Kündigung einer 4 köpfigen Familie wegen Eigenbedarf?

7 Antworten

Warum sollte die EBK nicht rechtens sein? Wer eine Wohnung mietet muss damit rechnen, dass er möglicherweise mal eine Eigenbedarfskündigung bekommt. Ein Härtefall ist  bei euch nicht gegeben. Zwei Kinder schützen nicht vor Eigenbedarf.  Eine EBK wäre dann nicht rechtmäßig, wenn bereits bei Vertragsabschluss absehbar war, dass der Vermieter in absehbarer Zeit Eigenbedarf anmelden wird.  Das dürfte vor 2 Jahren kaum der Fall gewesen sein.  Wobei "langfristig" ein dehnbarer Begriff ist. Für den einen liegt langfristig bereits bei 5 Jahren, bei einem anderen sinds erst 10. Ebenso hätte es ja auch passieren könnten, dass ihr nach einem Jahr Mietverhältnis Zwillinge erwartet und eine größere Wohnung benötigt. Das wars dann auch mit dem langfristig. Die EBK ist also vollkommen in Ordnung.

Der Vermieter möchte ein langfristiges Mietverhältnis (dies steht auch im Mietvertrag)

Was steht denn da noch?

Vielleicht sowas in der Art?

Die Vertragspartner streben ein längerfristiges Mietverhältnis an. Der Vermieter verzichtet für einen Zeitraum von 3 Jahren und 9 Monaten ab Vertragsabschluss auf das Recht zur ordentlichen Kündigung (Kündigung wegen Eigenbedarf, als Einliegerwohnung, Teilkündigung und Verwertungskündigung §§ 573, 573a, 573b BGB). Die Kündigung kann somit frühestens zum Ablauf dieses Zeitraums ausgesprochen werden.

Sollte sich die Familie einen Anwalt nehmen?

Sie sollte die Kündigung und den Mietvertrag fachanwaltlich prüfen lassen.

Wir haben es prüfen lassen. Anwalt konnte 1 Monat mehr rausholen. also zum 01.01.2018 müssen wir raus. Wohin? Keine Ahnung... Wir suchen schon in einem Umkreis von 50km von unseren Arbeitsstellen. Aber es gibt hier keine 4 zwhg... 3 zimmer haben wir gefunden, sogar größere 2 zwhg angeschaut, aber nur absagen bisher... was uns auch nicht wundert... wer will schon 4 Leute in einer 2 zwhg.... Wir haben echt Angst davor auf der Straße zu stehen... oder ins Obdachlosenheim mit den Kindern zu müssen. Unvorstellbar das Ganze und seelisch unheimlich belastend.. man arbeitet, verdient gutes Geld, hat tolle Kinder und landet schlussendlich auf der Straße...

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Auf jeden Fall sollte hier ein Anwalt eingeschaltet werden (hoffentlich habt Ihr eine [Mieter]Rechtschutzversicherung).

Hat der Vermieter noch weitere vergleichbare Wohnungen? Ist Euer Mietvertrag befristet (was meinst Du mit "langfristiges Mietverhältnis")?

So einfach kann man einen Mieter nicht aus einer Wohnung rauskriegen. Ich weiß von Fällen, wo man sich auf Räumungsklageverfahren eingelassen hat, die 2-3 Jahre dauerten. Und wie die Gerichte entscheiden ist u. a. von den Antworten auf die oberen Fragen abhängig. 

Ich meine, dass die Kündigungsfrist von 3 Monaten zwar auf dem Papier steht... aber auf die Straße muss Deine Familie nicht.

Hi,

Rechtschutz ja. Ob er weitere Wohnungen hat, weiß ich nicht, der Vermieter ist Inhaber eines mittelständischen Unternehmens. Der Vermieter hat im Mietvertrag stehen "der Vermiter wünscht sich ein langfristiges Mietverhältnis" sonst allerdings nichts. Auch nichts wegen Eigenbedarf. Für uns Erwachsene finde ich das ja auch weniger schlimm. Jedoch für die Kinder wird das schlimm. Ein Kind wird gerade eingeschult hier auf dem Dorf (Vorher Kindergarten hier) und der Große kommt jetzt in die 3. Klasse. Die haben ihr komplettes soziales Umfeld hier, für die finde ich es am schlimmsten. Wäre toll wenn man da etwas wegen "Kindeswohlgefährdung" machen könnte. Vorallem wären wir vermutlich 2015 nicht in diese Wohnung gezogen, wenn der Vermieter uns gesagt hätte, das er Kinder hat und die über kurz oder lang die Wohnung mieten. 2015 sah der Wohnungsmarkt noch deutlich besser aus wie heute 2017. Das ärgert uns am wirklich saumäßig, man fühlt sich gelinkt und verarscht.

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@guterfreund2017

Kann ich nachvollziehen. Gerade für die Kinder ist es wichtig, das soziale Umfeld zu erhalten. Kannst Du nicht googeln, ob Du was über ihn findest (weitere Wohnungen)? Denn gibt es vergleichbare Wohnungen, muss er beweisen, dass seine Familie unbedingt in diese Wohnung MUSS. Aber lass es die Anwälte machen. Auch die Auswertung des Mietertrages sollte ihnen überlassen werden.

Alles Gute für Euch ♥

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@FieleVragen

da findet man nichts. aber dann gehts morgen jetzt wirklich zum Anwalt, obwohl ich das garnicht mag. :(  Was meinst du mit Auswertung des Mietertrags? was wir bezahlen? Eh zuviel.... fast 1.600€.... aber man findet eben nichts.

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@guterfreund2017

Den Vertrag im Hinblick auf das "langfristige Mietverhältnis" auswerten. Bedeutet das 5 Jahre oder 10? Ob Du Anwälte magst, oder nicht: Du tust es für Deine Kinder und deren Wohl. Also keine falsche Scham/Bescheidenheit. 

Ich hab keine Ahnung, wo Ihr wohnt, aber für 1600 Euro kann man ja fast schon bauen (?). Mein Bett ruft. Wenn Du magst, kannst Du mal nach dem Anwaltsbesuch kurz schreiben, welche Chancen er Euch einräumt.

Ich drück die Daumen. Gute Nacht.

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@guterfreund2017

"der Vermiter wünscht sich ein langfristiges Mietverhältnis"

Das sagt aber gar nichts aus. Daraus kannst du keinerlei Rechte ableiten.

Wäre toll wenn man da etwas wegen "Kindeswohlgefährdung" machen könnte.

Entschuldige, aber ein Umzug ist bei weitem keine Kindeswohlgefährdung. Es ist zwar verständlich, dass du nach einem Strohhalm suchst, aber das ist wirklich übertrieben.  Aber wenn du mit sowas wirkich durchkommen würdest, würde das dein Mietverhältnis auch nicht gerade besser machen.

Wohnst du mit dem Vermieter in einem Zweifamilienhaus?

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@TrudiMeier

Klar sucht man nach einem Strohhalm. Und nein wir wohnen nicht mit dem Vermieter in einem Haus. Anwalt meinte jetzt auch, das man da nichts machen kann. Die Gemeinde hat der Anwalt angeschrieben. Auch die hat geantwortet, das es z.Zt. keinen Wohnraum gibt und sie nichs zur Verfügung stellen kann. Wir haben jetzt einige 2 und 3 Zimmerwohnungen angeschaut, aber nur absagen... 4 Zimmer gab es bisher nichts. Anwalt meinte das man dann ins Obdachlosenheim erstmal muss. Aber zum 01.01.2018 müssen wir raus

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Mündliche kündigung wegen Eigenbedarf, bei schriftlichen Vertrag.

Wir leben in einem Dreiparteien Haus. Der Vermieter wohnt im Erdgeschoss und eine andere Vermieterin wohnt im ersten Stock, wir im Dachgeschoss. Unser Vermieter hat uns im Januar mündlich gekündigt, wegen Eigenbedarf, wir haben aber einen schriftlichen Mietvertrag, wir sollen bis Juni ausziehen, weil sein Sohn mit seiner jungen Familie hier einziehen soll und sie die Wohnung vorher noch renovieren möchten. Wir waren einverstanden damit. Wir haben/hatten ein sehr gutes Verhältnis.

Später haben wir dann erfahren, das der Sohn gar nicht in unsere Wohnung einziehen will, sondern in die Wohnung unter uns und die Mieterin unter uns soll in unsere Wohnung einziehen, für einen bestimmten Zeitraum oder die Wohnung soll zeitbegrenzt an neue Mieter vermietet werden. Die Mieterin unter uns will garnicht hier oben einziehen.

Das hat er uns auch später frech gesagt, nachdem wir es zufällig mitbekommen haben, das er auch der Mieterin unter uns gekündigt hat, er wollte das geheimhalten. Er hat der Mieterin unter uns unterschwellig mit einem Anwalt gedroht. Soweit wir wissen ist sie zum Anwalt gegangen. Soviel Eigenbedarf kann man gar nicht für eine Kleinfamilie anmelden.

Die Mieterin unter uns, will vom Vermieter Geld das sie auszieht, weil sie sehr viel Geld in die Wohnung gesteckt hat. Sie wohnt da 3 Jahre und wir wohnen hier etwas mehr als 5 Jahre. Wir würden auch so ausziehen, aber die Art und Weise wie wir belogen und betrogen wurden ärgert uns sehr.

Jetzt meine Frage, gilt die mündliche Kündigung und wie können wir dafür entschädigt werden, das meine schwangere Frau und ich ausziehen müssen, denn unter diesen Bedingungen, kann man sowieso nicht mit dem Vermieter unter einem Dach leben.

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Vorgeschobenen Eigenbedarf aussitzen? Nebenkostenstreitigkeiten vorab!

Hallo! Ich habe folgendes Problem:

Seit 3 Jahren wohnen wir in einer Wohnung und kamen immer gut mit dem im gleichen Haus wohenden Vermieter klar. Nachdem wir jedoch jedes Jahr eine Nachzahlung von über 300€ haben sollten, haben wir die Abrechnung genauer prüfen wollen und haben die Belege angefordert. Dabei kam heraus das es zu enigen Positionen garkeine Belege gab (Schwarzarbeit etc.).

Dies wurde durch uns angefechtet mit Hilfes des Mietervereins und wir haben abschließend auch unser Geld zurückbekommen! Demnach war alles gut... Vermieter war sicherlich nicht glücklich aber es hatte alles seine Richtigkeit.

Als wir dachten die Sache sei gegessen, flatterte uns eine Kündigung wegen Eigenbedarf ins Haus! Ein Hinweis auf unsere Möglichkeit des Widerspruchs gab es nicht daher mussten wir keine Frist beachten. Es solte erwähnt werden das die Wohnung der Vermieterseite über uns die gleiche Wohnfläche hat wie unsere, durch Dachschrägen und ein zusätzliches WC jedoch eigentlich mehr Fläche aufweist. In der Begründung des Eigenbedarfs steht aber das die Wohnung der Vermieter zu klein sei!? Zusätzlich wurde uns die freiwerdende vergleichbare Wohnung nicht angeboten! Wenn es wirklich um unsere Wohnung gegangen, dann hätten wir ja tauschen können! Sie wollen uns aber komplett loswerden!

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Einige tage später bekamen wir eine Antwort des Anwalts der Vermieter: Das wir weiterhin dort wohnen wird nicht akzeptiert...

Das lustige an der Sache war das Gespräch zwischen meinem Vermieter und mir. Zu diesem Zeitpunkt wusste die Vermieterseite noch nichts von unserem Widerspruch und er fragte mich allen Ernstes: "Hallo, kann Frau XY (MAKLERIN!) die Tage zu Euch in die Wohnung kommen um Fotos zu machen????" Da hat er ja schon zugegeben dass der Eigenbedarf vorgeschoben war und die Vermieterseite garnicht vorhat in unsere Wohnung einzuziehen!

Was soll ich nun machen? Darauf warten das die Vermieter eine Räumungsklage einreichen und dann nach der Prüfung rauskommt das wegen den Streitigkeiten vorab und dem Nichtanbieten der Wohnung kein begründeter Eigenbedarf vorliegt? Wie lange dauert sowas? Muss ich damit rechnen noch rechtskräftig wesentlich früher ausziehen zu müssen als bis zum Einzug in unser Haus?

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