Kündigungsfrist Fitness trotz Umzug wg. Arbeitgeberwechsel?

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6 Antworten

Sei froh, dass man Dir mit einer 3-monatigen Kündigungsfrist entgegengekommen ist, denn das mussten sie nicht. Außer ein solches Sonderkündigungsrecht ist vertraglich vereinbart.

http://www.focus.de/digital/experten/bernd_storm/sonderkuendigungsrecht-im-fitnessstudio-wann-es-greift_id_7343728.html

Für eine Sonderkündigung wegen Umzug in eine andere Stadt gibt es keine
rechtliche Grundlage.

Ein Zeitsoldat, welcher berufsbedingt immer wieder den Wohnort wechseln musste, hatte 2016 vor  dem Bundesgerichtshofs ((XII ZR 62/15) geklagt und verloren. Bei langfristigen Verträgen liegt das Risiko beim Kunden, ob er die vereinbarten Leistungen nutzen kann, das gilt auch für Fitnessstudio-Mitgliedschaft. Das Fitnessstudio wegen Umzug zu kündigen ist demnach nur möglich, wenn eine entsprechende Regelung im Vertrag genannt wurde.

Einige Fitnessstudio beenden den Fitnessvertrag aus Kulanz, auch wenn es keine rechtliche Verpflichtung gibt. Es kann sich durchaus lohnen, im Fitnessstudio nachzufragen, ein Rechtsanspruch besteht allerdings nicht.

In diesem speziellen Einzelfall könnte 314 BGB Abs. 1 durchaus Anwendung finden, da der Umzug hier wegen Aufrechterhaltung / Findung einer ( neuen ) Beschäftigung erfolgte, und somit den Interessen des Fitness-Studio - Betreibers vorangestellt werden könnte.

Dies untermauernd dürfte dann auch das Argument einer unzumutbaren Anfahrtstrecke von vermutlich > 1h Anfahrt ( einfache Fahrt = ~ 95 KM ) ansetzbar sein. 

Siehe dazu auch mal hier : 

http://www.123recht.net/article.asp?a=28026&ccheck=1

Nun ja, den Arbeitgeberwechsel hat der Fitnessbetreiber nicht zu verantworten, auch nicht deinen Umzug und deinen jetzt langen Anfahrtsweg.

Ob das alles unter "Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen" ausreicht, außerordentlich zu kündigen, scheint mir fraglich - auch weil beiderigerseitige Interessen per Gesetz berücksichtigt werden sollen.

Mit deinem Anliegen werden im Grunde nur deine eigenen Interessen berücksichtigt, und das auch noch in einem Rahmen, den der Vertragspartner in keiner Weise zu verantworten hat, sondern nur du selbst.

Dennoch lässt sich der Fitnessbetreiber auf die Kündiung ein - ob gezwungermaßen oder wirklich aus Kulanz sei dahingestellt.

Nach (3) kannst du nur nach angemessener Frist kündigigen, und da müsste man eine Frist von jetzt bis Oktober bzw. 3 Monate als "angemessen" ansehen, schätze ich.

Fachlichen juristischen Rat kannst du nur bei einem Volljuristen / Anwalt bekommen.


Auf die Mindestlaufzeit können die bestehen. Nach der Mindestlaufzeit bspw.  12 Monate verlängert sich das ganze ja in der Regel  wieder um 12 monate. Da kommste dann in der Regel raus wenn du umziehst. Bei mir hies es 5 km grenze.

Streng genommem kannst du aber froh sein dass die so kulant sind und dich nach 3 Monaten rauslassen :)

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Ja, du liegst falsch, schon seit einigen Jahren ist der Umzug (auch der beruflich bedingte) kein Sonderkündigungsrecht 

Xaturou 07.08.2017, 18:24

? das sagt aber der §314 des BGB aus?!

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CapAndMore 07.08.2017, 18:28
@Xaturou

Nein, genau das tut er nicht...es wird nicht als wichtiger Grund vom Gericht anerkannt...

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