Kündigung vor Vertragsbeginn möglich?

...komplette Frage anzeigen

8 Antworten

Das kommt auf den Arbeits- oder ggf. anzuwendenden Tarifvertrag an. Grundsaetzlich kann ein Arbeitsverhaeltnis auch schon vor dessen Antritt gekuendigt werden und die jeweils gueltige Kuendigungsfrist beginnt mit dem Zugang der schriftlichen Kuendigung beim jeweiligen Vertragspartner (auch wenn dieser vor dem Beginn des Arbeitsverhaeltnisses liegt). Es gelten die vertraglich vereinbarten Kuendigungsfristen. Wurden keine Kuendigungsfristen vereinbart, gelten die gesetzlichen Kuendigungsfristen nach BGB 622. Fuer den Arbeitnehmer betraegt die gesetzliche Kuendigungsfrist 4 Wochen wahlweise zum 15. oder zum Monatsletzten (in besonderen Faellen kann auch arbeitsvertraglich eine mindestens vierwoechige Kuendigungsfrist zu jedem beliebigen Kalendertag wirksam vereinbart werden). Waehrend einer vereinbarten(!) Probezeit von max. 6 Monaten betraegt die gesetzliche Kuendigungsfrist 14 Tage zu jedem beliebigen Kalendertag. Bei einer Kuendigung vor Beginn des Arbeitsverhaeltnisses kann mit der kuerzeren Probezeitkuendigungsfrist gekuendigt werden (aber natuerlich nur dann, wenn auch tatsaechlich eine Probezeit vereinbart wurde)

Allerdings kann arbeits- und tarifvertraglich wirksam vereinbart werden, dass das Arbeitsverhaeltnis vor Antritt nicht ordentlich gekuendigt werden kann. Ebenso kann fuer den Fall des Nichtantritts eine Vertragsstrafe wirksam vereinbart werden. Dann kann auch nicht vor Beginn des Arbeitsverhaeltnisses gekuendigt werden.

Weiterhin ist bei befristeten Arbeitsvertraegen zu beachten, dass diese sowieso nur dann ordentlich gekuendigt werden koennen, wenn dies arbeits- oder ggf. tarifvertraglich auch ausdruecklich so vereinbart wurde. Wurde hingegen bei einem befristeten Arbeitsvertrag keine Kuendigungsmoeglichkeit vereinbart, kann ein solcher ueberhaupt nicht ordentlich gekuendigt werden.

Bevor du also einen Vertrag unterschreibst, den du moeglicherweise schon vor Beginn wieder kuendigen moechtest, musst du grundsaetzlich darauf achten, ob eine solche Kuendigung arbeits- oder ggf. tarifvertraglich ausgeschlossen wurde und/oder ob fuer den Fall des Nichtantritts eine Vertragsstrafe vorgesehen ist. Bei einem befristeten Vertrag musst du zusaetzlich darauf achten, ob ueberhaupt eine Moeglichkeit zur ordentlichen Kuendigung besteht.

In der Regel enthält ein Arbeitsvertrag einen Kündigungsausschluss vor Vetragsbeginn. Dann must Du die Stelle antreten, für die Kündigung gilt in jedem Fall die Kündigungsfrsit gemäß Vertrag. Wenn Du die Stelle dann einfach nicht antrittst, begründet sich daraus ggf. eine Schadenersatzforderung des Arbeitgebers.

In der Regel enthält ein Arbeitsvertrag einen Kündigungsausschluss vor Vetragsbeginn

Diese Regel ist mir nicht bekannt. Kannst Du sagen, wo das nachzulesen ist?

0
@Uschi2011

"In der Regel" bedeutet, dass es sich um eine "gebräuchliche" Vertragsklausel handelt....

0
@WetWilly

Sorry, ich hatte mich gerade vertan. Ich war mit meinem Kopf ganz woanders ...

Eine Kündigung vor Antritt der Stelle ist natürlich nicht möglich; denn vorher wäre es ein Zurücktreten von Vertrag.

0
Nächste interessante Frage

Heranziehung der Bundeswehr trotz Arbeitsvertrag?

Wenn du eine Arbeitsvertrag unterschreibst, kannst du ihn nicht kündigen, bevor du die arbeit angetreten hast. Steht auch im Vertrag, dass du die Kündigungsfrist einhalten musst. Tust du es doch, können dir Strafen auferlegt werden.

Die Ausbilder wissen, dass sich Azubis mehrfach bewerben. Und es ist hinreichend bekannt, dass sich jeder die beste Option offen halten möchte. Keiner möchte gerne die 2. oder 3. Wahl sein. Dennoch bin ich der Meinung, dass man hier mit offenen Karten spielen sollte. Aber das ist Deine Sache.

Um Deine Frage zu beantworten. Ein Kündigung ab dem 1. Tag des Ausbildungsbeginns ist immer möglich. Hierbei muss die Kündigungsfrist eingehalten werden. Vor Ausbildungsbeginn kannst Du nicht kündigen. Du kannst höchstens vom Vertrag zurücktreten. Hier ist es wichtig, den Vertrag vor Unterzeichnung gründlich zu lesen, um Nachteile zu vermeiden.

Ich hatte selber einmal vor Jahren ein ähnliches Problem und wollte eine Stelle nicht antreten, weil ich nach Vertragsunterzeichnung ein besseres Angebot erhalten hatte. Ich hatte aber mit offenen Karten gespielt. Mein "dann-doch-nicht-Arbeitgeber" hatte Verständnis, entschuldigte sich sogar dafür, dass er leider nicht dieselben guten Konditionen anbieten konnte. Gut, das muss nicht überall so laufen. Deshalb macht es schon Sinn, die rechtliche Seite vorher abzuklopfen. Ich möchte nur damit sagen, dass es neben der rechtlichen auch eine menschliche Seite gibt.

Bei Ausbildungsverhaeltnissen ist es noch viel einfacher und eindeutiger als bei Arbeitsverhaeltnissen. Da bei Ausbildungsverhaeltnissen eine Probezeit gesetzlich vorgeschrieben ist und es in dieser Probezeit auch keine Kuendigungsfrist gibt (beides ist bei Arbeitsverhaeltnissen hingegen nicht der Fall), kann ein Ausbildungsverhaeltnis grundsaetzlich IMMER vor Antritt gekuendigt werden und man muss dann natuerlich auch gar nicht erst da hin. Hier muss man dann auch nicht darueber streiten, ob die Kuendigungsfrist bereits mit dem Zugang beim Ausbilder (oder Auszubildenden) vor Antritt zu laufen beginnt oder erst am ersten Tag des Ausbildungsverhaeltnisses. Schliesslich gibt es hierbei ja gar keine Kuendigungsfrist, die einzuhalten waere.

0
@DerCAM

So gesehen stimmt es natürlich! Es ist nur eine Sache der korrekten Beschreibung. Eine Kündigung ist es ab dem 1. Ausbildungstag. Ein Nichtantreten der Ausbildung ist es eben vorher!

0
@Uschi2011

Darauf wollte ich hinaus. In der Praxis ist es natürlich Jacke wie Hose! Egal, wie man es benennt!

0

wenn du einen arbeitsvertrag unterschreibst ist es eine rechtsverbindliche unterschrift an den sich beide seiten halten müßen.. denn du mußt es ja auch von der arbeitgeberseite sehen..die fa. hat gesucht ..dich gefunden..unterschreibt mit dir einen arbeitsvertrag..sagt wahrscheinlich anderen bewerbern ab.. und verläßt sich nun darauf das du antrittst. es entstehen also unkosten die jemannd tragen muß..und vertrag ist nunmal vertrag.. du kannst entweder nicht unterschreiben .. oder nach unterschrift wieder kündigen...was anderes ist es wen du eine probezeit vereinbart hast..in dieser probezeit kann von jeder seite ohne gründe anzugeben er arbeitsvertrag aufgelöst werden.. hoffe ich konnte dir helfen :o))

Es geht hier um anzuwendendes Recht und nicht um moralische oder verwerfliche Ansichten und Einstellungen

in dieser probezeit kann von jeder seite ohne gründe anzugeben er arbeitsvertrag aufgelöst werden

kann es auch nach der Probezeit - eine Kündigung muss nicht begründet werden

0
@stelari

jawoll großer meister. stelari..duuu hast recht... hatte aber gemeint in der probezeit gibts auch einen kündiging von heut auf morgen...während bei der normalen kündigung eine frist eingehalten werden muß

0

Wenn eine solche Kündigung vertraglich nicht ausgeschlossen ist, dann ist sie jederzeit möglich - auch noch vor Beginn des eigentlichen Vertrags unter Einhaltung der vereinbarten Kündigungsfristen

Bezueglich eines unbefristeten Arbeitsvertrages absolut korrekt.

Da wir aber nicht wissen, ob es sich bei dem angebotenen Vertrag um einen unbefristeten oder um einen befristeten handelt, sollte man schon auch darauf hinweisen, dass befristete Arbeitsvertraege nur dann ordentlich gekuendigt werden koennen, wenn dies auch arbeits- oder ggf. tarifvertraglich ausdruecklich vereinbart wurde. Gibt es bei befristeten Vertraegen hingegen keine Vereinbarung zur ordentlichen Kuendigung, kann ein solcher Vertrag gar nicht ordentlich gekuendigt werden.

Dies nur als Ergaenzung, damit der Fragesteller auch diesen sicher nicht ganz unwichtigen Punkt beachtet (auch wenn befristete Vertraege ohne Vereinbarung einer Moeglichkeit zur ordentlichen Kuendigung gerade bei Erstvertraegen sicher ziemlich selten sein duerften).

0
@DerCAM

Mal befristete Verträge genauer angeschaut? Zwar ist dein Einwand berechtigt, ist auch ok so - doch von 100 Verträgen gibt es in 98 keine solche Regelung, die ist eher die Ausnahmen, dass eine ordentliche Kündigung ausgeschlossen sein soll für die Dauer der Befristung - man kann es daher auch vernachlässigen weil es eher nicht zutrifft.

0
@stelari

Da hast Du etwas falsch verstanden. Es braucht bei einem befristeten Vetrag eine Regelung, die eine Kündigung zulässt, ansonsten ist diese ausgeschlossen. In den meisten befristeten Veträgen ist diese nicht enthalten.

0

vertrag ist vertrag. ich denke das kann man nicht einfach so machen. aber ich denke viele

Selbstverständlich hast Du Dich an Kündigungsfristen zu halten. Und das sind während der Probezeit 14 Tage.

Paß auf, daß die Personalchefs nicht merken, wie Du pokerst, sonst hast Du am Ende gar keine Arbeitsstelle...

falls eine Probezeit vereinbart wurde und falls ein Tarifvertrag nix anderes regelt

0
@Maximilian112

Kennst Du Unternehmen, die jemanden ohne Probezeit einstellen? Jeder Arbeitgeber will sich absichern, nicht "die Katze im Sack zu kaufen" - die Probezeit ist ein gutes Mittel dazu.

0
@helrich

Die Probezeit wird allgemein meist voellig ueberschaetzt. Sie hat im Grunde naemlich lediglich einen Einfluss auf die Kuendigungsfrist, auf sonst aber gar nix. Und selbst bei der Kuendigungsfrist wird fuer die Probezeit nicht selten eine laengere als die gesetzliche von 14 Tagen vereinbart. Im Grunde ist so ne Probezeit also weitgehend fuer die Katz.

0
@DerCAM

Sie hat im Grunde naemlich lediglich einen Einfluss auf die Kuendigungsfrist,

genau das war Inhalt meiner Antwort... Und die mir bekannten "üblichen" Probezeiten belaufen sich auf 6 Monate. Da kann man sich schon ein wenig austesten.

0
@helrich

Ob nun ohne Begruendung mit einer vierzehntaegigen Frist oder mit einer vierwoechigen gekuendigt werden kann, macht nun wirklich keinen sooo grossen Unterschied. Die paar Hunderter, um die es da geht, machen den Kohl ganz sicher nicht fett.

0

Was möchtest Du wissen?