Kündigung einen Monat nach Datierung erhalten - Was tun?

8 Antworten

Dein Ex-AG muss Dir die Zeit bis zum Ablauf der Kündigungsfrist bezahlen da er Dir in diesem Zeitraum keine Arbeit gegeben hat und sich somit nach § 615 BGB in Annahmeverzug befand.

Die Kündigungsfrist von sieben Tagen fing am Tag nachdem Du die schriftliche Kündigung erhalten hast, an zu laufen. Was diese Kündigung für ein Datum hatte oder das Datum des Poststempels spielt keine Rolle, maßgebend ist allein das Datum des Zugangs bei Dir.

Wenn der Brief am 24. Dezember bei Dir eingegangen ist, lief die Kündigungsfrist vom 25. bis 31. Dezember.

Wann hast Du denn im Betrieb angefangen zu arbeiten? Schau mal auf Deinen Urlaubsanspruch. Der hat sich durch die längere  Betriebszugehörigkeit auch erhöht.

Was sind meine Optionen?

Du schreibst der Firma einen Brief und mahnst darin Dein Geld an. Setzt eine Frist von ca. 7-10 Tagen und schreib dazu dass Du, sollte bis zum genannten Termin kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, Klage beim Arbeitsgericht einreichst.

Wirf den Brief selbst mit Zeugen ein oder gib ihn ab. Alternativ kannst Du auch ein Einwurfeinschreiben machen. Da gilt der Brief mit Datum des Posteinwurfs beim Empfänger als zugestellt.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast oder Gewerkschaftsmitglied bist, macht das ein Anwalt für Dich. Du kannst aber auch selbst zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts gehen und Klage einreichen. Bei der Klageformulierung wird Dir geholfen und das ist kostenlos.

Im Prinzip beginnt die Kündigungsfrist erst nach Zugang der Kündigung zu laufen. Allerdings kommt es auch drauf an was vereinbart wurde. Steht in deinem Arbeitsvertrag das die Kündigung in Schriftform zu erfolgen hat? Oder steht dort nur in "Textform"

Dazu habe ich folgendes gefunden:

Viele Verträge oder allgemeine Geschäftsbedingungen beinhalten Klauseln über die Kündigung. Ob die Kündigung im Postwege oder auch per E-Mail und ohne Unterschrift rechtlich gültig ist, erfährt der Verbraucher durch einen Blick in den Vertrag oder die Geschäftsbedingungen des Vertragspartners.

Wird hier von einer „Textform" geschrieben, bedeutet dies, dass auch eine Kündigung per E-Mail möglich ist. Die Kündigung muss zwar auch in diesem Fall schriftlich erfolgen, eine eigenhändige Unterschrift ist jedoch nicht zwingend notwendig. Unter der Textform versteht der Gesetzgeber neben einem klassischen Brief auch eine E-Mail ohne Unterschrift und sogar eine SMS-Nachricht. Des Weiteren werden unter der Textform auch maschinell erstellte Briefe sowie Telefax-Nachrichten verstanden.

Wird hingegen für beide Seiten die „Schriftform" vorausgesetzt, ist eine eigenhändige Unterschrift

Es kann also je nachdem was in dem Vertrag steht auch möglich sein das die WhatsApp Nachricht ausreicht als Kündigung.

Ich würde aber auf jeden Fall einen Anwalt einschalten und mich erkundigen. Und lies was in deinem Vertrag steht.

Nach deutschem Recht zur Kündigung von Arbeitsverhältnissen:

Allerdings kommt es auch drauf an was vereinbart wurde.

Das ist falsch!

Ausnahmslos kommt es darauf an, wann die Kündigung des Arbeitsverhältnisses dem Gekündigten zugeht. Abweichende vertragliche Vereinbarungen dazu sind wirkungslos.

Steht in deinem Arbeitsvertrag das die Kündigung in Schriftform zu erfolgen hat? Oder steht dort nur in "Textform"

Die Schriftform (wortwörtlich: Blatt Papier mit eigenhändiger Unterschrift) zwingend. Wieder sind abweichende vertragliche Vereinbarungen dazu wirkungslos.

Es kann also je nachdem was in dem Vertrag steht auch möglich sein das die WhatsApp Nachricht ausreicht als Kündigung.

Das ist falsch.

Die Kündigung in elektronischer Form (SMS, WhatsApp, eMail, Fax usw.) ist generell ausgeschlossen und kann auch nicht vertraglich vereinbart werden.

Anmerkung:

Wenn Du aus dem Internet zitierst, solltest Du die Quelle benennen (hier wohl  https://www.anwalt.de/rechtstipps/sind-kuendigungen-per-e-mail-ausreichend_040197.html ).

Dir hätte auch auffallen müssen, dass der Text "Allgemeines Vertragsrecht, IT-Recht, Zivilrecht" behandelt und nicht oder nur teilweise auf Arbeitsverträge anzuwenden ist.

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@Familiengerd

Lies mal meinen letzten Satz, man sollte sich immer in solchen Fällen eine kompetente Rechtsberatung suchen.

 

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@Anna1230

Ob eine anwaltliche Beratung notwendig ist, hängt von den konkreten Fallumständen ab.

Im Übrigen ändert das nichts daran, dass die monierten Aussagen falsch sind.

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Alter, du warst einfach noch 4 Wochen länger angestellt XDDDD

Da du nicht gearbeitet hast bekommste natürlich für die Zeit auch keinen Lohn, außer Vertraglich anders geregelt.

Maßgeblich ist der "Erhalt" in "ordentlicher" Form.

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