Kunsthistorische Werkanalyse - empirisch oder theoretisch?

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1 Antwort

theoretisch

Ich finde, Empirie klingt zu objektiv für das, was eine Analyse in der Kunst meint. Ein empirischen Verfahren in der Wissenschaft bedeutet für mich eine klare Kausalkette, das Überprüfen von Hypothesen durch die Wiederholung von Versuchen und ihre Beobachtung.

Natürlich nimmst du auch in der Kunst aus den "wahren" Gegebenheiten wie Farbe, Material, Duktus, ... Informationen auf, aber am Ende geht die eigentliche Interpretation ja eher auf die Vita des Künstlers, den Bezug des Stücks zu seinem Gesamtwerk und zum epochalen Kontext ein. Das ist für mich theoretisch.

Was die prinzipielle Wirkung von Farben und Motiven angeht, findest du sicherlich empirische Belege, dass bestimmte Farben wärmer wirken als andere, bestimmte Formen Statik und andere Dynamik ausstrahlen, dass bestimmte Metaphern und Symboliken in der menschlichen, biologisch bedingten Wahrnehmung der Umwelt verankert sind (z.B. Vogel=frei oder Pflanze=Leben). Das ist aber meiner Meinung nach nicht Kernthema einer kunsthistorischen Werkanalyse und geht wiederum auch in der theoretischen Überlegung über die bildsprachlichen Mittel in der Kunst auf.

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