Kündigung erhalten nun Mobbing?

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4 Antworten

Bei einer fristlosen Kündigung wird der Arbeitgeber gravierende Gründe haben. Deine Kündigungsschutzklage wirst du aber sicher nicht eingereicht haben, weil du unbedingt den Arbeietsplatz behalten willst, oder? Meistens macht man dass eher erzwungener Maßen, um keine Einbußen bei den Ämtern zu haben.

Wenn ein Arzt befindet, dass du nicht arbeitsfähig bist, dann schreibt der dich krank. Der Arbeitgeber erfährt nie den Grund der AU, das darf kein Arzt machen, fällt unter seine Schweigepflicht.

Es ist jedem Arbeitgeber sogar verboten, einen krankgeschriebenen Mitarbeiter "zur Arbeit zu zwingen". Der muss für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit auf dich verzichten, und zwar ohne zu murren. Für ihn ist die AU (Gelber Schein) bindend, und sonst nichts. Hast du den abgegeben, darf er dich für den Zeitraum der AU nicht beschäftigen.

Außerdem gilt sicher auch für die die Lohnfortzahlung von 6 Wochen bei Krankheit. Kürzen darf er da nichts, sondern muss die regulär vereinbarte Arbeitszeit abrechnen. Hast du in den vergangenen drei Monaten Überstunden gemacht, muss er das sogar als Durchschnittliche Arbeitszeit zugrunde legen.

Bei deinem Arzt musst du nicht sagen, dass du Probleme am Arbeitsplatz hast, wenn du nicht möchtest. Es gibt auch so "Krankheiten" wie "Magen-und-Darm-Grippe", die man dann steigern kann, "Herzrasen-und-Atemnot", "Schwindelgefühl-und-Ohrensausen-bei jedem-Aufstehen"... Solche Sachen kann man allmählich steigern, einem Arzt kann man aber nicht lange so etwas vormachen.

Besser wäre es tatsächlich für dich, dass du mit deinem Hausarzt von Vorn herein ehrlich bist. Vielleicht rät er zu einem Psychologen, das kannst du ruhig annehmen. Bis du da einen Termin hast, sind locker drei bis sechs Monate ins Land gegangen. Bis dahin ist die ganze Sache ausgesanden, und du wieder "gesund".

Die Zeit, in der du krank geschrieben bist, soltest du nutzen, um dir einen neuen Arbeitgeber zu suchen. Du bist, solange das Verfahren in der Schwebe ist, in ungekündigtem Arbeitsverhältnis. In Bewerbungen musst den Arbeitgeber aber nicht nennen. Du schreibst einfach, man möge bitte auf Nachfragen verzichten, weil dein jetziger Arbeitgeber von deinem Veränderungswunsch noch nichts weiß. Sei da mal egoistisch.

Statt freiwillig in die Folterkammer zu gehen, solltest du besser ganz genau aufschreiben was in den letzten Tagen am Arbeitsplatz so vorgefallen ist, mit Namen und allem drum und dran. Es war ja immerhin so schlimm, dass du dadurch krank wirst. Kein Gesetz und kein Gericht der Welt und auch kein Arzt kann von dir verlangen, dass du dort arbeitest, wo du krank gemacht wirst.

Wenn du bei dem anstehenden Gütetermin anführst, dass und wie du seit
deiner Kündigungsschutzklage als Arbeitnehmer "schlecht behandelt"
wurdest, sogar in die Krankheit getrieben wurdest, wird man wohl auch darauf verzichten, dass du eine so genannte "Nacharbeitszeit wegen nachträglich einzuhaltender Kündigungsfrist" zu leisten hast, weil das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu sehr zerrüttet ist.

Lass dich nicht einfach weiter durch die Welt schubsen, sei mal egoistisch. Du hast Rechte!

Meine Kündigungsschutz Klage habe ich bereits eingereicht da ich eine fristlose bekommen hatte die nicht rechtens war da gegen gehe ich jetzt vor und dafür gibt es ein Termin danach will ich sowieso nicht mehr ins Unternehmen weils unerträglich wird heute haben sie mein Dienst komplett ungeändert und das erfahr ich als ich heute früh da war und muss jetzt nachmittags erst arbeiten

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@beckilinchen90

Das ist ja der HAmmer! Und genau das (wer, wann, wo und wie genau) gehört jetzt auch in dein Mobbingprotokol für den Gütetermin. Hat der Chef einen wichtigen Grund genannt? Hat er dich gefragt, ob du dann überhaupt arbeiten kannst und möchtest?

Es ist nicht zulässig, einem Arbeitnehmer eine neue Arbeitszeit erst so kurz vor deren Beginn mitzuteilen. Das hätte dir mindestens ein paar Tage früher gesagt werden müssen. Lies mal hier:

Ist nichts weiter festgelegt, gibt es auch keine anderen gesetzlichen Regelungen dazu. Stets hat Ihr Arbeitgeber sich allerdings an den Verhältnismäßigkeitsgrundsatz zu halten.
Seine Anweisungen müssen erforderlich und geeignet sein. Bei seiner Ermessenentscheidung muss der Arbeitgeber die wesentlichen Umstände und die beiderseitigen Interessen berücksichtigen. Demgemäß hat er auch schutzwürdige familiäre Belange eines Arbeitnehmers, wie eine erforderliche Beaufsichtigung und Betreuung von Kindern, Rücksicht zu nehmen.

Darüber hinaus gibt es den Rechtsgedanken des § 12 Abs. 2 Teilzeit- und Befristungsgesetz. Darin ist die Arbeit auf Abruf geregelt. Bei solchen Arbeitsverhältnissen ist der Arbeitnehmer nur zur Arbeitsleistung verpflichtet, wenn der Arbeitgeber ihm die Lage seiner Arbeitszeit jeweils

um mindestens 4 Tage im Voraus

mitteilt.

http://www.arbeitsrecht.org/arbeitnehmer/arbeitszeit/ankuendigungszeit-von-aenderungen-im-dienstplan-welche-frist-gilt/

Dein Arbeitgeber scheint nicht nur aggressiv zu mobben, sondern sich dabei auch noch ausgesprochen dumm anzustellen. Der läuft ja gerade zu mit Wonne in dein Messer und präsentiert dir ausgezeichnete Argumente auf dem Silbertablett!

Bloß nicht mit ihm streiten, oder ihn wo möglich noch aufklären, auch nicht mit früheren oder jetzigen Kollegen darüber sprechen. Du weißt nie, wer ihm was zutragen würde. Wenn er es zu weit treibt, kannst du immer noch jederzeit krank werden.

Wenn entschieden werden sollte, dass die fristlose in eine fristgerechte Kündigung umzuwandeln ist, kann es sein, dass du noch länger an dem Arbeitspaltz aushalten musst, damit der Kündigungsfrist dann genüge getan wird.

Deshalb ist es wichtig, dass du dich davor mit guten Argumenten schützt. Dein Mobbingprotokoll kann dir einige Wochen Spießrutenlauf ersparen, und du kannst früher woanders anfangen.

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Vielen Dank für die vielen Tipps erstmal das mit dem Protokoll werde ich auf alle Fälle machen :) und mit meinem Mitarbeitern rede ich eh nicht mehr nach den ganzen Sachen da weiß man eh nicht mehr wer wirklich ehrlich is und wer nicht

Und nu geh ich mal in die Höhle der Löwen und schau mal was heute "tolles" passiert

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Nein kann er nicht. Ich war in der ähnlichen Lage und habe mit meinem Hausarzt offen über die Verhältnisse gesprochen und psychische Belastung. Ich bekam einen Krankenschein welcher so lange verlängert wurde, bis das Arbeitsverhältnis beendet war.

Wenn dich diese Situation tatsächlich krank macht, wird ein guter Arzt das erkennen.

da du ja mit denen wohl fertig bist - lass dich krankschreiben - dein arzt hat schweigepflicht 

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