Kündigung bei einem unbefristetem Arbeitsverhältnis?

9 Antworten

Für eine ordentliche Kündigung muss ein objektiver Grund vorhanden sein. Dies ist hier wohl nicht der Fall. Es stellt sich mir vorab die Frage, ob es sich um einen Kleinbetrieb bis max. 10 Vollzeitstellen handelt. 

Falls es ein grösserer Betrieb ist, greift das Kündigungsschutzgesetz. Das heisst, du hättest gute Chancen, gegen die Kündigung vorzugehen. 

Du kannst allerdings nicht einfach nur auf eine Abfindung klagen. Du kannst allenfalls gegen die Kündigung, also auf deren Unwirksamkeit klagen. Ob dann letztlich eine Abfindung oder die Weiterbeschäftigung zum Tragen kommt, hast du nur bedingt in der Hand. 

Hast du schon einen neuen Job? Wenn ja, könntest du dem Arbeitgeber ja mal klarmachen, dass seine Kündigung eh unwirksam ist. Dann schlägst du eine Abfindung in einer Grössenordnung von rund 1,5 Monatsgehältern vor. Diese dürftest du wohl kriegen. Das macht aber nur Sinn, wenn du einen anderen Job hast. 

nein wie sind leider kein betrieb mit mehr als 10 Vollzeitstellen.....

Und einen neuen Job auch nicht, da es heute erst geschah

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@exboli

Dann wird es schwierig, denn in Kleinbetrieben greift das Kündigungsschutzgesetz nicht. 

Der Chef kann zwar auch hier nicht willkürlich kündigen, hat aber einen sehr viel grösseren Handlungsspielraum. 

Da du erst drei Jahre dort bist und schon gesagt hast, dass du eh gehen willst, wirst du hier mit einer Klage eher schlechte Karten haben. 

Es tut mir leid, dir das so sagen zu müssen aber ich denke, du solltest schnellstens schauen, dass du etwas Neues findest. 

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Was du als Sachverhalt angegeben hast ist definitiv kein Kündigungsgrund. Die Aussage, du würdest nicht ins Team passen ist möglicherweise aus Sicht des Arbeitgebers ein Grund, aber eine Kündigung lässt sich damit nicht rechtfertigen. Wie funktioniert das im deutschen Arbeitsrecht? Eine Kündigung muss erst mal keinen Grund enthalten. Es muss ein unterschriebenes Dokument sein, welches dir auch nachweislich zugeht. Die Kündigung wird zudem in der Kündigung genannten Beendigungsdatum wirksam, wenn nicht innerhalb von drei Wochen nach Zugang der Kündigung Kündigungsschutzklage bei dem Arbeitsgericht eingereicht wird.

Grundsätzlich benötigt der Arbeitgeber einen Kündigungsgrund, wenn du Kündigungsschutz hast. Kündigungsschutz hast du, wenn in deinem Betrieb mehr als zehn (rechnerisch) Vollzeit Mitarbeiter beschäftigt werden und das Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate besteht. Sollte dies der Fall sein, ist die Folge, dass der Arbeitgeber, wurde Kündigungsschutzklage eingereicht, vor dem Arbeitsgericht die Kündigungsgründe offen legen muss. Da es in deinem Fall anscheinend keine dem Arbeitsrecht entsprechende Gründe gibt, würde ein Urteil ergehen, dass das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht aufgelöst worden ist. Oder du triffst vor dem Arbeitsgericht einen Vergleich. In einem solchen Vergleich kann ein Beendigungsdatum, eine Abfindung und idealerweise auch ein gutes Zeugnis fixiert werden.

Wenn du schreibst, du überlegst dir auf eine Abfindung zu plädieren, funktioniert dies in der Regel nur im Rahmen eines arbeitsgerichtlichen Verfahrens. Du kannst natürlich bevor die Dreiwochenfrist abläuft versuchen mit deinem Arbeitgeber eine außergerichtliche Aufhebungsvereinbarung zu verhandeln. Jedenfalls sollte der Arbeitgeber nicht unbedingt mitbekommen, dass du ohnehin gehen wolltest.

Anbei ein Link mit weiteren Formalien die du beachten musst

http://www.kanzlei-mudter.de/die-kuendigung-im-arbeitsrecht-11-fragen.html

Die Begründung der Kündigung ist wirklich dürftig und hat gute Aussichten auf einen Widerspruch.

Viel Aussicht auf eine Abfindung hast Du aber nicht angesichts der geringen Beschäftigungszeit. Aber widersprechen würde ich auf jeden Fall, wirst Dich mit dem Arbeitgeber auf einen gemeinsamen Nenner einigen müssen, die beste Lösung für alle.

Denn kaputt ist das Arbeitsverhältnis allemal.

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