Künstlerisch Arbeiten, wie ist das mit dem Kindergeld?

...komplette Frage anzeigen

4 Antworten

Ich habe nebenbei aber immer kleine private künstlerische Aufträge
erledigt (meistens Illustrationen) für eine kleine Summe im Bereich von
bis zu 400€, das ist soweit ich weiß OK oder?

Hi NeunzehnKa,

das Kindergeld ist hier nicht das Problem (die Einkommensgrenzen für den Kindergeldanspruch wurden bereits in 2012 ganz abgeschafft!), sondern die bisherige kostenlose Familien(kranken)versicherung über die Eltern. Für 2017 sind nur 425 € mtl. Einkommen erlaubt, um weiterhin kostenlosen KV-Schutz über die Eltern zu haben.

Ich bin aber noch recht unerfahren was das alles angeht und habe jetzt
gelesen, dass man nicht länger als 20h pro Woche arbeiten kann, weil
sonst das Kindergeld wegfällt.

Die 20 Wochenstunden-Grenze gilt nur bei einer Zweitausbildung bzw. einem Zweitstudium für den Hinzuverdienst!

Näheres zum Gewerbe bzw. Freiberuf findest du in klicktipps.de unter "Eigenes Gewerbe gründen" bzw. hier in dem Link:
www.klicktipps.de/gewerbe.php#abgr

Gruß siola55

Das mit dem Kindergeld kann ich nicht beantworten, aber wenn Du beweisen kannst, dass es nie über 20 Stunden/Woche waren, ist das schon mal gut.

Künstler/in ist ein freier Beruf, da musst Du schon mal keinen Gewerbeschein haben und keine Gewerbesteuer bezahlen (1. gute Nachricht).

2. gute Nachricht: Wenn Du in einem Kalenderjahr weniger als 17.5000 brutto selbstständig verdienst, bist Du außerdem von der Umsatzsteuer befreit.

Doch im laufenden Kalenderjahr dürfen die Einnahmen ausnahmsweise auch 'unter 50.000 Euro' liegen, ohne dass Umsatzsteuer rückwirkend erhoben wird. In den künftigen Jahren wird sie aber fällig, es sei denn, man gibt die Selbstständigkeit auf. Insofern gilt diese 50.000-Regel nur 1 Mal.

Wenn Du sicher Umsatzsteuer bezahlen musst: Ruf am besten in Deinem Finanzamt in der Abteilung Umsatzsteuer an: Eigentlich fallen bei künstlerische Leistungen nur 7% Umsatzsteuer an, aber die Regelungen sind etwas kompliziert, lies das hier am besten:

https://www.erfolg-als-freiberufler.de/steuern/umsatzsteuer-und-freiberufler/umsatzsteuer-bei-kunstlern/

Einkommensteuer: Am Ende eines Kalenderjahres (bzw. bis Ende Mai des Folgejahres) musst Du eine Einkommensteuererklärung abgeben; und wenn Du Umsatzsteuer erhoben hast, dann auch eine Jahresumsatzsteuererklärung.

Das klingt jetzt wie viel Zeugs, aber glaube mir: Man gewöhnt sich daran!

siola55 28.02.2017, 21:09

Das mit dem Kindergeld kann ich nicht beantworten, aber wenn Du beweisen kannst, dass es nie über 20 Stunden/Woche waren, ist das schon mal gut.

Also die 20 Wochenstunden-Grenze gilt nur für den Hinzuverdienst bei einer Zweitausbildung bzw. einem Zweitstudium!

0

Nein, denn seit dem 01.01.2012 wird Kindergeld einkommensunabhängig gewährt.

Unabhängig davon, auch freiberuflich Tätige sind einkommensteuerpflichtig. Da kommt das Finanzamt ganz sicher noch auf dich zu.

Du brauchst Dich an keinen Finanzberater wenden, der Dir Geld abknöpft. Ruf einfach beim Finanzamt an und frag die, was Du in Deiner Situation tun solltest. Das sind keine Unmenschen, sondern meist freundliche Leute, die Dir kompetente Auskunft geben können.

Als ich als Freiberufler angefangen habe, haben sie mir gleich einen Stapel Broschüren geschickt und mir Tipps gegeben, was ich alles brauche.

NeunzehnKa 28.02.2017, 15:30

Danke, ich hab halt einfach Schiss, dass uns das Kindergeld direkt gestrichen wird... Meine Erfahrungen was das Finanzamt in dieser Richtung angeht sind da nämlich nicht die Tollsten. 

0

Was möchtest Du wissen?