Kündigung Untermietvertrag WG wegen fehlender Miete. Was muss ich beachten?

6 Antworten

Hallo Neela, dein Problem ist wohl, dass du an den Vermieter die Gesamtmiete der Wohnung bezahlen musst, die sich aus de Mieten der Untermieter und deinem Anteil zusammen setzt. Daher bist du die jenige, die die fehlende Teilmiete ersetzen musst.

Es kann hier nicht beurteilt werden, ob der Schuldner zu Recht die Mietminderung vorgenommen hat. Auch wäre über die Höhe der Minderung sicherlich zu streiten.

Die Feststellung der Erheblichkeit des Mangels und der damit verbundenen Angemessenheit der Minderung würde also von einem Schiedsgericht beurteilt werden können oder müsste in einem Gerichtsverfahren entschieden werden. Der Schuldner muss sich nicht zu einem Schiedsverfahren bereit finden, könnte aber letztendlich einer Räumungsklage nicht ausweichen. Dieser Klage muss aber eine der möglichen Kündigungen vorausgehen und das Mietverhältnis somit zunächst wirksam beenden.

Über die Voraussetzung einer Kündigung in deinem Fall wurde hier schon mehrfach richtig kommentiert. Leider fehlt deine genaue Angabe über die Höhe der Mietschuld jedes der drei Monate im einzelnen. Bei deren Summierung kann also die Mietschuld bereits über der Grenze der Erheblichkeit liegen und damit eine fristlose Kündigung rechtfertigen. Bezahlt der Schuldner seine Schuld nach der Kündigung vollständig, wäre die Kündigung unwirksam und der Mietvertrag wird unbefristet fortgesetzt.

Zum Inhalt der schriftlichen Kündigung und deren nachweislicher Zustellung an den Schuldner wäre ein weiterführender Kommentar erforderlich. Abmahnungen sind nicht erforderlich. Eine Zahlungsklage oder negative Feststellungsklage würden auch nicht schnell Klarheit über die Rechtmäßigkeit der Mietminderung schaffen.

Alle Verfahren sind mit finanziellen Belastungen deinerseits verbunden. Dem Schuldner kannst du aber vorstellig machen, dass du diese Wege zu seinem Nachteil gehen wirst. Vielleicht zeigt er sich einsichtig und bezahlt...

Ist das Zimmer von Dir möbliert, kannst Du noch bis zum Freitag zu Ende November kündigen. Ansonsten mit Frist von 3 Monaten, also ab jetzt zum 29.02.2020 entweder wegen Eigenbedarf oder wegen erheblicher Vertragsverstöße. Die mehrmalige eigenmächtige Minderung der Miete ohne wirklichen Grund ist auf jeden Fall so ein Verstoß.

Eine der beiden Kündigungen solltest Du auf jeden Fall schriftlich zustellen. Eine fristlose Kündigung, falls die Rückstände in Summe mehr als eine Monatsmiete erreichen, könntest Du dann immer noch nachschieben.

Woher ich das weiß:Eigene Erfahrung – In diesen Bereichen selbst seit langer Zeit tätig.
Kann mir jemand sagen, welche Fristen und Regeln ich bei einem Untermietverhältnis einhalten muss?

Die gleichen Fristen wie für den normalen Vermieter denn Untermieter kennt das Mietrecht nicht. Es gibt nur Mieter und Vermieter.

Bei unmöbliertem Wohnraum beträgt die normale Kündigungsfrist drei Monate.

Ist der Mieter mit einer Miete und einem Cent im Rückstand, kann man außerordentlich kündigen.

Mietrückstand muss auch nicht angemahnt werden, man befindet sich automatisch im Verzug.

Sie in zwei aufeinanderfolgenden Monaten die Miete nur teilweise bezahlt haben und die zwei rückständigen Beträge in der Summe eine Monatsmiete überschreiten
Sie über mehr als zwei Monate hinweg, die nicht zusammenhängend sein müssen, die Miete teilweise nicht gezahlt haben und ein Mietrückstand von zwei Monatsmieten entstanden ist.

Quelle: https://www.finanztip.de/fristlose-kuendigung-mietvertrag/

Da die Mietrückstände über mehr als 2 Monate entstanden sind greift der 2te Fall, oder ist der Artikel falsch ?

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@AnglerAut

Die Frage ist, ob die Rückstände schon eine Monatsmiete in Summe erreicht haben.

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@bwhoch2

Bist du sicher? Die genannte Quelle unterscheidet, ob die Rückstände in 2 Monaten entstanden sind oder über eine längere Zeit.

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@AnglerAut

Ziemlich. In der Quelle steht z. B.:

mit seinen Zahlungen erheblich in Rückstand geraten ist.

Und was unter erheblich zu verstehen ist. Als "erheblich" wird im Allgemeinen von den Gerichten angesehen, wenn der Gesamtbetrag eine Monatsmiete übersteigt.

Andersrum: Zahlungsrückstände, die insgesamt weniger als eine Miete ausmachen, werden als unerheblich angesehen.

Für immer wieder etwas unerlaubt kürzen gibt es bereits den §573 BGB, der eine fristgerechte Kündigung bei Vertragsverstößen erlaubt. Diese allerdings dann erst nach Abmahnung.

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Wenn du das Geld eintreiben willst, solltest du eine gerichtliche Mahnung schicken. Das Formular im Internet ausfüllen und Gebühr zahlen. Die Zustellung einer gerichtliche Mahnung zeigt, dass du es ernst meinst.

Die Zustellung einer gerichtliche Mahnung zeigt, dass du es ernst meinst.

Und kostet einen Haufen Geld und ein unbegründeter Widerspruch seitens des Schuldners reicht, um das Ding vom Tisch zu wischen.

Dass man es ernst meint, kann man auch auf andere Weise zeigen.

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Hat er für sein Verhalten einen Grund? Würdest du ihn(sie) als Mieter behalten wollen, wenn er zahlt?

Die Gründe für eine fristlose Kündigung nach dem Sachverhalt scheinen mir gegeben.

"Du kannst erwägen, das weniger scharfe Schwert zu ziehen und ihm noch eine Frist zu setzen, nicht unbedingt die für eine fristgemäße Kündigung."...wollte ich ursprünglich schreiben. Aber bei einem Mieter, der willkürlich die Miete kürzt, ist alles nur Gequassel. Auf eine Abmahnung wird er nicht reagieren.

Deswegen:

Die Fristlose Kündigung einer Wohnung: Muster und Vorlagen

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