Kündigungsfrist 2 oder 4 Wochen

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3 Antworten

Wenn Du die Probezeit von 6 Monaten nach dem 1. Arbeitsvertrag bereits hinter Dich gebracht hast, ist die Vereinbarung einer neuen Probezeit im 2. Arbeitsvertrag rechtlich wirkungslos!

Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch BGB § 622 Abs. 3 kann eine verkürzte Kündigungsfrist zwar für eine Probezeit, längstens aber für 6 Monate, vereinbart werden - zweimal 6 Monate verkürzte Kündigungsfrist, weil zweimal Probezeit: das ist rechtlich ausgeschlossen!

Wenn Du also jetzt schon länger als 6 Monate bei diesem Arbeitgeber beschäftigt bist (wenn auch mit 2. Arbeitsvertrag) und eine Kündigungsmöglichkeit für dieses befristete Arbeitsverhältnis überhauüt vereinbart worden ist, dann kannst Du ("eigentlich" nach dem Gesetz) nur noch mit einer Frist von 4 Monaten zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats kündigen.

Wenn der Arbeitgeber aber eine 2-Wochen-Kündigung akzeptiert ... ... Ansonsten musst Du Dich mit ihm über eine vorzeitige Beendigung des Arbeitsverhältnisses einigen.

ändert es etwas wenn, ich Ihnen jetzt sage das mir der Vertrag verlängert wurde und gleichzeitig meine Position am Tag der Vertragsverlängerung auf der Jobbörse der Arbeitsagentur steht.

Mit anderen Worten mein Arbeitgeber will mich sowieso loswerden, hat aber noch keinen neuen Bewerber gefunden. Meine Stelle ist zum 01.01.2014 ausgeschrieben.

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@Joey1988

Rechtlich ändert das nichts; es könnte aber als unterstützende Argumentationshilfe herhalten, um den Arbeitgeber zu bewegen, eine kurze Kündigungsfrist zu akzeptieren oder das Arbeitsverhältnis sofort/sehr kurzfristig einvernehmlich zu lösen.

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@Familiengerd:

dann kannst Du ("eigentlich" nach dem Gesetz) nur noch mit einer Frist von 4 Monaten zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats kündigen.<

Das wäre allerdings ein bißchen happig,ich denke wir sollten von vier Wochen ausgehen.

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@lenzing42

Ohh, ja, in der Tat, verd... ...! Selbstverständlich 4 Wochen!

So ist das, wenn man beim Schreiben an etwas Anderes denkt und dann auch nicht noch einmal Korrektur liest! :-(

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Kündige doch Fristlos wenn du sofort bei einer Anderen Firma anfangen kannst mache aber erst den Vertrag mit der anderen Firma.

Mit welcher Begründung sollte er fristlos kündigen können?

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Wenn es so im Vertrag steht kannst Du auch die zwei Wochen nehmen.

Dein AG könnte das nicht. Die zweite vereinbarte Probezeit geht nicht. Aber den Vertrag hat Dir der AG so vorgelegt, jetzt muß er auch damit leben.

Aber den Vertrag hat Dir der AG so vorgelegt, jetzt muß er auch damit leben.

Jetzt muss ich aber einmal nachfragen, weil ich das immer wieder einmal in Antworten von kompetenter Seite lesen:

Woraus ergibt sich Deine Feststellung, dass der Arbeitnehmer mit der vertraglich kürzeren Frist kündigen darf, obwohl dieses Frist nicht den gesetzlichen Bestimmungen entspricht: hier also die erneute Probezeitkündigungsfrist, obwohl 6 Monate bereits überschritten sind, die aufgrund des Vertrages für die arbeitnehmerseitige Kündigung gelten soll, obwohl sie gesetzlichen Bestimmungen widerspricht? - Das Gesetz gibt diese Möglichkeit jedenfalls nicht her.

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@Familiengerd

Wenn mein AG mit mir eine kürzere als die gesetzliche Frist vereinbart dann kann ich mich auch daran halten. Der AG selbst muß sich allerdings an die gesetzlichen Vorgaben halten.

Ich bin als AN nicht unbedingt verpflichtet das BGB zu kennen, der Vertrag wird schließlich nicht von mir sondern vom AG vorgelegt. Der AN hat meistens nur die Möglichkeit ihn zu unterschreiben oder es sein zu lassen und hat dann als Konsequenz auch keine Arbeit. Eine Augenhöhe ist also nicht gegeben.

Wenn der User die zweite Probezeit moniert hätte wäre vermutlich der Vertrag nicht verlängert worden. Jetzt kann er sich auf diese Probezeit berufen die gesetzlich nicht möglich ist

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@Maximilian112

Die Nichtkenntnis eines Gesetzes hatte noch nie die Folge, dass das Gesetz deshalb seine Wirkung für den Betroffenen nicht entfaltet.

Und die Gesetzesformulierung des BGB ist in der Frage der Verkürzung von Kündigungsfristen doch eindeutig. § 622 Abs. 5, 1. Halbsatz: "Einzelvertraglich kann eine kürzere als die in Absatz 1 genannte Kündigungsfrist nur vereinbart werden,". Wo soll da der Spielraum für den Arbeitnehmer sein nach dem Motto, er kenne das Gesetz nicht und deswegen gelte (nur für ihn) die eigentlich gesetzeswidrige vertragliche Kündigungsfrist?

Was "Augenhöhe" angeht, die nun tatsächlich nicht gegeben ist - da stimme ich mit Dir vollkommen überein. Das BGB geht - fiktiv und unrealistisch - allerdings von einem Kräftegleichgewicht bei Vertragspartnern aus.

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@Familiengerd

Ohne das ich jetzt ein entsprechendes Urteil nennen kann, die Gerichtssprechung sieht das doch aber differenzierter.

Ich bin mir recht sicher das in diesem Fall der Richter nicht den 622 herausholt sondern eher den vorliegenden Arbeitsvertrag.

Mit was wöllte der AG argumentieren? Das er den AN über den Tisch ziehen wollte?

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