Kündigungsschutz bei 30% Schwerbeschädigt?

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6 Antworten

Mit 30 % kannst du dich einem Scherbehinderten "gleich stellen" lassen. Einen erweiterten Kündigungsschutz hast du dann nur in der Firma, die dich unter diesen Bedingungen eingestellt hat.

"Einen erweiterten Kündigungsschutz hast du dann nur in der Firma, die dich unter diesen Bedingungen eingestellt hat."

Das stimmt so nicht, grundsätzlich hat ein Schwerbehinderter diesen Kündigungsschutz nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit. Ab eine GdB von 30 kann ein Antrag auf Gleichstellung gestellt werden. wen dem entsprochen wird gilt auch hier nach 6 Monaten Betriebszugehörigkeit der erweiterte Kündigungsschutz.

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@Anton96

Wenn er den Behindertenstatus vor der Einstellung verschwiegen hat (so der bereits festlag), kann der Vertrag sogar wegen Täuschung aufgehoben werden. In den Fragebögen wird nach einer Behinderung gefragt. Dies liegt durchaus sowohl im Interesse des AN als auch des AG.

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@DerHans

Stimmt so nicht. Solange die Behinderung keine Einfluss auf die Arbeitsleistung und Sicherheit hat darf sie verschwiegen werden solange nicht explizit danach gefragt wird, Was die Frage nach dem vorliegen einer Schwerbehinderung angeht das gibt es keine wirklich gefestigte Rechtsprechung. Solange die Frage sachlich begründbar ist ist das kein Problem, wenn nicht sollte man sie sich als Arbeitgeber unter Umständen verkneifen weil der Verdacht aufkommen könnte man diskriminiert diese Personengruppe. Das ein Arbeitsvertrag beim verschweigen des Vorliegen einer Schwerbehinderung wegen Täuschung aufgehoben kann ist eher die Ausnahme als die Regel.

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@Konrad Huber

Leider nicht, die Sichtweise von Hans mag die Meinung von ihm wiedergeben, die Rechtslage ist dann aber doch wesentlich komplexer.

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Nein in der Probezeit hast du keine erweiterten Kündigungsschutz, wobei die Probezeit bis zu 6 Monaten betragen darf. Wenn dein Arbeitgeber währen der Probezeit von deiner Behinderung erfährt kann er dich ohne angaben von Gründen kündigen. Das einzige was dein Arbeitgeber besser nicht macht, ist als Kündigungsgrund deine Behinderung an zu geben weil es ihm ansonsten passieren kann das er wegen Diskriminierung Probleme bekommt. Wie hier bereits geschrieben wurde besteht bei eine GdB von 30 generell erst einmal kein erweiterter Kündigungsschutz, den kannst du durch Antrag auf Gleichstellung aber unter bestimmten Bedingungen bekommen. Was deine Behinderung angeht die musst du nur dann Angeben wenn die Arbeitsleistung oder Sicherheit dadurch eingeschränkt ist.

In der Probezeit können beide Seiten ohne Angabe von Gründen innerhalb der gesetzlichen Kündigungsfrist für Probezeiten kündigen. Ob der Kündigungsgrund gerechtfertigt ist oder nicht spielt erst nach der Probezeit eine Rolle. Der Arbeitgeber kann jemanden in der Probezeit auch grundlos kündigen.

Wobei eventuell anzumerken ist, das die Probezeit maximal 6 Monate betragen darf.

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Innerhalb der ersten 6 Monate hast Du keinen Kündigungsschutz. Und danach kann der AG nur kündigen, wenn er die Zustimmung des Integrationsamtes eingeholt hat.

Und danach kann der AG nur kündigen, wenn er die Zustimmung des Integrationsamtes eingeholt hat.

Für jemanden mit einem 30er GdB gilt der Kündigungsschutz aber nicht einfach so. Dazu muss er sich erst mal gleichstellen lassen.

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Hallo jayern24,

offensichtlich besteht da Ihrerseits ein grundsätzlicher "Denkfehler!"

Warum?

So wie Sie Ihre Frage formulieren, befinden Sie Sie sich in einem Arbeitsverhältnis auf Probe und haben bereits einen GdB von 30 %.

Sie haben aber Ihren neuen Arbeitgeber noch nicht über Ihre Gesundheitseinschränkung informiert.

Nach allgemeiner Gepflogenheit werden schließlich bei einem Einstellungsverfahren im Personalfragebogen auch Fragen nach dem Gesundheitszustand gestellt, je nachdem um was für eine Tätigkeit es sich handelt.

Aus Ihrer Fragestellung geht ja nicht hervor, welche Tätigkeit Sie ausüben.

Stellen Sie sich vor, Sie üben einen Handwerksberuf aus und müßen dort körperlich schwer arbeiten. Oder im Gebäudereinigungshandwerk, oder in der Gastronomie, oder bei ALDI und LIDL, usw.

Nun verschweigen Sie ggf. Ihren 30 GdB und stellen Ihren Arbeitgeber nach Ablauf der Probezeit vor vollendete Tatsachen und fallen wegen Ihrem vorhandenen Leiden immer wieder aus..

Was glauben Sie wohl, was dann passiert?

Kein Arbeitsgericht wird dann auf Ihrer Seite stehen.

Der Arbeitgeber darf zwar keine allzu intimen Fragen stellen, aber eine Schwerbeschädigung dürfen Sie nicht verschweigen!

Versetzen Sie sich bitte einfach selbst einmal in die Lage eines Arbeitgebers.

Der Arbeitgeber soll voll leisten, aber Sie als Arbeitnehmer nur eingeschränkt?

Der Arbeitgeber ist nicht die Sozialversicherung.

Nach meinem Dafürhalten/Rechtsempfinden verstößt ein derartiges einseitiges Verhalten schlichtweg gegen die guten Sitten.

Anders wäre der Fall sicherlich gelagert, wenn Sie sich den Schwerbehindertenstatus im Rahmen Ihrer Tätigkeit und innerhalb der Probezeit zugezogen haben.

In der freien Wirtschaft wird mit knallharten Bandagen gekämpft.

Im öffentlichen Dienst geht es unter Umständen noch etwas humaner auf und zu, schließlich trägt dort die Allgemeinheit der Steuerzahler das Ausfallrsiiko.

Darüber sollten Sie einmal gründlich nachdenken.

Beste Grüße

Konrad

Hier möchte ich dann doch etwas zu schreiben, Zunächspricht man erst bei einem GdB größer gleich 50 von einer Schwerbehinderung. Solange nicht expliziet nacg dem vorliegen einer Schwerbehinderung gefragt wird muss man diese NUR angeben den die Arbeitsleistung oder Sicherheit durch die Behinderung beeinträchtigt ist. Was deine Empörung angeht, wie findest du es denn wenn, was mir schon passiert ist, unverhohlen zugegen wird das man keine Menschen mit Behinderung ein stellt. Es gibt gute gründe seinen GdB nicht an zu geben insbesondere wen er gerade mal bei 30 liegt. Ich kann hier irgends lesen das die Arbeitsleistung oder Arbeitsicherheit eingeschränkt ist. Ich finde es fast schon beleidigend wenn du wie selbstverständlich davon ausgehst das das Ausfallrisiko wegen Krankheit bei einem Menschen mit Behinderung höher ist als bei nicht Behinderten Arbeitnehmern.

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@Anton96

Hallo Anton96,

ich zitiere hier nochmals die ursprüngliche Fragestellung von jayem24 jayem24 22.06.2011 - 23:29

Zitat:

"hat man als Arbeitnehmer mit 30% Schwerbeschädigtengrad auch in der Probezeit einen erweiterten Kündigungsschutz?

Was ist wenn der Arbeitgeber in der Probezeit von der behinerung erfährt?"

Allein schon aus der Fragstellung heraus ergibt sich, daß der Betroffene mit seinem "Geheimnis" nicht ruhig schlafen kann.

Andererseits wird auf einen erweiterten Kündigungsschutz spekuliert, andererseits werden wichtige Fakten verschwiegen.

Nach dem ungeschriebenen Gesetz von "Treu und Glauben" und nach den allgemeinen Lebenserfahrungen zahlt es sich langfristig immer aus, mit offenen und nicht mit verdeckten Karten zu spielen.

Schon gar nicht bei dem so sensiblen Thema "Kündigungsschutz und Arbeitnehmerrecht!"

Andererseits würde man sich in diesem Fall den erweiterten Kündigungsschutz durch die Hintertüre erschleichen.

Keine gute Basis für ein gutes und dauerhaftes Arbeitsverhältnis.

Liegen beim Arbeitnehmer entsprechende Fähigkeiten und Fertigkeiten (Qualifikationen) vor, die dem betreffenden Arbeitsplatz gerecht werden, so wird ein humaner Arbeitgeber (Personalchef) einen 30 % GdB schlucken.

(Es gibt durchaus auch humane Arbeitgeber!)

Tut er das nicht, dann ist es auch nicht der richtige Arbeitgeber.

Und was Ihren Hinweis auf "Empörung" anbelangt:

Es geht hier nicht um Empörung, sondern lediglich um sachliche Meinungsäußerung.

Natürlich gibt es unterschiedliche Sichtweisen und in einer Demokratie sollten auch alle Sichtweisen auf den Tisch.

Betroffene müßen letztendlich selbst und für sich entscheiden, ob Sie mit unvollständigen und halbwertigen Fakten leben können.

Eben eine Gewissensfrage.

Sie schreiben gegen Ende Ihres Kommentars außerdem:

"Ich finde es fast schon beleidigend wenn du wie selbstverständlich davon ausgehst das das Ausfallrisiko wegen Krankheit bei einem Menschen mit Behinderung höher ist als bei nicht Behinderten Arbeitnehmern."

Dieser Vorwurf/Unterstellung ist totaler Unsinn! Bitte bleiben Sie sachlich!

Es geht lediglich um Wahrheit und Klarheit!

Dann kann man seine Rechte auch durchsetzen.

Beste Grüße

Konrad

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@Konrad Huber

Hallo Konrad,

ich kann dir da nur beipflichten ( selbst 30 % mit Gleichstellung). Manche Firmen suchen ja gerade zu diese Leute, weil sie dann Zuschüsse beantragen können und ihre Quote erfüllen.

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@DerHans

Hallo DerHans,

ich freue mich sehr,

daß Sie es wie ich vorziehen, mit offenen Karten zu spielen.

Es ist immer besser, mit der Wahrheit umzugehen, (auch als Behinderter) auch gegenüber einem Arbeitgeber, sonst macht man sich schnell angreifbar und das bringt nichts.

Auch halte ich es für selbstverständlich und wichtig, daß hier alles sachlich und nicht polemisch über die Bühne geht.

Ich freue mich für Sie, daß Sie trotz gesundheitlicher Einschränkung mit 30% eine Gleichstellung erreichen konnten und daß Sie trotzdem von Ihrem Arbeitgeber respektiert werden.

Das ist leider keine Selbstverständlichkeit.

Ich wünsche Ihnen auf Ihrem weiteren Weg alles Gute und bestmögliche Gesundheit

Beste Grüße

Konrad

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@DerHans

Ja es gibt Firmen die gerade Menschen mit Behinderung einstellen nur ist das eben die Ausnahme und nicht die Regel. Im übrigen empfehle ich nicht so sehr die eigene Ansicht in den Vordergrund zu stellen sondern sich die Rechtslage und Rechtsprechung an zu sehen und die sieht nun mal etwas anders aus.

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@Anton96

Im übrigen empfehle ich nicht so sehr die eigene Ansicht in den Vordergrund zu stellen sondern sich die Rechtslage und Rechtsprechung an zu sehen und die sieht nun mal etwas anders aus.<

Antwort:

Wie Sie in manchen Ihrer Zeilen selber und auch richtig schreiben, gibt es keine einheitliche Rechtsprechung zu dieser gesamten Problematik!

Warum?

Jeder Einzelfall ist anders und wir verurteilen hier niemanden!

Aber wir haben das Recht, auch wenn es Ihnen persönlich nicht gefällt, hier unsere eigene, demokratisch basierte Meinung kund zu tun!

Langfristig zahlt es sich immer aus, bei der Wahrheit zu bleiben, auch wenn das manchmal auf den ersten Blick etwas unlogisch erscheinen mag.

In diesem Sinne, beste Grüße

Konrad

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Man hat in den ersten 6 Monaten diesen Kündigungsschutz sowieso noch nicht.

Und mit ''nur'' einem GdB von 30 müsstest du dich erst mit einem Schwerbehinderten gleichstellen lassen, um in den Genuss dieses Kündigungsschutzes zu kommen.

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