Kündigung erhalten ohne greifbare Gründe, wie dagegen klagen?

...komplette Frage anzeigen

5 Antworten

Ich würde mal davon ausgehen, dass eine schriftliche Verwarnung ein Schuss vor den Bug war - und mit einer Abmahnung gleichzusetzen ist, zumal du auch mehrere mündliche Verwarnungen erhalten hat.

Einfach zuhause zu bleiben, geht nicht - ganz unabhängig davon, was andere tun. Der Chef bzw. Vorgesetzte MUSS in Kenntnis gesetzt werden, und soweit das nicht fix im Arbeitsvertrag festgehalten ist, hat du Tage im Homeoffice ja auch vorab zu beantragen, nicht einfach zu nehmen. Im Zweifelsfalls ist eine Rückversicherung per E-Mail (und das Abwarten auf die Antwort) immer angebracht.

Lies auch einfach mal hier nach: http://www.sozialhilfe24.de/arbeitsrecht/kuendigung/abmahnung.html

Insbesondere der folgende Abschnitt ist relevant:

Entbehrlichkeit der Abmahnung

Nicht immer muss einer verhaltensbedingten Kündigung eine Abmahnung vorausgehen. Eine Abmahnung ist nicht erforderlich, wenn der Arbeitnehmer das von ihm geforderte Verhalten ernsthaft oder endgültig verweigert und weiß, dass er sich damit vertragswidrig verhält.

Ist die Pflichtverletzung besonders schwerwiegend, kann eine Abmahnung entbehrlich und eine sofortige Kündigung gerechtfertigt sein. Gleiches gilt, wenn der Loyalitätsbereich oder Vertrauensbereich von der Pflichtverletzung betroffen ist und mit der Wiederherstellung des Vertrauens nicht mehr gerechnet werden kann. Was ist unter Vertrauensbereich zu verstehen? In den Lehrbüchern zum Arbeitsrecht liest man, dass es sich dabei um den Glauben des Arbeitgebers an die Gutwilligkeit, Loyalität und Redlichkeit des Arbeitnehmers handelt. Der Vertrauensbereich betrifft also den Charakter des Arbeitnehmers, nicht seine Qualifikation.

Ist das Kündigungsschutzgesetz nicht anwendbar, etwa weil es sich um einen Kleinbetrieb handelt oder der Arbeitnehmer noch nicht sechs Monate im Betrieb beschäftigt ist, so ist eine Abmahnung ebenfalls entbehrlich.

Eine Abmahnung ist auch dann entbehrlich, wenn dem Arbeitnehmer wegen eines vergleichbaren Fehlverhaltens bereits eine Kündigung ausgesprochen worden war, diese jedoch unwirksam war oder zurückgenommen wurde. Diese vorherige Kündigungserklärung ersetzt dann die Abmahnung. Form der Abmahnung

Eine Abmahnung muss nicht schriftlich erfolgen, sie kann auch mündlich ausgesprochen werden. In der Regel wird die Abmahnung vom Arbeitgeber aber schon aus Beweisgründen schriftlich erfolgen. Im Kündigungsschutzprozess muss der Arbeitgeber nämlich beweisen, dass er den Arbeitnehmer abgemahnt hat.

Die Abmahnung muss nicht unbedingt mit „Abmahnung“ betitelt werden. Häufig wird sie auch mit Verwarnung, Mahnung oder Rüge überschrieben.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Martin500 22.03.2013, 21:37

Sehr interessante Antwort! Danke schon mal dafür.... Darf ich fragen woher du diese Informationen genau hast?

Wie gesagt es gab eine liebevolle Verwarnung, ich wurde darin sogar geduzt und es war wirklich ein Missverständnis von mir - woraufhin das ganze natürlich nie wieder vorkam.

Der reale Grund warum ich jetzt schnell gekündigt wurde, ist das die Firma letztes jahr nee Millionen minus gemacht hat (Aktiengesellschaft!). Dadurch bekommen besonders die Verkäufer unheimlichen Druck wieder Umsatz zu machen. Meine Aufgabe war es als Tecnical Consultant die Verkäufer zu unterstützen was die letzten Monate ein reiner Stress war: Alles Schei*** jeder schiebt alles von sich auf andere. Dann hab ich mitbekommen, dass der Sales Director seinen Jungs gesagt hat: Ich hab Druck und den muss ich an euch weiter geben und empfehle euch den auch weiter zu geben! Dagegen hab ich mich in grosser Runde gestellt und wörtlich gesagt: "So eine Einstellung bringt nur Angst und Panik und hilft bestimmt niemanden...sondern schadet nur!" Dann die Woche darauf mit meinem Chef das Gespräch und die Kündigung.....da war der Sales Director leider zu mächtig. Dazu ist zu sagen, dass ich meinen Job richtig gut gemacht habe – die Kunden waren immer begeistert, ich habe Vorträge, Webinare, Podiumsdiskussionen, Präsentationen geführt und bin immer mit einem sehr sehr gutem Feedback vom Kunden nach hause gegangen.

0

zukünftig hat das keine Folgen, ein Arbeitszeugnis muss "wohlwollend" geschrieben sein. Wichtig wäre, ob Du NACH der schriftlichen Abmahnung Deine Aktivitäten fortgesetzt hast. Hast Du dies getan, ist eine Kündigung rechtens. (Du kannst Dich nicht auf andere Mitarbeiter berufen). Notfalls zum Arbeitsgericht gehen und den Fall schildern, aber ich sehe da wenig Chancen

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Dafür gibt es Gewerkschaften.In deiner Beurteilung wird nichts stehen,aber in der Branche wirst du keine chance mehr haben,Buschfunk.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Verwarnungen haben tatsächlich rechtlich nichts zu sagen...

Wenn du ihn verklagst kannst du im besten Falle die Rücknahme der Kündigung erzwingen dann kannst du da wieder arbeiten - ob das so toll ist wage ich zu bezweifeln!

Eine Abfindung wird es nicht geben da sie wohl im Vertrag nicht geregelt ist und er dir nichts bezahlen wird was er nicht muss... wenn er dich wiedereinstellt wirst du kein schönes Leben haben und irgendwann selbst aufgeben oder aus einem anderen Grund die Kündigung bekommen!

Überlege dir gut ob du diesen Schritt gehst denn wenn deine Stadt nicht allzu groß ist kennen sich Chefs meist und reden miteinander...

Ich rate dir dein Arbeitszeugnis zu nehmen und weiter zu ziehen!!

Gruß

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Gehe bitte bald zu einem Anwalt und erzähle ihm alles genau ohne etwas wegzulassen oder hinzuzufügen.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?