Kündigungsschutz bei Schwangerschaft?zum Arzt oder noch nicht warten?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Im fünften Paragraphen des Mutterschutzgesetzes wird werdenden Müttern
geraten, dem Arbeitsgeber Schwangerschaft und mutmaßlichen Zeitpunkt der
Geburt mitzuteilen.

Es besteht aber keine Mitteilungspflicht!

Eine tatsächliche Mitteilungsverpflichtung kann allerdings für die Arbeitnehmerin aus der allgemeinen Treuepflicht entstehen, die im Arbeitsvertrag festgehalten ist. Das ist dann der Fall, wenn der Arbeitgeber ein berechtigtes Interesse an einer solchen Mitteilung hat, das dem Interesse der Arbeitnehmerin an der Nicht-Mitteilung überwiegt.

Das trifft z.B. zu, wenn der Arbeitgeber verpflichtet ist, Schutzvorkehrungen am Arbeitsplatz zu treffen, die aus der Mutterschutzrichtlinienverordnung folgen - wie bei Schichtarbeitern oder im Kühlhaus oder Fließband oder wenn der Arbeitgeber eine Vertretung für die Schwangere aufgrund deren Aufgaben - vor allem in einer Führungsposition - eine gewisse Zeit einarbeiten muss.

Auch in einer Schwangerschaft läuft ein befristeter Vertrag ganz normal aus, da unterliegst du keinem Kündigungsschutz bzw. du hast kein Anrecht auf einen neuen Vertrag.

Halte also zunächst die Füße still, unterschreibe deinen unbefristeten Vertrag und ca. ab der 12 SSW teilst du deinem Arbeitgeber die freudige Nachricht mit.

Du musst auch kein schlechtes Gewissen haben, das gehört zum unternehmerischen Risiko eines jeden Arbeitgebers, wenn er Frauen im gebährfähigen Alter beschäftigt.

Alles Gute für dich und eine gesunde Schwangerschaft!

Manchmal muss man im Leben auch mal egoistisch sein.

Du bekommst den Vertrag mit 1. März schon?
Dann würde ich nämlich noch abwarten damit deine eventuelle Schwangerschaft zu verkünden.

Du bist auch nicht verpflichtet die Schwangerschaft bekannt zu geben.

Und auch ganz ohne pessimistisch zu wirken, in einem so frühen Stadium würde ich sowieso niemanden außer meinem Partner davon erzählen. Da kann noch so viel passieren!

Klar, dessen bin ich mir bewusst. Ich dachte nur man wäre wirklich dazu verpflichtet es dem Arbeitgeber mitzuteilen.
Danke auf jedenfall für die Antwort. 😊

0

Achso, ja. Der Vertrag wird zum 1. März ausgestellt.

0

Du lässt Dir jetzt erst den unbefristeten Arbeitsvertrag unterschreiben und dann entscheidest Du selbst, wann Du dem AG die Schwangerschaft mitteilst.

Im Mutterschutzgesetz steht, dass man den AG über eine bestehende Schwangerschaft unterrichten "soll". Es ist aber nicht vorgeschrieben, wann das passieren muss.

Wenn Du nicht gerade z.B. mit gesundheitsgefährdenden Stoffen arbeitest oder Dein Job in anderer Weise Risiken für die Schwangerschaft birgt, empfehle ich Dir, Deinen AG erst nach Vertragsunterzeichnung zu unterrichten.

Ob Du das dann direkt danach oder erst ein paar Tage/Wochen später machst, bleibt Dir selbst überlassen. Je früher Du allerdings den AG unterrichtest, desto eher greifen die Schutzbestimmungen des Mutterschutzgesetzes.

Der besondere Kündigungsschutz besteht auch dann schon, wenn der befristete Arbeitsvertrag noch nicht abgelaufen ist, der neue unbefristete Arbeitsvertrag aber schon unterschrieben ist.

Sollte Dein AG vor der Vereinbarung über einen unbefristeten Arbeitsvertrag Kenntnis von Deiner Schwangerschaft haben, muss er Dir diesen nicht geben und Du bist evtl. nach Ablauf der Befristung "raus". Sobald allerdings die Vereinbarung über ein unbefristetes Arbeitsverhältnis vom AG unterschrieben ist, greift der besondere Kündigungsschutz nach dem Mutterschutzgesetz.

Ich würde dem Arbeitgeber erst was sagen wenn der Vertrag entfristet wurde und das erste Trimester rum ist.
Sollte was schief gehen, ist dein Chef ja auch "vorgewarnt".
Je nach Chef kann da schnell mal ne Kündigung kommen, bevor du wieder schwanger bist.

Zum Arzt kannst du ruhig schon gehen. Du bist nicht verpflichtet, deinen AG über die Schwangerschaft zu informieren bzw. du kannst das dann tun, wenn du es für richtig hältst.

Ich würde an deiner Stelle den AG erst dann informieren, wenn der neue Arbeitsvertrag unter Dach und Fach ist. Sonst braucht er dir nicht mal zu kündigen, sondern der befristete Arbeitsvertrag läuft einfach aus. Da hilft dir auch das Mutterschutzgesetz nicht.

Damit es nicht so komisch wirkt, kannst du ja mit der Info des AG noch zwei, drei Wochen warten, nachdem der Arbeitsvertrag unterschrieben ist.

Mutterpass ausgestellt amXX , auch AG können nachrechnen :)

0
@schoschi06

Dann erklärt man halt dem Frauenarzt die Sachlage und bittet ihn, den Mutterpass erst später auszustellen. Mein Frauenarzt zumindest würde das machen.

3

Man ist nicht verpflichtet den Mutterpass vorzulegen.

Der Arzt kann das auch separat bestätigen.

1
@schoschi06

Ein Schwangerschaftszeugnis enthält nur den errechneten Geburtstermin, nicht aber das Datum, an dem die Schwangerschaft festgestellt wurde.

1
@isebise50

Und der Arbeitgeber hat keinen Rechtsanspruch, Einblick in deinen Mutterpass zu nehmen.

Schließlich stehen da serologische Untersuchungsergebnisse, Infektionsbefunde, vorausgegangene Schwangerschaften und anamnestische Befunde drin, die den AG absolut nichts angehen.

1

Eine Schwangerschaft ist dem Arbeitgeber sofort mitzuteilen.
Der Kündigungsschutz besteht nicht bei einem befristeten Vertrag. Der Vertrag würde einfach auslaufen und vermutlich nicht verlängert werden.

Wenn du dir allerdings noch nicht sicher bist ob du schwanger bist, würde ich noch nichts erzählen.
Ob du den Besuch beim Arzt jetzt so lange verschiebst, bis dein Arbeitsvertrag auf unbefristet verlängert wurde, musst du mit deinem Gewissen vereinbaren.
Ob es da irgendwelche Gesetze gibt, weis ich nicht.

Eine Schwangerschaft ist dem Arbeitgeber sofort mitzuteilen.

Das ist nicht richtig. Man darf sogar lügen, beispielsweise bei einem Einstellungsgespräch, wenn gefragt wird, ob man schwanger ist.

4

Eine Verlängerung 6st eine absolut freiwillig Sache.  Der AG kann das machen  oder lassen.

naja wenn du schwanger bist kann und der Firma das mitteilst kann es durchaus sein, dass du deinen vertrag nicht verlängert bekommst.

Wenn du gefragt bist ob du schwanger bist, dann müsstest du darauf antworten - selbst musst du es nicht mitteilen, wirst du gefragt dann musst du antworten und das auch wahrheitsgemäß.

Die Frage nach einer Schwangerschaft ist erstens unzulässig und zweitens darf Frau dann sogar lügen.

2

Was möchtest Du wissen?