, lediglich darin gesetzt werden muß, daß die Handlung aus Pflicht, d. i. blos um des Gesetzes Willen, geschehe.“

Immanuel Kant, Kritik der praktischen Vernunft (1788). Erster Theil. Elementarlehre der reinen praktischen Vernunft. Zweites Buch. Dialektik der reinen praktischen Vernunft. Zweites Hauptstück. Von der Dialektik der reinen Vernunft in Bestimmung des Begriffs vom höchsten Gut. V. Das Dasein Gottes, als ein Postulat der reinen praktischen Vernunft AA V 139/A 234

„Daher ist auch die Moral nicht eigentlich die Lehre, wie wir uns glücklich machen, sondern wie wir der Glückseligkeit würdig werden sollen.“

Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten. (1797). Erster Theil. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Einleitung in die Metaphysik der Sitten. I. Von dem Verhältniß der Vermögen des menschlichen Gemüths zu den Sittengesetzen. AA VI 214

„Diese Gesetze der Freiheit heißen zum Unterschiede von Naturgesetzen moralisch. So fern sie nur auf bloße äußere Handlungen und deren Gesetzmäßigkeit gehen, heißen sie juridisch; fordern sie aber auch, daß sie (die Gesetze) selbst die Bestimmungsgründe der Handlungen sein sollen, so sind sie ethisch, und alsdann sagt man: die Übereinstimmung mit den ersteren ist die Legalität, die mit den zweiten die Moralität der Handlung. Die Freiheit, auf die sich die erstern Gesetze beziehen, kann nur die Freiheit im äußeren Gebrauche, diejenige aber, auf die sich die letztere beziehen, die Freiheit sowohl im äußern als innern Gebrauche der Willkür sein, sofern sie durch Vernunftgesetze bestimmt wird.“

Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten (1797). Erster Theil. Metaphysische Anfangsgründe der Rechtslehre. Einleitung in die Metaphysik der Sitten III. Von der Eintheilung einer Metaphysik der Sitten AA VI 219

„Man nennt die bloße Übereinstimmung oder Nichtübereinstimmung einer Handlung mit dem Gesetze ohne Rücksicht auf die Triebfeder derselben die Legalität (Gesetzmäßigkeit), diejenige aber, in welcher die Idee der Pflicht aus dem Gesetze zugleich die Triebfeder der Handlung ist, die Moralität (Sittlichkeit) derselben.“

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Albrecht 01.04.2012, 01:19

Immanuel Kant, Die Metaphysik der Sitten (1797). Zweiter Theil. Metaphysische Anfangsgründe der Tugendlehre. Einleitung zur Tugendlehre. AA VI 379

„Ethik bedeutete in den alten Zeiten die Sittenlehre (philosophia moralis) überhaupt, welche man auch die Lehre von den Pflichten benannte. In der Folge hat man es rathsam gefunden, diesen Namen auf einen Theil der Sittenlehre, nämlich auf die Lehre von den Pflichten, die nicht unter äußeren Gesetzen stehen, allein zu übertragen (dem man im Deutschen den Namen Tugendlehre angemessen gefunden hat): so daß jetzt das System der allgemeinen Pflichtenlehre in das der Rechtslehre (ius), welche äußerer Gesetze fähig ist, und der Tugendlehre (Ethica) eingetheilt wird, die deren nicht fähig ist; wobei es denn auch sein Bewenden haben mag.“

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Naja, seinem Kathegorischen Imperativ, kann man in dieser Bauernweisheit finden: "Was Du nicht willst, das man Dir tu', füg' auch keinem anderen zu!"

So definiert er aber nicht "Moral", sondern erklärt seine gute Moral... Wie genau er den begriff Moral definiert ist mir Unklar, vielleicht solltest du ihn mit "Handlungsmaximen" gleichsetzen...

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Greyford 31.03.2012, 15:58

Vielleicht guckste mal hier:

h t t p:// w w w .neuemoral.de/wwwneuemoralde/Philosophen/Immanuelkant/KantundMoral/kantund_moral.html

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Greyford 31.03.2012, 16:01
@Greyford

Großartig wenn das Programm likes ändert und einen als 2 identifiziert (und mich vom posten abhält...

Guck einfach unter http://www.neuemoral.de und klick dich durch... :)

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Wikipedia -> Kant -> Ethik

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