Kündigung - IG BCE - Kann bitte jemand helfen?

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3 Antworten

Widerspruch hilft gegen Kündigungen nichts, dein Mann muss eine Kündigungsschutzklage vor dem zuständigen Arbeitsgericht erheben.

Wichtig ist, dass dies innerhalb 3 Wochen nach Zugang der Kündigung geschehen muss, sonst gilt die Kündigung als rechtmäßig! Hat dein Freund die Kündigung am Freitag den 31. 10. 08 erhalten, so endet diese gem. §§187, 188, 193 BGB am Montag den 17.11.08.

Diese jedoch nicht bis zum Ende ausreizen, die Präklusionsfrist der §§4, 7 KSchG ist verzeiht nur selten eine Fristversäumnis.

Ich vermute einmal, dein Freund wurde aufgrund betrieblicher Gründe gekündigt. Somit könnte die Kündigung nach §1 KSchG rechtswidrig sein, sofern der Arbeitgeber die Sozialauswahl fehlerhaft durchgeführt hat.

In diesem Sinne wäre die Kündigung sozialwidrig und daher unwirksam. Dein Freund könnte somit (theoretisch) weiterarbeiten, bis der Arbeitgeber erneut (rechtmäßig) kündigt. Eine pauschale zweijährige Kündigungsfrist wie dein Betriebsrat geschildert hat ist Schwachsinn, sofern keine Betriebsvereinbarungen oder speziellen Tarifverträge gelten.

Der Arbeitgeber kann somit wieder gem. der gesetzlichen Kündigungsfrist nach §622 BGB kündigen, unter Beachtung der Sozialauswahl wohlgemerkt (bei betriebsbedingter Kündigung)

ich hoffe dass ich dir weitergeholfen habe.

Gruß, Christian

Danke dir für die ausführliche Antwort!!!! lb. Grüsse

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Moin, ich schließe mich dem Geschriebenen an, jedoch würde ich proforma Widerspruch einreichen mit der Begründung, dass diese folgt. Dann gleich damit zum RA, der alles weitere in die Wege leitet. Somit wäre es bis zur Klageerhebung erstmal ein schwebendes Verfahren. Ich denke nicht, dass der AG während dieser Zeit dann so einfach Deinen Freund vor die Tür setzen kann. Viel Erfolg wünscht K.

Der Widerspruch schadet natürlich nicht, hilft deinem Freund aber nur bedingt. Und zwar aus folgenden Gründen:

Die Kündigung ist ein Gestaltungsrecht, d.h. sie wird mit Ausspruch wirksam, sofern die Wirksamkeitsvoraussetzungen (Schriftform, Zugang, Berechtigung) vorliegen. Eine Rücknahme der Kündigung ist somit NICHT MÖGLICH. Selbst wenn der Arbeitgeber seine Meinung ändert kann er die Kündigung nach Ausspruch nicht mehr widerrufen!

Die Kündigung kann nur mit einer Kündigungsschutzklage vernichtet werden.

In einer Hinsicht hat der Widerspruch jedoch u.U. schon einen Sinn: Sollte der Arbeitgeber zu der Ansicht kommen, dass die Kündigung doch Unsinn war, so kann er natürlich nach Ablauf der Kündigungsfrist einen neuen Arbeitsvertrag schliessen (auch konkludent durch Annahme der Arbeitsleistung am Tag nach Ablauf der Kündigungsfrist!)

Bis zur Klageerhebung kann der Arbeitgeber deinen Freund sowieso nicht vor die Tür setzen, da die Kündigungsfrist auf jedenfall länger läuft als die Klageerhebungsfrist von 3 Wochen...

lg

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Kündigungsschutzklage ist das was Dein Mann einreichen sollte.

Und wie lange wäre dieser Kündigungsschutz, sofern man ihn einklagen würde? Uns ist nämlich nicht damit geholfen, wenn die Kündigung nun erstmal zurück genommen werden würde und dann in einem halben Jahr das Ganze wieder von vorne losgeht. Da nehmen wir jetzt lieber die Abfindung und er sucht sich gleich was anderes. Abfindung wirds nämlich in ein paar Monaten auch keine mehr geben.

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