Künstlerische Auftragsarbeit und Urheberrecht - oder - "Für 5 Euro mal' ich dir nen Super Mario"

...komplette Frage anzeigen Super Mario aus Bügelperlen - (Geld, Urheberrecht, Künstler) Ein Tisch mit einem Super Mario Motiv - (Geld, Urheberrecht, Künstler)

2 Antworten

Falls ein Original-Bild von Super Mario oder Supermann geschützt ist als "4. Werke der bildenden Künste" im Sinne von § 2 UrhG - woran ich zunächst nicht zweifel -, dann darf ich es dennoch kopieren zu privaten Zwecken laut UrhG § 53 "Vervielfältigungen zum privaten und sonstigen eigenen Gebrauch": http://www.gesetze-im-internet.de/urhg/index.html

Also mit dem Kopiergerät, mit dem Fotoapparat, mit Pinsel und Öl auf Leinwand oder mit Glasscherben und Leim als Mosaik. Ich selber. Für mich. (Und für maximal sechs oder sieben enge persönlich verbunden Personen, sprach mal ein hohes Gericht. Sonst ist es keine privilegierte Privatkopie mehr nach § 53. Sondern was Anderes!)

Darf ich mit der Anfertigung einer solchen privilegierten Privatkopie aber auch einen Anderen beauftragen? Und darf der das dann auch ausführen? Ja, sagt § 52, der Andere darf das, aber nur

a) auf Papier und so

b) nur für lau:

"Der zur Vervielfältigung Befugte darf die Vervielfältigungsstücke auch durch einen anderen herstellen lassen, sofern dies unentgeltlich geschieht oder es sich um Vervielfältigungen auf Papier oder einem ähnlichen Träger mittels beliebiger photomechanischer Verfahren oder anderer Verfahren mit ähnlicher Wirkung handelt."

Wenn also wer zu dir kommt und sagt "Machst du mir den Super-Mario in Öl?" oder als Mosaik, dann darfst du dafür kein Geld nehmen -

und musst hoffen, dass im Streitfall ein Gericht Leinwand und Mosaik unter die im Gesetz genannten Techniken ("auf Papier oder ...") subsummiert. (Woran ich wenig zweifel.)

Darf man aber eine solche Gratis-Arbeit auch öffentlich anbieten? Ich denke nicht. Das Anbieten einer Gratis-Privatkopie im Allgemeinen ("Ich kopier euch alles für lau!") könnte im Grunde noch durchgehen. Wenn dabei aber mit einem bestimmten Werk geworben wird, und gleichzeitig mit einer Marke, einem Markennamen, und mit der Verwendung eines Bildes, das auch noch als Marke geschützt sein wird,

gerät man sicher auch in Teufels Küche! Also wenn man annonciert "Gerd, der Ölfex, macht dir ein Super-Mario-Ölgemälde für lau!" Denn damit würde zumindest geworben mit einem mutmaßlich geschützten Markennamen, was das Markengesetz und der Markeninhaber so nicht vorgesehen haben.

Wenn ich jetzt aber gar keine Original-Grafik von Mario kopiere, sondern einfach die Züge von Mario imitiere für eine eigene Grafik? Dann bleibt markenrechtlich das Problem, dass ich eine möglicherweise geschützte Bildmarke ausbeute und schädige mit einem ähnlichen Bild, siehe Markengesetz § 14. Von Verwechslungsgefahren mit dem geschützten Original mal ganz abgesehen.

Urheberrechtlich taucht bei einer Veränderung des Originals zudem das Problem auf, das Poster stelari schon genannt hatte: "Bearbeitungen oder andere Umgestaltungen des Werkes dürfen nur mit Einwilligung des Urhebers des bearbeiteten oder umgestalteten Werkes veröffentlicht oder verwertet werden." Sagt § 23 UrhG.

Dazu gibt es zwar eine Ausnahme, nämlich § 24 UrhG: "(1) Ein selbständiges Werk, das in freier Benutzung des Werkes eines anderen geschaffen worden ist, darf ohne Zustimmung des Urhebers des benutzten Werkes veröffentlicht und verwertet werden."

Wenn man nun als freier Künstler wissen möchte, wann denn eine zustimmungspflichtige Bearbeitung vorliegt nach § 23 und wann eine frei benutzbare Freie Benutzung nach § 24, dann googele man nach "saq.htm#freinutz".

Gruß aus Berlin, Gerd

Mal eines vorweg - ob du für die Arbeit und nicht für das Werk bezahlt wurdest spielt keine Rolle, was zählen würde - du wurdest bezahlt! Es spielt auch keine Rolle, wie das Werk entstanden ist - ob als Fotografie oder als Zeichnung oder durch Handanlegen...

Zu klären wäre nun, handelt es sich um Vervielfältigungen oder um eigene Werke unter der freien Benutzung - letzteres würde ich aber fast ausschließen, da sich deine Werke nicht weit genug vom Original entfernen. Es ist also davon auszugehen, dass es sich um Vervielfältigungen handelt und das wäre ohne Erlaubnis nach § 31 UrhG nicht zulässig.

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