Kündigung/Resturlaub/Zeitkonto?

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1 Antwort

Kann ich verlangen, dass ich für die Dauer der 4 Wochen Urlaub nehme und den Rest der Tage von meinem Zeitkonto abziehe?

So pauschal und generell: Nein.

Bei einigen Regelungen kommt es darauf an, ob der Betrieb einem der beiden Tarifverträge für die Zeitarbeit (BAP/BZA oder iGZ) unterworfen ist oder nicht; ist das der Fall, müsste in Deinem Arbeitsvertrag darauf verwiesen worden sein.

Zur Kündigungsfrist:

Wenn ein Tarifvertrag für die Zeitarbeit anzuwenden ist, oder wenn es keine eigenständigen Bestimmungen im Arbeitsvertrag gibt, dann hast Du eine Kündigungsfrist von 4 Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats.

Zum Urlaubsanspruch:

Wenn Du jetzt kündigst, endet das Arbeitsverhältnis in der 2. Jahreshälfte und hat dann länger als 6 Monate bestanden.

Darum hast Du Anspruch auf den gesamten Jahresurlaub.

Das betrifft zunächst den gesetzlichen Mindesturlaub. Für einen eventuell darüber hinaus gewährten zusätzlichen Urlaub gilt dieser Anspruch nur, wenn arbeits- oder tarifvertraglich keine anteilige Berechnung (Zwölftelung: 1/12 des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Beschäftigungsverhältnisses) vereinbart wurde. Bei einer anteiligen Berechnung bleibt aber auf jeden Fall der Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub unberührt/erhalten. Die genannten Tarifverträge schreiben eine solche anteilige Berechnung vor.

Wenn Du diesen Anspruch - sofern er besteht - wahrnimmst, hast Du allerdings keinen Urlaubsanspruch mehr gegen einen neuen Arbeitgeber in diesem Kalenderjahr - es sei denn, der Urlaub dort wäre länger als bei jetzigen Arbeitgeber.

Dein Arbeitgeber muss den Urlaub gewähren, sofern nicht (wirklich!!!) dringende betriebliche Gründe eine Gewährung nicht zulassen; dann muss der Urlaub ausgezahlt werden.

Zu den Überstunden:

Es kommt darauf an, ob etwas arbeits- oder tarifvertraglich zur Art des Überstundenausgleich vereinbart wurde - Geld oder Freizeit.

Ohne Regelung kann der Arbeitgeber die Art bestimmen, wobei die Freizeitgewährung vorrangig ist vor dem Ausgleich in Geld.

Sind die genannten Tarifverträge anzuwenden: Sie sehen in der Regel den Ausgleich von Überstunden/Plusstunden durch Freizeit vor, für den Fall der Kündigung ist aber eine Abgeltung (Ausgleich in Geld) vorgesehen - was aber selbstverständlich einen Freizeitausgleich bei einvernehmlicher Regelung nicht ausschließt.

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