Künstliche Befruchtung oder Adoption eines Kindes?

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4 Antworten

Ich würde erstmal alles vom Arzt untersuchen lassen. Wenn der sagt, daß ihr beide gesund seid, dann würde ich es auf jeden Fall erst mit einer künstlichen Befruchtung versuchen.

Meine Frau und ich waren in der gleichen Situation. Auf natürlichem Weg hat es nicht geklappt. Nach mehreren künstlichen Befruchtungen kam es dann auch zu zwei Schwangerschaften. Leider endeten beide in Fehlgeburten, aber das ist ja eher die Ausnahme als die Regel. (meine Frau hatte in einer früheren Beziehung schon 2 Fehlgeburten).

Die Ärzte sagten zwar immer, wir wären völlig gesund, aber irgendwann ist man psychisch am Ende und verkraftet keinen weiteren Versuch.

Aber dennoch solltest du es zuerst so versuchen, denn ...

eine Bekannte meiner Frau hat mit ihrem Mann (der unfruchtbar ist) zusammen ein Kind adoptiert. Daraufhin haben wir uns auch beim Jugendamt beworben. Das Problem dabei ist aber, daß es in Deutschland viel mehr Paare gibt, die adoptieren wollen, als Kinder, die man adoptieren kann. In den letzten 4 Jahren wurde in unserem Landkreis kein einziges Kind zur Adoption freigegeben, dafür gibt es aber um die 10 Paare, die eins wollen. Was auch dazu kommt: es gibt zwar keine offizielle Altersgrenze, so was entscheidet jeder Jugendamtmitarbeiter selbst, aber 43 sehen manche schon als zu alt an.

Es gibt noch die Möglichkeit der Auslandsadoption. Da gibt es aber einige Unterschiede zur Inlandsadoption. In Deutschland gibt es eigentlich nur Säuglingsadoptionen. Ein Kind aus dem Ausland ist in der Regel schon mindestens 2, eher 3 oder noch älter. Dazu kommen die hohen Kosten, die auf einen zukommen (ca. 30.000€). Man muß viele Unterlagen besorgen, wie z. B. Eheurkunde, Geburtsurkunde beider Partner, etc. Und obwohl es im Ausland viele Kinder in Kinderheimen gibt, dauert es trotzdem ne ganze Weile, je nach Land. Wir haben uns in Haiti beworben. Von anderen Paaren, die auch aus Haiti adoptieren wissen wir, daß es ca. 36 Monate dauert, von der Einreichung der Akten, bis man ein Kindervorschlag erhält (und dann dauert es immer noch mal ca. 6-12 Monate, bis man das Kind abholen darf).

Darum solltet ihr es auf jeden Fall erstmal mit künstlicher Befruchtung versuchen.

Eine solche Entscheidung kann frau / man nur für die eigene Situation treffen. Vorab wäre aber dennoch eine genaue medizinische Untersuchung von Mann und Frau erforderlich, um im besten Fall die Ursache herauszufinden. Danach kann man erst wissen, was ggf. erforderlich wäre, um selbst Kinder zu bekommen.

Adoption ist für das Kind, dessen Eltern nicht zur Verfügung stehen, eine gute Sache. Darauf sollte man sich aber gut vorbereiten, denn auch das ist nicht ganz einfach. Es kann sehr schön werden, es kann aber auch viele Konflikte und Probleme geben. Auch adoptierte Kinder sind nicht immer dankbar. Sie werden irgend wann die Frage haben, wer ihre leiblichen Eltern denn wohl sind.

Am Rande möchte ich noch etwas erwähnen, was immer wieder vorkommt: Wenn das Adoptivkind irgendwann da ist, passiert es dann glegentlich, dass die Eltern, die nach medizinischen Befunden, keine KInder bekommen dürften, dann doch noch Kinder bekommen.

Es gibt hier keine richtige und keine falsche Entscheidung. Ihr werdet sie für Euch finden, wenn Ihr Euch mit diesem Thema befasst.

Geduld und keinen Stress - einen Test machen lassen ist ja nicht invasiv (Fruchtbarkeit bei Ihm und Hormonstatus bei dir).

Und dann ruhig weiterschauen - vielleicht klappts ja auch einfach von selbst während des Wartens. Stress ist ein Killer.

Adoption wird in vielen Fällen nur zugelassen wenn BEIDE unter 40 sind.

Operationen gibt es keine bei Kinderwunsch, nur Insemination, das ist aber keine OP.

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