Kündigung durch zu viele Fehlzeiten?

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5 Antworten

Wenn ein AN länger als sechs Wochen arbeitsunfähig ist (zusammen gerechnet, muss nicht am Stück sein), sollte ein BEM (Betriebliches Eingliederungsmanagement) angeboten werden. Der AN muss daran nicht teilnehmen, kann aber.

Bei einem schwerbehinderten AN muss der AG vor einer Kündigung das Integrationsamt einschalten.

So wie Du die Sache schilderst, handelt es sich nicht um eine Langzeiterkrankung sondern um viele Kurzerkrankungen.

Für eine personenbedingte Kündigung wegen der Kurzerkrankungen muss der AG nachweisen können, dass der AN  drei Jahre hintereinander mindestens sechs Wochen/Jahr arbeitsunfähig war.

Es erfolgt dann eine "Drei-Stufenprüfung".  Es muss dann eine negative Gesundheitsprognose vorliegen, die betrieblichen Interessen müssen dadurch erheblich beeinträchtigt sein und schließlich gibt es die Interessenabwägung. Hier wird geprüft ob die vielen Fehlzeiten dem AG noch zumutbar sind.

Sollte es einen Betriebsrat geben, muss dieser vor einer Kündigung selbstverständlich auch noch informiert und "gehört" werden.

nini97 11.07.2017, 13:36

das wird der Arbeitgeber nachweisen können, es gab wohl jedes Mal nach der Krankheit, am ersten "Arbeitstag" ein Mitarbeitergespräch. Der Arbeitgeber hat auch Umschulung angeboten, Kurs /EDV) wurde bezahlt. der eigentliche Job wird aber weiter ausgeübt. ,von Seiten des Arbeitgebers wurde sehr viel unternommen. Nun droht wohl die Kündigung, da keine Arbeitsleistung (viel zu wenig) erbracht wird. 

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Hexle2 11.07.2017, 13:41
@nini97

Ich vermute mal, es gibt keinen Betriebsrat. Auf alle Fälle muss das Integrationsamt vor der Kündigung informiert werden und es muss die Zustimmung zur Kündigung erteilt haben.

Ohne vorherige Zustimmung des Integrationsamts ist eine Kündigung nichtig.

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nini97 11.07.2017, 13:46
@Hexle2

ich denke doch, dass es einen Betriebsrat gibt, es ist ein großes Unternehmen. Ist wohl auch der VDK eingeschaltet worden.

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Hexle2 11.07.2017, 14:08
@nini97

Der BR muss vor der Kündigung informiert werden und hat eine Frist zur Stellungnahme. Er muss aber der Kündigung, im Gegensatz zum Integrationsamt, keine Zustimmung erteilen, damit der AG kündigen kann.

 

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nini97 11.07.2017, 14:34

aha, dass ist interessant, zur "Genesung" wurden ja Reha bewilligt, da es verschiedene Erkrankungen sind / waren, wie kann man dann eine Gesundheitsprognose erstellen ? wenn es unterschiedliche Erkrankungen waren (oft "harmlose") , Bronchitis, Nebenhöhlenentzündung, Durchfall, usw., die können ja "jedem" passieren und jeden Tag, dafür kann der Arbeitnehmer ja nichts (??) hängt also nicht mit dem Grund seiner Behinderung zusammen und er hatte zu 90 % einen gelben Zettel von einem Arzt, (meistens der Gleiche, auch mal einen Arzt am Urlaubsort, da dort erkrankt), also im Zusammenhang mit der Behinderung standen die vielen Erkrankungen oft nicht., 

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Hexle2 11.07.2017, 14:35
@nini97

Sorry, ich bin kein Mediziner und arbeite auch nicht beim Integrationsamt. Alle Fragen kann ich Dir leider nicht beantworten.

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nini97 11.07.2017, 14:47
@Hexle2

lieb gemeint, verstehe ich gut, das war eher "ironisch" gemeint, also der Arbeitnehmer kann es so darstellen, - so eine Erkältung usw, kann doch jedem - vor allem im Winter - betreffee / treffen, Durchfall kommt auch ganz plötzlich, hat alles nichts mit der Behinderung zu tun. Und so lange es "gelbe" Zettel gibt, ist doch alles abgesichert und oik. (auch drastisch dargestellt) wie gesagt, ich möchte niemanden angreifen, es ist reines Interesse , was auch im Sinne des Arbeitgebers geht. Ich sehe nämlich auch diese Seite, er investiert unglaublich, und hat nur eine maximale Arbeitsleistung zu Verfügung und ihm sind - noch dazu - die Hände gebunden..mir fällt gerade noch ein, die Position / Job des AN ist angeblich auch verantwortlich für seine schlechte Genesung deswegen hat der AG einen neuen Job bzw. Umschlung angeboten. Die Kurse wurden belegt, das Angebot , andere Art von Job abgelehnt. 

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Hexle2 11.07.2017, 16:32
@nini97

So "einfach" ist es für den AN dann auch nicht.

Der AG kann ja nachweisen, dass er versucht hat, dem AN einen anderen Arbeitsplatz zu geben der "leidensgerecht" ist und der Gesundheit zuträglicher.

Ich bin keine Juristin und kann Dir deshalb nur soweit Auskunft geben, wie mein Kenntnisstand ist. 

Wir hatten im Betrieb auch einige Jahre eine Mitarbeiterin die "beratungsresistent" war. Es wurde alles getan um ihr die Arbeit zu erleichtern. 

Leider hat sie aber (fast) alle Hilfestellungen die man ihr geben konnte und wollte abgelehnt, da sie dort auch selbst aktiv etwas tun sollte. Es war "bequemer" immer wieder zu fehlen, manchmal ein paar Tage, manchmal ein paar Wochen.

Irgendwann war es zu viel und sie wurde krankheitsbedingt gekündigt. Beim Kündigungsschutzprozess hat allerdings auch der Arbeitsrichter festgestellt, dass eine weitere Zusammenarbeit sowohl für die Firma als auch für die Arbeitskolleginnen nicht mehr zumutbar war. Durch die vielen Ausfälle wurde ja auch der Betriebsfrieden sehr in Mitleidenschaft gezogen, da ihre Kolleginnen irgendwann auch nicht mehr laufend einspringen wollten und konnten.

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nini97 12.07.2017, 07:41
@Hexle2

das kommt hier ja auch noch mit dazu. Ich finde dass den Kollegen und Kolleginnen gegenüber auch nicht fair. Der Person wurde wohl jetzt mit Kündigung gedroht. Und direkt am nächsten Tag ging es zum Arzt und die Person ist wieder krank geschrieben. Fällt mir gerade noch ein, nach dem Tod der Schwester war die Person mehrere Wochen psychisch krank und ging auch deswegen in eine mehrwöchige Reha. Hier werden immer alle Register gezogen. 

Es ist immer der gleiche Hausarzt der krankschreibt, Mit den "gelben" Zetteln, ist man ja - so der Gedanke dahinter - abgesichert. 

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Hexle2 12.07.2017, 08:08
@nini97

Wenn der Arbeitgeber Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit des AN hat, kann er die Krankenkasse informieren. Die schaltet ggf. den MdK ein, der die Arbeitsunfähigkeit dann beurteilt.

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nini97 12.07.2017, 08:35
@Hexle2

ich glaube, dass ist auch schon gemacht worden, dann ging es in die Reha

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Hallo,

wenn ein Mitarbeiter schon 20 Jahre im Betrieb war, steht ihm eine gratifikation beim Ausscheiden aus dem Betrieb zu.

Der Vorschlag, den Arbeitnehmer an andere Stelle zu beschäftigen ist schon gut...

Außerdem, könnte man auch versuchen, eine Lösung im Einvernehmen zu finden, eine Lösung wäre vielleicht eine Teilzeitbeschäftigung aufgestockt durch eine Teilrente, oder was immer...

Vielleicht würde eine Tätigkeit als Springer (gelegentlich einspringen für die Arbeit) den Arbeitnehmer interessieren = so und so viele Stunden, wenn es sich ergibt...

Sollte der Arbeitnehmer eine Anwalt einschalten, dann ist es ratsam selber einen guten Anwalt zu nehmen.

Emmy

nini97 11.07.2017, 13:27

man muss dazu sagen, diese Art von Job ist nicht so leicht wieder zu finden, Man kann also nicht einfach den Job wechseln. Was die Person früher einmal gelernt hat, ist veraltet, alternativ müsste die Person in einem Supermarkt an der Kasse sitzen oder ähnlichtes. Sie muss aber ganz alleine Miete, Auto, usw finanzieren. Also massive Gehahltsinbrüche würden auch die Kündigung der Wohnung nach sich ziehen, - da nicht mehr finanzierbar - das Auto wurde auch gebraucht um überhaupt den Arbeitsplatz zu Schichtdienstzeiten zu erreichen .  

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Der AG hat ihm ja eine Arbeit angeboten die für seine Gesundheit wahrscheinlich zuträglicher ist.Warum er das abgelehnt hat,kann ich ja nicht beurteilen.Vielleicht wegen einer finanziellen Einbuße?

Fakt ist,dass er zu 50% eine Behinderung hat.Ihm dann zu kündigen wird schwierig.

Die ganzen Zusammenhänge sieht dann aber das Arbeitsgericht.

Vielleicht eine Frühberentung,was aber mit Anfang 50 auch nicht so einfach ist,eine entsprechende Abfindung,oder aber der AN muß die angebotene Stelle annehmen,oder gehen(mit der oben erwähnten Abfindung).

nini97 11.07.2017, 13:20

das Ablehnen ist schon ein Jahr her (ja finanzielle Einbussen, eher private Gründe - die Person lebt alleine - Besorgungen machen, Auto zum TüV, dass lässt sich mit Schichtdienst tagsüber besser organisieren, und Wochenenddienst wird gut bezahlt. Die Person kann laufen, Auto fahren, Computer bedienen, Haushalt erledigen, ist - für einen Außenstehenden - arbeitsfähig.

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Annelein69 11.07.2017, 13:25
@nini97

Für einen Aussenstehenden vielleicht.

Aber 50% bekommt man nicht,wenn man nichts hat,das muß man auch sehen.

Bei vielen Fehlzeiten ist man für einen Betrieb,vor allem kleine Betriebe,nicht tragbar.

Aber bei einer Kündigung wird er alle Register ziehen,was ja auch sein gutes Recht ist,und entscheiden wird das Arbeitsgericht.

Wobei man den Chef natürlich verstehen kann.

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nini97 11.07.2017, 13:30
@Annelein69

die Reha diente ja auch zur Wiederherstellung der Arbeitskraft, es hat aber in den letzten 3 Jahren keine 3 Monate gegeben in denen der Arbeitnehmer am Stück arbieten war. Mehr Urlaubstage zusemmen mit den Schichtzeiten / Freizeiten , Kranheitstagen dass hat sich summiert.

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"Der Arbeitgeber hat auch versucht die Person an eine andere Stelle im Betrieb einzusetzen , negativ, die Person hat abgelehnt." Dann hat diese Person schlechte Karten wenn er das gemacht hat nur weil er keine Lust auf diese Tätigkeit hat. Der AG hat getan was er konnte und ist seinen Verpflichtungen nachgekommen.


nini97 11.07.2017, 13:09

so sehe ich das auch. Kann die Person noch von Gewerkschaften / Anwälten geschützt werden ? kann die Person in Frührente gehen (ich vermute, kenne die Person schon lange), dass das jetzt geplant ist, oder sind die Chancen in Frührente zu gehen ganz schlecht ?

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Er sollte die Großzügigkeit des Arbeitgebers anerkennen, und dem vorgeschlagenen Beschäftigungstausch zustimmen , da dieser seiner Gesundheit zuträglich sein wird.

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