Kunststoff bzw. Gummi ist klebrig: Was tun?

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Vor vielen Jahren hatte ein Radio- und Fernsehtechniker eine wertvolle Empfehlung zum reinigen von klebrig gewordenen Kunststoffen. Ein handelsübliches Kontaktspray aus der Elektrotechnik. Kontaktspray auf einen Frottee- oder Baumwolllappen sprühen und dann der Klebrigkeit zu Leibe rücken. Nicht erschrecken, denn erst wird es richtig klebrig, weil sich ja die Klebrigkeit an- bzw. ablöst. Einfach weiter schrubbeln und natürlich immer wieder eine saubere Stelle des Lappens mit Kontaktspray einsprühen. Das ganze so lange fortführen, bis die Klebrigkeit nach und nach abgelöst wird und schlussendlich verschwindet. Der Kunststoff bleibt völlig unbeschadet. Es lassen sich auch Klebereste von Etiketten, von z.B. Hochglanzkunststoffen entfernen, ohne dass die Hochglanzfläche Schaden nimmt. Die evtl. unangenehm riechenden Kontaktspray Rückstände zu guter letzt mit einem feuchten Tuch und ein kleinwenig Spülmittel abwischen. Habe aktuell klebrige Teile von einem Fernglas gereinigt. Es ist wie neu und selbst die weiße Beschriftung unbeschadet. Viel Erfolg für alle die es anwenden möchten.

Das ist ein häufiges Problem bei „soft Touch“ Oberflächen aus Kunststoff.

Ich habe erfolgreich mit wenig Aufwand eine Taschenlampe und eine Fernbedienung gereinigt:

Mit dem „Kunststoffreiniger für Fenster“ von der Firma Mellerud habe ich die Oberfläche für 5 Stunden einwirken lassen, mehrmals Flüssigkeit nachgegossen, wenn es trocken wird. Dann mit einem Scottchbrite Schwamm abwischen (weiche Seite) oder anderer Hersteller.

Mit Benzin, Nitroverdünnung, Aceton habe ich keinen Erfolg gehabt.

Bei der Fernbedienung und anderen flüssigkeitsempfindlichen Geräten muß das Gerät auseinandergenommenen werden, um Schäden an der Elektronik zu vermeiden

Ich bin kein Mitarbeiter von Mellurid, aber das Produkt ist sehr gut auch für andere Aufgaben wie Reinigung von Kunststoffenstern, Türen, Garagentüren. Was ich ausprobieren werde ist die Reinigung vom Schwimmbad mit seinen verschmutzten Wänden nach dem Winter.

Alles Unsinn.

Das ist ein sogenannter Soft Touch Lack. Die werden nach einigen Jahren einfach Sch... Gibt es in vielen Autos, da kann man das Drama Auch beobachten.

Woher ich das weiß:Studium / Ausbildung – Seit 1984 befasse ich mich mit Kunststoffen

Ich habe leider die Erfahrung gemacht, dass bei einem Gummi, der sich zu lösen beginnt, nichts mehr hilft. Ich habe bei einem Fahrrad mal die Lenkergriffe aus Gummi gehabt, was die ersten Jahre super weich und komfortabel war. Leider hat sich der Weichmacher dann verflüchtigt und es wurde klebrig und echt unangenehm. Man konnte richtig kleine Stellen abzupfen. Ich denke mal, dass das auch am Schweiß liegt, wenn man schwitzige Hände hat und die Griffe anfasst.

Ich habe dann den Lenker neu mit Moosgummi Griffen ausgestattet. Mal sehen wie lange das hält. Zur Not muss man das solche Griffe eben alle paar Jahre austauschen.

Wenn Gummi klebrig wird, liegt das meistens daran, dass Fett drangekommen ist. Oder aber es ist ein Alterungsprozess des Materials, in dessen Verlauf bestimmte Weichmacher sich lösen. Dagegen kann es helfen, wenn man den Kunststoff entfettet, also mit Seife oder Alkohol bearbeitet. Das kann aber auch dazu führen, dass das Gummi spröde wird. Man kann auch versuchen, die Oberfläche mit einem Lack zu versiegeln. Am besten eignen sich Kleber für Neoprenanzüge. Auch Silikonspray kann helfen. Wenn der Kunststoff jedoch gar nicht mehr brauchbar ist, hilft nur noch, ihn zu ersetzen.

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