Kündigung nach einem halben Jahr wegen Eigenbedarf?

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3 Antworten

Wir sind eine 3-köpfige Familieund haben im Januar diesen Jahres ein Haus gemietet. Vor 2Tagen wurde uns durch den Anwalt unseres Vermieters die Kündigung des Mietvertrages zugestellt.Begründung des Eigenbedarfes ist folgende:"Zum Zeitpunkt des Mietvertrages lebte mein Mandant in Scheidung. Die Ehe ist geschieden worde. Ende 2012 hat mein Mand. seinejetzige Lebensgefährtin kennengelernt. Nunmehr erwartet sie von meinemMand. ein Kind....."

Ist schon komisch, dass der Vermieter direkt einen Anwalt einschaltet und durch diesen den Eigenbedar fanmeldet.

Ich würde zumindest durch einen Anwalt oder den Mieterbund prüfen lassen ob die Eigenbedarfskündigung formal richtig gemacht wurde und oder ob Ihr Anspruch auf Schadenersatz habt.


Möglich ist ja auch eine außergerichtliche Einigung.

Ihr könntet ja mal den Vermieter fragen, ob er Euch die Umzugskosten oder zumindest einen Teil erstattet.

MfG

Johnny

Ist schon komisch, dass der Vermieter direkt einen Anwalt einschaltet

Gerade weil bei EB-Kündigungen Formalien einzuhalten sind, deren Nichteinhaltung einer Wirksamkeit entgegenstehen, ist der Eigentümer hier sehr gut beraten gewesen, die Kündigung anwaltlich vertreten rechtssicher zu formulieren.

Und inwiefern hier Schadensersatz, Umzugskostenersatz u. ä. gewährt werden sollte, erkenne ich nicht.

Was soll der Hinweis auf "außergerichtliche Einigung"? Was bringt dem Mieter eine kostenpflichtige Räumungsklage denn außer drei, vier Wochen späterem Auszug? Da wäre ein Hotel deutlich billiger.

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@imager761

Gerade weil bei EB-Kündigungen Formalien einzuhalten sind, deren Nichteinhaltung einer Wirksamkeit entgegenstehen, ist der Eigentümer hier sehr gut beraten gewesen, die Kündigung anwaltlich vertreten rechtssicher zu formulieren.

Anwälte werden vom Auftraggeber bezahlt und machen/schreiben dann auch mal Dinge, obwohl Sie wissen, dass Ihr Auftraggeber eigentlich nicht im Recht ist.

Der Anwalt kann auch eine Freund des Vermieters sein; hats alles schon gegeben, das irgendwo gemauschelt wird.

Was soll der Hinweis auf "außergerichtliche Einigung"? Was bringt dem Mieter eine kostenpflichtige Räumungsklage denn außer drei, vier Wochen späterem Auszug? Da wäre ein Hotel deutlich billiger.

  • Es sind in der Regel mehr als drei bis vier Wochen, und die können schon was bringen, aber es kostet halt auch zusätzlich Geld.

  • Einigen kann man sich vor und auch während einer Räumungsklage.

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Ist das rechtens was er da von uns verlangt?

Ja. Die Eigenbedarfskündigung ist wirksam.

Sie ist aus vernünftigen und nachvollziehbaren Gründen (Schwangerschaft der Lebensgefährtin des Eigentümers) weder rechtsmissbräuchlich noch (demnächst wohl offensichtlich) vorgetäuscht, der Personenkreis des Eigenbedarfs passt und eine Anwendung einer Sozialklausel bzw. einen Härtefall vermag ich auch nicht zu erkennen.

In 6 Monaten müsst ihr ausziehen - einfach nur dumm gelaufen :-(

G imager761

Der Vermieter ist noch keine 30 Jahre alt. Da war es bei Abschluss des Mietvertrages vorhersehbar, dass er eine neue Partnerin und Kind haben wird. Er hat uns versichert, nach mehrmaliger Nachfrage durch uns (im Beisein der Maklerin) dass er ein langfristiges Mietverhältnis anstrebt, in das Haus seines verstorbenen Vaters einziehen wird, weil seine Lebensgefährtin nicht in das Haus einziehen möchte, in welchem er mit seiner inzwischen Exfrau lebte.

Nicht falsch verstehen, das Haus ist sein Eigentum und wir werden irgendwann ausziehen aber so schnell findet sich kein gleichwertiges Objekt. G imager761, du schreibst wir müssen in 6 Monaten raus, wir haben aber nur 3 Monate.

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Nein ist nicht rechtens! Unser Vermieter hat das Haus in dem wir wohnen und er angeblich mit seiner schwangeren Freundin einziehen will nachweisbar zum Kauf angeboten. Das ist jetzt wirklich dumm gelaufen-aber für ihn.

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Ja, das ist rechtens, wenn das so stimmt, dürfte daran nichts zur rütteln sein. Wenn Ihr Euch hättet absichern wollen, hättet Ihr auf einem Kündigungsverzicht bestehen sollen, dafür ist er da...

Wir werden das mit Hilfe des Mieterbundes klären. Zusätzlich haben wir einen schweren Formfehler im Kündigungsschreiben entdeckt. Mal schauen was die sagen. Wir als Familie haben für uns festgelegt erst auszuziehen, wenn wir ein vergleichbares Haus gefunden haben.

Wir haben uns auch in anderen Foren befragt und Bekannte gefragt, welche auch Vermieter sind, viele sagen es sei rechtens aber genausoviele sagen es sei nicht rechtens. Trotzdem vielen Dank für eure Antworten. Ich schreibe wie es ausgegangen ist.

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