Kündigung rechtens - auf welche Grundlage möglich?

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3 Antworten

Ich sehe überhaupt keine Grundlage für eine Kündigung. Mit wem du dich persönlich trifft, hat dem Chef nicht im geringsten anzugehen. Es ist dein Privatleben und solange es keinen Nachweis gibt, dass du deine Geliebte bevorzugst im Betrieb, erst recht nicht.

Nein, nimm das "Angebot" nicht an, wirst du gekündigt, reiche Klage ein.

Na, Ihr scheint ja ein ganz schöner (entschuldige) Sauhaufen zu sein.

Erstens geht es den Chef und die Kollegen nix an, wer mit wem eine Beziehung hat. Das ist Privatsache, solange "Geschäft Geschäft und Privat Privat" bleibt. Ein Unternehmen kann nicht verbieten, daß Angestellte miteinander eine Beziehung eingehen.

Zweitens obliegt es dem Chef, zu entscheiden, wer welches Team leitet. Da braucht ein Kollege auch nicht rumheulen.

Allerdings sollte man eine Versetzung/Beförderung bzw. die Information dazu an's Team dem Chef überlassen oder zumindest mit ihm abstimmen.

Ob Du das Angebot annimmst, hängt mitunter auch von Deinen Chancen ab, eine neue Stelle zu finden. Bekommst Du gleich auf Anfang April einen neuen Job, hast Du ja mindestens 2 Gehälter "gut gemacht".

Biszi 20.02.2017, 10:11

Sauhaufen ist noch milde formuliert!

Aber gibt es den überhaupt eine Grundlage, dass er mich kündigen kann! Vertrauensbruch ist ja noch kein Grund oder etwa doch? Soll er mir meinetwegen das neue Projekt entziehen aber direkt kündigen?

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stefan1531 20.02.2017, 10:50
@Biszi

Naja, "vertrauensbruch" ist in der Tat ein Kündigungsgrund.

Ob man die Tatsache, daß Du den Kollegen mitgeteilt hast, daß Du versetzt wirst, einen Vertrauensbruch nennen kann, würde ich zumindest mal fraglich stellen.

Wie wär's denn, um ein klärendes Gespräch zu bitten und Dich "zu entschuldigen" (auch wenn's vielleicht sogar gar keinen Grund dazu gibt)? "Chef, sorry, es war mir nicht bewusst, daß ich erstmal nicht drüber sprechen soll. Ich ging davon aus, daß es durchaus bekannt werden darf und soll, daß ich das Projekt übernehme". Vielleicht fällt dem Chef ja noch was Anderes ein.

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Erst einmal vorab: ob sich die Annahme eines Angebotes lohnt bzw. ob es sich lohnt in den Verhandlungsring einzusteigen ist letztendlich auch eine Frage deiner persönlichen Situation und Ziele. Lass es mich so sagen, wenn du ohnehin einen Schlussstrich ziehen wolltest kannst du diese Situation als Aufhänger nehmen um in Verhandlungen zu treten. Erfahrungsgemäß nur so viel: das erste Angebot des Arbeitgebers liegt naturgemäß unter dem finalen Angebot.

Fangen wir mal bei dem Beendigungsdatum an. Dieses muss mindestens der vertraglichen Kündigungsfrist entsprechen. Eine Abkürzung der Kündigungsfrist kann zu sozialversicherungsrechtlichen Nachteilen führen. Oft lässt sich auch ein längeres Beendigungsdatum verhandeln.

Die Aussage betriebsbedingt für sich reicht noch nicht um eine Sperre bei dem Bezug von Arbeitslosengeld zu vermeiden. Letztendlich würde ich dieses Risiko einpreisen.

Die Höhe einer Abfindung ist reine Verhandlung. Um es pauschal zu sagen, je geringer die Aussichten, dass eine Kündigung Erfolg haben würde, desto höher lässt sich verhandeln. Letztendlich auch eine Frage der Taktik. In deiner konkreten Situation scheint mir ein Kündigungsgrund erst gar nicht darstellbar. Dabei gehe ich davon aus, dass ihr mehr als zehn Vollzeit Mitarbeiter seit, du also Kündigungsschutz hast. Die angebotenen zwei Bruttomonatsgehälter sind nicht ganz schlecht, aber auch nicht gut.

Sehr gutes Zeugnis ist schon einmal ein guter Ansatz. Auch dies ist sehr gutes Zeugnis muss in der Aufhebungsvereinbarung richtig formuliert sein. Idealerweise werden entweder die Formulierung bereits komplett in der Vereinbarung vorgegeben oder der Vereinbarung der Entwurf eines Zeugnisses als Anlage beigefügt.

Auch freigestellt es gut. Allerdings sollte dies nichts kosten. Viele Arbeitgeber argumentieren damit, der Arbeitnehmer sei doch freigestellt bekäme trotzdem Geld, dies müsse ihm ja etwas wert sein.

Zahlreiche andere Punkte solltest du in die Verhandlungen einführen. Wenn du keine Rechtsschutzversicherung hast ist dies natürlich auch von den Kosten her schwierig. Diese müssen in Relation zu den möglichen Verhandlungserfolg stehen. Ohne Rechtsanwalt ist dies grundsätzlich schwierig, aber nicht unmöglich. Die Basis aller Überlegungen: wenn der Vertrag unterschrieben ist besteht immer das Risiko, dass sämtliche Dinge, die in dem Vertrag nicht ausdrücklich oder mittelbar erwähnt sind, entfallen. Also bitte darauf achten, dass sämtliche Gehaltsbestandteile, wie etwa auch die variable Vergütung geregelt werden. Ich an deiner Stelle würde zumindest schauen, dass das Beendigungsdatum nach hinten verhandelt wird. Dies hängt davon ab, wie du deine Lage an dem Arbeitsmarkt einschätzt. Solltest du bereits ein neues Arbeitsverhältnis in Aussicht haben, wäre Verhandlungsschwerpunkt sicherlich die Abfindungshöhe.

Anbei noch ein Link mit einigen weiteren Anregungen

http://www.kanzlei-mudter.de/7-antworten-kuendigung-aufhebungsvertrag-abfindung.htm

Biszi 20.02.2017, 12:25

Vielen Dank für diese ausführliche Antwort und den dazu beigefügten Link! Ich werde mir das jetzt alles in Ruhe durch den Kopf gehen lassen und dann den Dialog mit meinem Chef suchen!

Halten wir fest, er will mich loswerden - eliminieren - also wäre eine weiter Beschäftigung nicht sinnvoll bzw sehr anstrengend!

Ob ich schnell etwas finde, kann man so atok nicht sagen' wer Arbeit sucht findet auch welche! Es sind immer nur die Rahmenbedingungen interessant! Fakt ist, will ungern vom Amt leben bzw lange vom Amt leben müssen!

Ich mag meinen bisherigen Job aber da werde ich nicht mehr hinkommen - egal was passiert und wie wir uns einigen! Der Chef ist in sowas sowieso sehr kompliziert und spart an allen ecken und Kanten! Mindestlohn sag ich nur! Naja...

Auf jedenfall noch mal Danke!

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Robert Mudter 20.02.2017, 12:37
@Biszi

Sehr gerne, dir viel Glück für die Verhandlungen. Wenn du noch keine Tätigkeit hast, würde ich versuchen das Beendigungsdatum nach hinten zu verhandeln. Dies kann auch mit einer Klausel verbunden werden, welche dir die Möglichkeit gibt, dass du selbst mit einer kurzen Frist kündigst und die ausstehenden Gehälter zusätzlich als Abfindung ausgezahlt werden

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Biszi 20.02.2017, 15:08

Danke für den Tipp!

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