Kündigung- zu viele Urlaubstage genommen-was jetzt?

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11 Antworten

Wird mir der zuviel genommene Urlaub vom Gehalt abgezogen?

Nein! - Zumindest darf der Dir nicht abgezogen werden (ob der Arbeitgeber es nicht trotzdem tut, kann ich nicht beurteilen)!

Da Du seit mehr als 6 Monaten im Betrieb arbeitest und das Arbeitsverhältnis in der 2. Jahreshälfte endet, hast Du nach dem Bundesurlaubsgesetz BUrlG § 4 "Wartezeit" in Verbindung mit § 5 "Teilurlaub" durch Ausschluss der dort genannten Fälle, in denen nur Teilurlaub zu gewähren ist (Abs. 1 Buchstaben a-c), Anspruch auf den gesamten Urlaub.

Dieser Anspruch betrifft zunächst nur den gesetzlichen Urlaub von 24 Werktagen (Montag bis Samstag, entsprechend 20 Arbeitstagen bei einer 5-Tage-Woche).

Für den über den gesetzlichen Anspruch hinaus zusätzlich gewährten Urlaub gilt das dann, wenn es keine arbeits- oder tarifvertragliche Regelung zu einer anteiligen Berechnung (Zwölftelung) bei Ausscheiden vor dem Jahresende gibt oder wenn es in der Formulierung zum Urlaubsanspruch keine Unterscheidung zwischen gesetzlichem und zusätzlichem Urlaub gibt.

Bei einer anteiligen Berechnung bleibt aber auf jeden Fall der Anspruch auf den gesamten gesetzlichen Mindesturlaub bestehen.

Gibt es keine Vereinbarung zu einer Zwölftelung (und/oder keine Formulierungstrennung), dann hast Du auch Anspruch auf den gesamten vertraglich vereinbarten Urlaub.

Der eine Tag, den Du über Deinen vereinbarten Urlaubsanspruch hinaus erhalten hast, darf Dir dann nicht angerechnet werden, wenn der Arbeitgeber Dir diesen Tag nicht im Irrtum gewährt hat, sondern im Wissen darum, dass Dir dieser Tag nicht zusteht.

Bei einem neuen Arbeitgeber hast Du in diesem Kalenderjahr jetzt keinen Urlaubsanspruch mehr - es sei denn, er wäre dort höher als beim jetzigen "Noch"-Arbeitgeber: dann hättest Du auf den zusätzlichen Urlaub einen anteiligen Anspruch.

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Kommentar von CocoDeFrida
10.09.2016, 22:31

Dankeschön für die ausführliche Antwort. Das bedeutet, da bei mir im Vertrag kein zusätzlicher Vermerk über meinen Urlaubsanspruch im Falle einer Kündigung steht, mir der gesamte Urlaub über 27 Tagen zusteht und mir nichts vom Gehalt abgezogen werden darf? Zusätzlich hätte ich noch eine Frage In der letzten Woche diesen Monats (26-30.9) bin ich krankgeschrieben (geplant, mit chef abgesprochen). Ab dem 1.10 fängt mein neuer Job an. Das heisst 5 Tage "arbeite" ich. Mittwochs habe ich normalerweise immer frei. Jetzt wurde der freie Tag wieder eingetragen(das heisst keine Arbeitsstunden an dem Tag)obwohl ich ja krankgeschrieben bin. Müsste ich nicht die Arbeitsstunden an dem Tag angerechnet bekommen? 🤔

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Kommentar von CocoDeFrida
12.09.2016, 07:25

1. es ist ein ärztlich geplanter Termin, kein Geschäft: :-) 2. der Mittwoch wurde nicht kurzfristig gestrichen weil mein Chef ja schon länger weiß dass ich in dieser Woche krankgeschrieben bin . ich habe ihn gefragt warum er mir für den Mittwoch einen freien Tag berechnet, obwohl es ja nur eine Fünf-Tage-Woche ist, weil ich ja ab dem 1.10. das ist der Samstag, schon nicht mehr da bin. das bedeutet meine Arbeitswoche wäre Montag bis Freitag und davon der Mittwoch frei, das bedeutet für mich dass ich an diesem Tag keine Arbeitsstunden berechnet bekomme. Da ich noch einige Stunden im Minus bin könnte ich die aber gut gebrauchen um das auszugleichen. er hat so argumentiert dass ich immer mittwochs frei hätte und er mir deswegen auch in dieser Woche den Mittwoch freigeben müsste und ich keinen Anspruch auf meine Arbeitsstunden an diesem Tag habe.

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Es gilt § 5 BUrlG.

Aus dem folgt, dass bei Kündigungen in der zweiten Jahreshälfte der komplette Urlaubsanspruch besteht. (Ausnahme wäre, wenn das Arbeitsverhältnis nicht ab dem 01.01. des Jahres der Kündigung besteht"

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Kommentar von CocoDeFrida
02.09.2016, 13:32

Das heißt es wird nichts abgezogen? Weil unten steht noch ein Paragraph der genau das Gegenteil sagt. Ich bin verwirrt 😣

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Kommentar von Familiengerd
02.09.2016, 14:00

wenn das Arbeitsverhältnis nicht ab dem 01.01. des Jahres der Kündigung besteht

Das ist falsch.

Voraussetzung ist nicht, dass das Arbeitsverhältnis seit dem 01.01. bestanden hat, sondern bei der Beendigung länger als 6 Monate.

Es kann also auch z.B. seit dem 15.05. bestehen (wobei dann Urlaubstage bei einem möglicher vorherigen Arbeitgeber in diesem Kalenderjahr zu berücksichtigen sind).

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Kommentar von CocoDeFrida
05.09.2016, 01:41

ich arbeite seit jahren dort. also wird mir kein Urlaub von gehalt abgezogen??

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Ich geh mal ganz einfach davon aus, das du schon 6 Monate dort arbeitest. Ansonsten hättest du vermutlich nicht so viel Urlaub nehmen können.

Das Bundesurlaubsgesetz regelt, das du bei dieser Kündigung den gesamten (gesetzlichen) Urlaub bekommst. Ist für den übergesetzlichen Urlaub nix weiter vereinbart steht dir dieser auch voll zu.

Allerdings gibt es dann beim neuen AG in 2016 keinen Urlaub mehr.

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Dann hast du Glück gehabt.Rückforderung gibt es nicht.Die ausgestellte Urlaubsbescheinigung musst du jedoch beim neuen Arbeitgeber vorlegen.

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sorry, falscher Fehler - die Antworten mit dem Hinweis auf den vollen erworbenen Urlaubsanspruch sind natürlich korrekt.

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Normalerweise müsste das dem neuen AG mitgeteilt werden und der gibt dir dann dieses Jahr keinen Urlaub.

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Ja, denn wenn du noch Urlaub hättest, den du nicht mehr nehmen könntest, würden dir die Tage ausbezahlt.

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Kommentar von Bartstoppel1902
02.09.2016, 13:27

Wie kommst du zu dieser Annahme?

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Nein, du hast hier Glück und bekommst dein volles Gehalt.

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Kommentar von CocoDeFrida
02.09.2016, 13:23

Kannst du das begründen?

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Ich hoffe, dass Du nicht zum 31.09. gekündigt hast. Dann wäre die Kündigung ungültig!

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Kommentar von CocoDeFrida
02.09.2016, 14:36

Warum das ?

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Kommentar von CocoDeFrida
02.09.2016, 14:36

zum Monatsende steht in meinem Vertrag

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Kommentar von CocoDeFrida
02.09.2016, 14:40

achso sry verschrieben habe den 30.9 genommen

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Kommentar von Familiengerd
05.09.2016, 12:56

Dann wäre die Kündigung ungültig!

Ein falsches Kündigungsdatum macht eine Kündigung nicht "ungültig".

"Zur Not" wird darauf abgestellt, was als Kündigungsdatum logischerweise "gemeint" war.

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Bei Ausscheiden in der zweiten Jahreshälfte kann das Urlaubsentgelt für zu viel gewährten Urlaub zurückgefordert werden (§ 812 Abs. 1 BGB). 

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Kommentar von CocoDeFrida
02.09.2016, 13:25

aber das ist doch eigentlich unlogisch das müsste doch eigentlich andersherum sein ?🤔

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Kommentar von qugart
02.09.2016, 13:29

Das stimmt, gilt aber eben nur für zuviel gewährten Urlaub.

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Kommentar von Familiengerd
02.09.2016, 13:50

@ DerBastian90:

BGB § 812 ist hier überhaupt nicht anwendbar, sondern das Bundesurlaubsgesetz BUrlG "§ 4 in Verbindung mit § 5.

Und ob die Antwort ansonsten sachlich richtig ist, bleibt offen, weil nicht bekannt ist, wie lange das Arbeitsverhältnis bei Beendigung bestanden hat.

So - für sich genommen - ist sie jedenfalls falsch.

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Kommentar von CocoDeFrida
05.09.2016, 01:44

arbeite seit über 2 jahren dort.. wie kompliziert, was ist denn jetzt richtig 😁

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