Kündigung in Probezeit MIT Urlaub?

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2 Antworten

Selbstverständlich kannst du bei entsprechender Frist um 15.08. kündigen, wenn der Arbeitgeber die Kündigung (spätestens) am 01.08. erhält.

Anders als von MarkSchoen behauptet hat der Arbeitgeber aber nicht "Pech gehabt" - wenn damit gemeint sein sollte, dass der Arbeitgeber Dir "dummerweise" mehr Urlaub zugestanden hat, als Dir nach der Dauer Deiner Betriebszugehörigkeit in diesem Jahr bis zur Kündigung zusteht, und den zu viel genommenen Urlaub nicht mehr verrechnen kann.

Bei vom Arbeitnehmer zu viel genommenem und vom Arbeitgeber bewilligtem Urlaub hat der Arbeitgeber nur dann "Pech gehabt" - d.h. er kann zu viel gewährten Urlaub nicht verrechnen bzw. bereits gezahltes Urlaubsentgelt
(also die Entgeltung während des Urlaubs) nicht zurückverlangen -, wenn der Arbeitnehmer schon länger als 6 Monate beschäftigt war, in der 1. Jahreshälfte ausscheidet und das Urlaubsentgelt bereits gezahlt wurde (Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 5 "Teilurlaub" Abs. 3); außerdem dann, wenn er den Urlaub nicht lediglich im Irrtum gewährt hat, sondern im Wissen um einen geringer zustehenden als den tatsächlich beantragten Urlaub.

Die letzte Konstellation (der Arbeitgeber hat den Urlaub nicht im Irrtum, sondern im Wissen um den zu viel beantragten Urlaub gewährt) ist hier zwar auch der Fall, trotzdem darf er den zu viel gewährten Urlaub mit Ansprüchen Deinerseits verrechnen (also nur anteiliges Urlaubsentgelt zahlen oder - wenn es schon gezahlt wurde - mit dem Dir zustehenden Entgelt, mit Überstunden usw. aufrechnen), weil er so handeln durfte unter den besonderen Umständen Deines konkreten Falles und im guten Glauben um ein Fortbestehen des Arbeitsverhältnisses.

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clementinchen89 24.06.2016, 17:34

Hallo! Und vielen Dank! Wenn ich das jetzt richtig verstehe, heißt das, ich kann nach meinem Urlaub innerhalb der gesetzlichen Kündigungsfrist von 14 Tagen kündigen und mein Chef muss das hinnehmen, KANN mir aber Geld abziehen für die zu viel gewährten UT. Richtig verstanden?

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Familiengerd 24.06.2016, 17:41
@clementinchen89

Ja, richtig verstanden!

Nebenbei bemerkt:

mein Chef muss das hinnehmen

Die fristgerechte Kündigung eines Arbeitsverhältnisses durch den Arbeitnehmer muss der Arbeitgeber immer hinnehmen. Die Kündigung ist eine einseitige Willenserklärung, die lediglich empfangsbedürftig ist, also der anderen Partei fristgerecht zugehen muss.

Der Arbeitgeber hat nicht die rechtlichen Möglichkeiten, gegen die fristgerechte Kündigung durch einen Arbeitnehmer vorzugehen, wie sie im umgekehrten Fall - im Allgemeinen (bei Anwendung des Kündigungsschutzgesetzes KSchG - der Arbeitnehmer hat.

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Ich denke dein Chef hat Pech gehabt, und das wird durch die Umrechnerei bestimmt nicht besser. Sage ihm einfach: So ist nunmal das Leben.

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